{"id":1817,"date":"2014-03-03T15:09:48","date_gmt":"2014-03-03T14:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1817"},"modified":"2014-03-03T15:09:48","modified_gmt":"2014-03-03T14:09:48","slug":"vorfahrt-fuer-die-betriebliche-erstausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/vorfahrt-fuer-die-betriebliche-erstausbildung\/","title":{"rendered":"\u201eVorfahrt f\u00fcr die betriebliche Erstausbildung!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eVolle Auftragsb\u00fccher nutzen \u00fcberhaupt nichts, wenn man nicht \u00fcber das Personal verf\u00fcgt, das die Auftr\u00e4ge abarbeiten kann. Die Zahl der Schulabg\u00e4nger sinkt, die Studierneigung steigt. Eine sinkende Nachfrage nach betrieblichen Lehrstellen ist die Folge. Wenn zugleich die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zur\u00fcckgeht, haben wir es zweifellos mit einem handfesten strukturpolitischen Problem zu tun.\u201c Dies betonte IHK-Vizepr\u00e4sident Christian F. Kocherscheidt bei der Pr\u00e4sentation grundlegender Aussagen zum schul- und berufsbildungspolitischen Reformbedarf, die die IHK-Vollversammlung k\u00fcrzlich beschlossen hat. Je knapper qualifizierte Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte seien, desto kreativer m\u00fcsse die betriebliche Personalarbeit ausgestaltet werden. Seit jeher setzten die Unternehmen darauf, dass betriebliche Produkte und Prozessinnovationen stets von Neuem durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Facharbeitern, Ingenieuren und Technikern vorangetrieben w\u00fcrden. Hierin liege eine der wesentlichen St\u00e4rken unserer Region. Solle dies zuk\u00fcnftig so bleiben, m\u00fcsse das hohe Niveau der betrieblichen Erstausbildung beibehalten und die Attraktivit\u00e4t der betrieblichen Lehre \u201eauf breiter Front\u201c gesteigert werden.<\/p>\n<p>Die Unternehmen seien gut beraten, ihre eigene Personalarbeit weiter zu professionalisieren. Hierzu w\u00fcrden sich Auslandsaufenthalte w\u00e4hrend der betrieblichen Ausbildung, die Vermittlung von Zusatzqualifikationen, \u00fcberbetriebliche Module zur Veredelung der einzelbetrieblichen Erstausbildung, aber auch die konsequente Nutzung dualer Studienangebote anbieten, betonte Kocherscheidt. Zugleich gelte es, fl\u00e4chendeckend neue Ans\u00e4tze in der Ausbilderqualifizierung zu etablieren, um die betrieblichen Ausbilder noch umfassender als bisher schon zu qualifizieren. Daher habe die IHK die regionale Ausbilder-Akademie aus der Taufe gehoben. Um zus\u00e4tzliche Projekte im Themenfeld Personalentwicklung zu initiieren und zu f\u00f6rdern, werde die IHK in den kommenden vier Jahren \u00fcber zwei Millionen Euro in Vorhaben zur Fachkr\u00e4ftesicherung investieren. Kocherscheidt: \u201eWir verf\u00fcgen als IHK \u00fcber erhebliches Know-how in diesem Themenfeld. Wir wollen dieses Wissen noch st\u00e4rker vor allem denjenigen kleinen und mittelst\u00e4ndischen Betrieben zur Verf\u00fcgung stellen, die nicht in der betrieblichen Erstausbildung aktiv sind.\u201c<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Unternehmen seien gefordert, machte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt deutlich. Man m\u00fcsse noch fr\u00fcher ansetzen. Im Kern gelte es zun\u00e4chst, die allgemein bildenden Schulen zur Wahrnehmung ihrer wesentlichen Aufgaben zu bef\u00e4higen und insbesondere den \u00dcbergang von der Schule in den Beruf noch wirkungsvoller zu gestalten. Die IHK mache sich daf\u00fcr stark, l\u00e4nder\u00fcbergreifende Schulstandards zu definieren, die zwischen Kiel und Konstanz ein halbwegs vergleichbares Leistungsniveau sicherstellten \u2013 f\u00fcr den Unterricht, auch f\u00fcr die Pr\u00fcfungen und selbstverst\u00e4ndlich ebenfalls im Bereich der Berufsorientierung.<\/p>\n<p>Mockenhaupt: \u201eJe st\u00e4rker die Internationalisierung des Wirtschaftsgeschehens voranschreitet, desto schwerer werden die gegebenen f\u00f6deralistischen Strukturen zu vermitteln sein. Man kann keinem vern\u00fcnftigen Menschen erkl\u00e4ren, dass es in der Bundesrepublik 16 unterschiedliche Schulministerien gibt.\u201c Der gegebene f\u00f6derale Staatsaufbau vergeude Effizienzpotentiale. Die Verantwortlichkeiten zwischen Bund, L\u00e4ndern und Kommunen m\u00fcssten neu justiert werden. Der F\u00f6deralismus behindere schul- und bildungspolitische Notwendigkeiten statt sie zu bef\u00f6rdern. Die derzeitige Finanzierungspraxis im Bildungswesen sei suboptimal. In weiten Teilen m\u00fcssten die Bundesl\u00e4nder bereits heute europ\u00e4ische F\u00f6rderprogramme zur Finanzierung bildungsbezogener Vorhaben und Infrastrukturprojekte nutzen, da sie mit ihren eigenen Landeshaushalten an ihre Grenzen stie\u00dfen und durch das Kooperationsverbot eine Finanzierung durch den Bund nicht m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Das Kooperationsverbot in der Bildung sei nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>Zugleich gelte es, die Verantwortlichkeit der Lehrerschaft zu st\u00e4rken. Christian Kocherscheidt: \u201eDie Lehrer m\u00fcssen wieder in die Lage versetzt werden, das zu tun, wof\u00fcr sie bezahlt werden, n\u00e4mlich unterrichten. Dies jedoch geht nur, wenn man die Schule weitgehend von ihr heute auferlegten Erziehungspflichten entbindet oder aber indem man sie in die Lage versetzt, diese Erziehungsaufgaben auch tats\u00e4chlich erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Auch der \u00dcbergang von der Schule in den Beruf m\u00fcsse noch wirkungsvoller gestaltet werden. Das \u00dcbergangssystem trage seinen Namen zu Unrecht. Der Begriff f\u00fchre in die Irre. Ein System zeichne sich durch eine spezifische Ordnung aus, von Ordnung jedoch k\u00f6nne in diesem \u201eSystem\u201c nach wie vor nicht die Rede sein. Weniger w\u00e4re hier mehr. Kocherscheidt: \u201eDer Ma\u00dfnahme-Dschungel muss endlich konsequent gelichtet werden. Zugleich sind die \u00fcberbetrieblichen Lehrwerkst\u00e4tten noch intensiver in die Berufsschulorientierung einzubinden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVolle Auftragsb\u00fccher nutzen \u00fcberhaupt nichts, wenn man nicht \u00fcber das Personal verf\u00fcgt, das die Auftr\u00e4ge abarbeiten kann. Die Zahl der Schulabg\u00e4nger sinkt, die Studierneigung steigt&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1817","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ausbildung"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1817","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1817"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1817\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1818,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1817\/revisions\/1818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}