{"id":18171,"date":"2020-04-02T15:54:17","date_gmt":"2020-04-02T13:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=18171"},"modified":"2020-04-02T15:54:17","modified_gmt":"2020-04-02T13:54:17","slug":"corona-rettungsschirm-wird-weiter-optimiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/corona-rettungsschirm-wird-weiter-optimiert\/","title":{"rendered":"Corona-Rettungsschirm wird weiter optimiert"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Schnelligkeit, mit der Bund und L\u00e4nder den Corona-Rettungsschirm entwarfen und nunmehr durchsetzen, verdient gr\u00f6\u00dften Respekt. Dasselbe gilt f\u00fcr die n\u00fcchterne und unaufgeregte Art, mit der die politisch Verantwortlichen das komplexe Paket begr\u00fcnden. Mit jedem Tag wird jedoch deutlicher, was der weitgehende Stillstand des wirtschaftlichen Lebens vor allem f\u00fcr unsere mittelst\u00e4ndische Betriebe bedeutet\u201c. Mit diesen Worten beschreibt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener die derzeitige Stimmungslage der heimischen Wirtschaft. Dass sich 12 % der heimischen Unternehmen nach eigenen Angaben in akuter Insolvenzgefahr bef\u00e4nden, verdeutliche dies besser als alles andere. Der mit dreistelligem Milliardenaufwand aufgespannte Schirm helfe vielen, bei weitem jedoch nicht allen Betrieben. Dies gelte insbesondere f\u00fcr Unternehmen mit \u00fcber 50 Besch\u00e4ftigten, die in der Vergangenheit das getan h\u00e4tten, was man von vorausschauend gef\u00fchrten Betrieben erwarten k\u00f6nne, n\u00e4mlich kr\u00e4ftig zu investieren. Bei den Soforthilfen zur Liquidit\u00e4tssicherung fallen sie durchs Raster, da sie zu gro\u00df sind. Aber auch Hilfen im Bereich der Kredite, Darlehen und B\u00fcrgschaften stellen f\u00fcr Unternehmen in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung zu gro\u00dfen Teilen keine passgenaue Hilfe dar. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDer Schirm, unter dem sie sich befinden, ist noch l\u00f6chrig. Es ist daher uneingeschr\u00e4nkt zu begr\u00fc\u00dfen, dass die NRW-Landesregierung heute angek\u00fcndigt hat, von der Corona-Pandemie betroffene Arbeitgeber k\u00f6nnten eine zweimonatige Fristverl\u00e4ngerung f\u00fcr die zum 10.4.2020 abzugebenden Lohnsteueranmeldungen beantragen. Gut, dass die Landesregierung kurzfristig diese M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet.\u201c Damit verschaffe das Land den Unternehmen zus\u00e4tzliche Liquidit\u00e4t, die sie dringend ben\u00f6tigten. Helfen w\u00fcrde zudem, wenn die Unternehmen in ebenso kurzer Frist noch die M\u00f6glichkeit erhalten, ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen vor\u00fcbergehend viertelj\u00e4hrlich abzugeben, betonte der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer: \u201eWenn den Firmen zugleich eine unterj\u00e4hrige M\u00f6glichkeit etwa zum 30.6. einger\u00e4umt wird, in diesem Jahr erwartete Verluste mit den in 2019 gezahlten Steuervorauszahlungen zu verrechnen, w\u00e4re es noch besser. Die Finanz\u00e4mter k\u00f6nnten dann einen Teil der in 2019 geleisteten Steuern an die Betriebe zur\u00fcckzahlen und so deren Liquidit\u00e4t zeitnah noch intensiver st\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<p>Das alles sind Ma\u00dfnahmen, die den Betrieben in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen helfen k\u00f6nnten. Ebenso wichtig ist aber auch die Perspektive f\u00fcr die Zeit danach. Dies belegt auch die j\u00fcngste IHK-Blitzumfrage bei 869 Unternehmen. Danach halten 55 % der Unternehmen eine Unternehmenssteuersenkung f\u00fcr dringend geboten. \u201eBesonders Unternehmen in Industrie und Einzelhandel verlangen nach einer Unternehmenssteuerreform (je 58 %). Der Wunsch nach steuerlicher Entlastung ist vor allem bei Industriebetrieben mit mehr als 20 Besch\u00e4ftigten stark ausgepr\u00e4gt\u201c, erl\u00e4utert Stephan H\u00e4ger, Leiter des Referats Konjunktur, Arbeitsmarkt, Statistik bei der IHK. Die Soforthilfen in Form von Zusch\u00fcssen sind vor allem f\u00fcr Kleinstunternehmen und kleine Betriebe besonders wichtig. Das trifft auf 71 % der Unternehmen mit 1-19 Besch\u00e4ftigten zu. Bankkredite und Darlehen sind vor allem f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Unternehmen bedeutsam. W\u00e4hrend 22 % der Betriebe mit 20-199 Besch\u00e4ftigten Bankkredite f\u00fcr besonders relevant halten, sind es mehr als 32 % bei den Betrieben mit mehr als 200 Besch\u00e4ftigten. Darlehen werden vor allem von Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern f\u00fcr wichtig erachtet (57 %). Stephan H\u00e4ger: \u201eDieser Befund verdeutlicht, dass vor allem f\u00fcr die ganz kleinen und die ganz gro\u00dfen Firmen Hilfen bereitgestellt werden, w\u00e4hrend die Instrumente des Corona-Rettungsschirms bei mittleren Betriebsgr\u00f6\u00dfen nur unzureichend ankommen d\u00fcrften\u201c. Hier gebe es die eindeutige Erwartung der Unternehmen, dass die Steuerbelastung in der Breite reduziert wird, damit die Betriebe wieder auf die Beine kommen. Nur auf diese Weise k\u00f6nnte ein Schirm gespannt werden, von dem wirklich alle Unternehmen etwas h\u00e4tten. Und genau darum m\u00fcsse es doch gehen, adressiert Klaus Gr\u00e4bener an die Politik: \u201eDie Steuereinnahmen von Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden stiegen innerhalb der letzten 10 Jahre von 524 Mrd. \u20ac etwa 800 Mrd. \u20ac an. Dass noch vor wenigen Wochen verantwortliche Finanzpolitiker auf Bundesebene beteuerten, f\u00fcr eine grundlegende Reform fehle das Geld, war schon damals nicht nachvollziehbar. Jetzt investiert man dreistellige Milliardenbetr\u00e4ge und l\u00e4sst abermals eine steuerliche Entlastung aller Unternehmen weitgehend au\u00dfen vor. Dass das nicht \u00fcberall im Mittelstand mit Beifall aufgenommen wird, liegt auf der Hand\u201c.<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Schnelligkeit, mit der Bund und L\u00e4nder den Corona-Rettungsschirm entwarfen und nunmehr durchsetzen, verdient gr\u00f6\u00dften Respekt. 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