{"id":17975,"date":"2020-03-19T12:23:02","date_gmt":"2020-03-19T11:23:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=17975"},"modified":"2020-03-19T12:23:02","modified_gmt":"2020-03-19T11:23:02","slug":"bis-zu-57-milliarden-euro-mehr-fuer-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/bis-zu-57-milliarden-euro-mehr-fuer-unternehmen\/","title":{"rendered":"Bis zu 57 Milliarden Euro mehr f\u00fcr Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p class=\"HeroArticle_lead\">Um zu verhindern, dass gesunde Unternehmen in der Corona-Krise pleitegehen, hilft der Staat mit Krediten aus. Doch neben Finanzspritzen sollte die Regierung auch einen Blick auf das Steuerrecht werfen: Der Fiskus rechnet mit veralteten Zinss\u00e4tzen, von denen Anleger heutzutage nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Die Unternehmen m\u00fcssen dadurch fiktive Gewinne versteuern, die mit der Realit\u00e4t wenig zu tun haben, so das <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Institut der deutschen Wirtschaft (IW)<\/a> in K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Auftr\u00e4ge fallen weg, Lieferungen kommen nicht an und Mitarbeiter m\u00fcssen zuhause bleiben: Viele Firmen in Deutschland, die bis vor kurzem noch gut liefen, f\u00fcrchten nun um ihre Existenz. Der Coronavirus hat die deutsche Wirtschaft in einen Ausnahmezustand versetzt. Die Bundesregierung springt nun mit unbegrenzten Krediten ein, damit kein Unternehmen pleitegeht. Doch nicht nur Kredite k\u00f6nnen helfen: Auch ein aufmerksamer Blick auf das Steuerrecht kann sich lohnen, denn hier wird ungerechtfertigt Geld entzogen.<\/p>\n<p>Beispiel Pensionsr\u00fcckstellungen: Diese sollen zuk\u00fcnftige und bereits zugesicherte Betriebsrenten von Mitarbeitern finanzieren. Der Gesetzgeber geht im Steuerrecht unverdrossen von einem Zinsniveau von sechs Prozent aus, was fernab jeder Realit\u00e4t ist \u2013 seit 40 Jahren gilt dieser Satz. Nach dem Handelsrecht, an das sich die meisten Unternehmen in Deutschland halten m\u00fcssen, wird dagegen ein Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre berechnet \u2013 das entspricht einem Zinssatz von 2,7 Prozent und daher deutlich mehr der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Je niedriger der Zinssatz ist, desto mehr Pensionsr\u00fcckstellungen m\u00fcssen Unternehmen f\u00fcr Betriebsrente bilden. Nach dem Handelsrecht w\u00e4ren die erforderlichen Pensionsr\u00fcckstellungen also h\u00f6her als nach dem Steuerrecht \u2013 schlie\u00dflich dauert es bei einem Zinssatz von 2,7 Prozent l\u00e4nger, die erforderliche Summe zusammenzusparen als bei einem Zinssatz von sechs Prozent. F\u00fcr die Unternehmen hat das weitreichende Folgen: Nicht alle handelsrechtlichen, also \u00f6konomisch notwendigen Pensionsr\u00fcckstellungen, k\u00f6nnen steuerlich ber\u00fccksichtigt werden. Sie k\u00f6nnen nicht als Aufwand vom Gewinn abgezogen werden. Dadurch zahlen die Firmen Steuern auf Gewinne, die es f\u00fcr sie gar nicht gibt.<\/p>\n<div class=\"container-small article-text-container\">\n<div class=\"article-text\">\n<p>\u201eSolange Unternehmen erfolgreich sind und die Wirtschaft floriert, ist das noch zu verkraften\u201c, meint IW-Steuerexperte Tobias Hentze. Schlie\u00dflich zahlt das Finanzamt die zu viel gezahlten Steuern sp\u00e4ter zur\u00fcck. \u201eDoch gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, sind diese zu viel gezahlten Steuern existenzbedrohend\u201c, sagt der Wissenschaftler. Nach IW-Sch\u00e4tzungen w\u00fcrde ein Zinssatz nach Handelsrecht Unternehmen zwischen 48 und 57 Milliarden Euro zus\u00e4tzliche Liquidit\u00e4t bringen. Die Krise bietet eine Chance, der Wirtschaft sofort zu helfen und l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige \u00c4nderungen im Steuerrecht vorzunehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um zu verhindern, dass gesunde Unternehmen in der Corona-Krise pleitegehen, hilft der Staat mit Krediten aus. 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