{"id":1762,"date":"2013-12-20T09:20:06","date_gmt":"2013-12-20T08:20:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1762"},"modified":"2013-12-20T09:20:06","modified_gmt":"2013-12-20T08:20:06","slug":"die-energiewende-muss-neu-justiert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-energiewende-muss-neu-justiert-werden\/","title":{"rendered":"Die Energiewende muss neu justiert werden"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1763\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/VV-Frondel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1763\" class=\"size-medium wp-image-1763\" alt=\"Professor Dr. Manuel Frondel vom Rheinisch-Westf\u00e4lischen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung in Essen machte in seinem Vortrag deutlich, welche \u00c4nderungen f\u00fcr eine erfolgreiche Energiewende erforderlich w\u00e4ren.\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/VV-Frondel-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/VV-Frondel-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/VV-Frondel-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/VV-Frondel.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1763\" class=\"wp-caption-text\">Professor Dr. Manuel Frondel vom Rheinisch-Westf\u00e4lischen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung in Essen machte in seinem Vortrag deutlich, welche \u00c4nderungen f\u00fcr eine erfolgreiche Energiewende erforderlich w\u00e4ren.<\/p><\/div>\n<p>2014 wird die sogenannte Erneuerbare-Energie-Umlage bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde Strom liegen. Das entspricht einer Steigerung von 18 Prozent gegen\u00fcber 2013. Insgesamt summiert sich dieser Aufschlag auf den normalen Strompreis im kommenden Jahr auf 23,6 Milliarden Euro. Davon entfallen alleine 19,4 Milliarden Euro auf die F\u00f6rderung der \u00d6kostromanlagen. F\u00fcr einen normalen Dreipersonenhaushalt bedeutet dies im Schnitt zus\u00e4tzliche Kosten von rund 300 Euro. Und f\u00fcr 2015 ist bereits heute eine EEG-Umlage von 7 Cent angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Steigen die Kosten f\u00fcr die Energiewende in Deutschland weiter ins Uferlose? L\u00e4sst sich dieser Entwicklung noch Einhalt gebieten? Welche \u00c4nderungen w\u00e4ren notwendig, um das Projekt Energiewende doch noch zu einem Erfolg werden zu lassen? Diese Fragen standen jetzt im Mittelpunkt einer Vortragsveranstaltung der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein im Haus der Siegerl\u00e4nder Wirtschaft in Siegen. Referent des Abends war Professor Dr. Manuel Frondel vom Rheinisch-Westf\u00e4lischen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung in Essen. Er leitet seit 2003 den Kompetenzbereich \u201eUmwelt und Ressourcen\u201c beim RWI. Seit 2009 ist er zudem Professor f\u00fcr Energie\u00f6konomik und angewandte \u00d6konometrie an der Ruhruniversit\u00e4t Bochum.<\/p>\n<p>\u201eDie Industrieunternehmen in Deutschland zahlten 2013 mehr als sechs Milliarden Euro f\u00fcr die \u00d6kostromumlage. Hinzu kamen noch einmal vier Milliarden Euro von Seiten des Handels, des Gewerbes und der Dienstleistungsbranche. Diese zus\u00e4tzlichen Kosten haben gravierende Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbssituation der Unternehmen. Zwischen 2007 und 2012 sind die Stromkosten allein in der Industrie um rund 45,5 Prozent gestiegen. Aus meiner Sicht kann das so nicht weitergehen. Auch wenn das Ziel ein ehrenwertes ist, n\u00e4mlich durch die Reduzierung konventioneller Energieerzeugung die Umwelt zu entlasten und den Klimawandel zu begrenzen, ist weder die Organisation des Vorhabens noch die Umsetzung wirklich durchdacht. Was n\u00fctzt beispielsweise ein Windpark in der Nordsee mit vielen Megawatt an Leistung, wenn die Leitungen fehlen, um die erzeugte Energie zu den Verbrauchern zu schaffen. Und trotzdem muss jeder von uns \u00fcber die EEG-Umlage f\u00fcr diesen Windpark mitbezahlen\u201c, machte Dipl.-Ing J\u00f6rg Dienenthal, Vorsitzender der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein in seiner Begr\u00fc\u00dfung deutlich.<\/p>\n<p>Erhebliche Nachteile f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland bef\u00fcrchtet auch Professor Manuel Frondel, wenn das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht grundlegend \u00fcberarbeitet wird. Seit der Einf\u00fchrung des EEG im Jahr 2000 habe sich der Anteil des \u00d6kostroms an der Gesamtstromerzeugung in der Bundesrepublik verdreifacht. Dabei ist der \u201egr\u00fcne Strom\u201c f\u00fcr die Verbraucher immer teurer geworden. Das liegt nach Ansicht von Professor Frondel vor allem daran, \u201edass wir mit der Photovoltaik die teuerste Form der \u00d6kostromerzeugung massiv ausgebaut haben.\u201c Die Zahlungsverpflichtungen hierf\u00fcr belaufen sich inzwischen auf rund 108 Milliarden Euro \u201eund ein Ende der Kostenspirale ist derzeit noch nicht absehbar.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Windstrom hingegen seien bislang nur Zahlungsverpflichtungen von 30 Milliarden Euro aufgelaufen. Diese Form der alternativen Energieerzeugung sei wesentlich effizienter und kosteng\u00fcnstiger als die Photovoltaik, die Offshore-Windparks ausgenommen.<\/p>\n<p>Um die Kosten der Energiewende langfristig in den Griff zubekommen und den wirtschaftlich wenig sinnvollen weiteren Ausbau der Photovoltaik zu beenden, bef\u00fcrwortet er ein Moratorium. \u201eWir w\u00fcrden damit die Zeit gewinnen, um das ganze System neu zu justieren und zukunftsfest zu machen. Wenn wir den Ausbau aber so weiter betreiben, wie bisher, produzieren wir immer gr\u00f6\u00dfere Mengen an Strom, den auch im Ausland keiner will, der den Verbrauchern immer h\u00f6here Kosten aufb\u00fcrdet und der in letzter Konsequenz den gesamten Energiemarkt in Europa zerst\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p>Es sei doch absurd, so Professor Frondel weiter, \u201edass wir sogar noch daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen, wenn wir unseren \u00fcbersch\u00fcssigen gr\u00fcnen Strom ins Ausland liefern wollen.\u201c Immer, wenn die Sonne scheine, gehe der Strompreis an der B\u00f6rse in den Keller, weil die Photovoltaikanlagen Unmengen davon produzierten. \u201eGleichzeitig m\u00fcssen wir konventionelle Kraftwerke in gleicher Gr\u00f6\u00dfenordnung vorhalten, weil ja beispielsweise in der Nacht die Sonne nicht scheint.\u201c<\/p>\n<p>Um die Kostenbelastung f\u00fcr die Verbraucher k\u00fcnftig zu d\u00e4mpfen, sollte deshalb nach Ansicht von Professor Frondel auf ein kosteneffizientes Quotensystem umgestiegen werden. Dabei m\u00fcssten die Versorger eine gr\u00fcne Quote einhalten, indem sie selbst in Erneuerbare investieren oder Gr\u00fcnstromzertifikate kaufen. Produzenten von gr\u00fcnem Strom erzielten Einnahmen aus zwei Quellen: Durch Verkauf von Gr\u00fcnstromzertifikaten und durch Verkauf des gr\u00fcnen Stroms am Markt. \u201eGr\u00fcn\u00adstromproduzenten haben so einen Anreiz, sich nach der Nachfrage zu richten. Dies vermeidet zus\u00e4tzliche Ineffizienzen\u201c, ist Professor Frondel \u00fcberzeugt. F\u00fcr die bestehenden Anlagen m\u00fcsse es einen Bestandsschutz geben.<\/p>\n<p>Das Quotenmodell sei zudem kosteneffizient, weil zur Erreichung der Quote die\u00a0 kosteng\u00fcnstigsten Technologien am jeweils optimalen Standort eingesetzt w\u00fcrden. Es k\u00f6nnte auf die gesamte EU ausgeweitet werden, um Standortvorteile auszunutzen: Solarstrom w\u00fcrde dann vor allem in s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern produziert. Und es spare Kosten, weil es die punktgenaue Erreichung der Erneuerbaren-Ziele erlaube.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2014 wird die sogenannte Erneuerbare-Energie-Umlage bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde Strom liegen. Das entspricht einer Steigerung von 18 Prozent gegen\u00fcber 2013. 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