{"id":17354,"date":"2020-02-04T15:51:28","date_gmt":"2020-02-04T14:51:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=17354"},"modified":"2020-02-05T11:27:26","modified_gmt":"2020-02-05T10:27:26","slug":"sicher-unterwegs-mit-produkten-made-im-sauerland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/sicher-unterwegs-mit-produkten-made-im-sauerland\/","title":{"rendered":"Sicher unterwegs \u2013 mit Produkten made im Sauerland"},"content":{"rendered":"<p>Ein Autounfall ist immer eine schlimme Sache. Wie beruhigend ist es dann zu wissen, dass man in den aktuellen Fahrzeugen mit modernster Technik vor dem Schlimmsten gesch\u00fctzt ist \u2013 zum Beispiel durch ein Sto\u00dff\u00e4ngersystem, das den Frontalzusammensto\u00df mit einem anderen Fahrzeug abmildert oder eine Karosserie, die auch beim Seitenaufprall die Insassen nicht zusammenquetscht.<\/p>\n<p>Solche Teile stellt der Sauerl\u00e4nder Automobilzulieferer KIRCHHOFF Automotive in Attendorn und Iserlohn her. Und das sehr erfolgreich: In 84% aller 2018 in Deutschland gebauten PKW ist mindestens ein Teil enthalten, das das Unternehmen produziert hat. Rechnet man leichte Nutzfahrzeuge hinzu, sind es sogar 94%. \u201eVor 20 Jahren habe ich mir das nicht vorgestellt. Diese Zahl zeigt, dass wir ein gut ausbalanciertes Kundenportfolio haben und dass auch der Mix der Carlines stimmt\u201c, sagt J. Wolfgang Kirchhoff, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von KIRCHHOFF Automotive.<\/p>\n<p>Die Herausforderung bei der Produktion dieser sch\u00fctzenden Teile ist, dass sie an den richtigen Stellen stabil und fest bzw. leicht und flexibel sind. Noch dazu sollten sie ein m\u00f6glichst geringes Gewicht haben und vergleichsweise kosteng\u00fcnstig in der Herstellung sein. \u201eDas erreichen wir durch das Pressh\u00e4rte-Verfahren. Dabei werden d\u00fcnne Bleche geh\u00e4rtet, um trotz geringer Materialst\u00e4rke hohe Festigkeiten zu erreichen\u201c, erkl\u00e4rt Thomas Lozinski, Leiter Hot Forming &amp; Trailer Systems. Platinen werden in einem gasbeheizten Rollenherdofen auf \u00fcber 860 \u00b0C erhitzt. Anschlie\u00dfend werden sie mittels wassergek\u00fchltem Werkzeug abgeschreckt und auf einer Presse mit 1.200 to Presskraft umgeformt. Dadurch bildet sich das sehr harte Martensit aus. Beim sogenannten partiellen Pressh\u00e4rten werden Teilbereiche der Platinen nach dem Aufheizen, jedoch vor dem Pressh\u00e4rten wieder abgek\u00fchlt. In diesen Bereichen bildet sich beim anschlie\u00dfenden Pressh\u00e4rten kein Martensit aus, wodurch sie sich im Fall eines Crashs verformen k\u00f6nnen und Crashenergie absorbieren. \u201eNachteile sind, dass das Verfahren sehr aufwendig und kostenintensiv ist\u201c, sagt Thomas Lozinski. KIRCHHOFF Automotive hat aktuell f\u00fcnf Pressh\u00e4rte-Anlagen: zwei in Iserlohn, eine in Gliwice\/Polen, zwei in Esztergom\/Ungarn und eine in Ovar\/Portugal.<\/p>\n<div id=\"attachment_17358\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Technical-Development_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-17358\" class=\"size-medium wp-image-17358\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Technical-Development_WEB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Technical-Development_WEB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Technical-Development_WEB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Technical-Development_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-17358\" class=\"wp-caption-text\">Die Ingenieure und Techniker von KIRCHHOFF Automotive erforschen und entwickeln Produktinnovationen und Technologien f\u00fcr komplexe Komponenten, mit denen die Kunden ihre zuk\u00fcnftigen Fahrzeugmodelle verwirklichen k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n<p>Zwar ist bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen der Einfluss des Fahrzeuggewichts auf den Energieverbrauch geringer als bei Verbrennerfahrzeugen. \u201eTrotzdem ist Leichtbau wichtig, um Fahrdynamik und\u00a0 Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Man muss versuchen, nicht nur alternative Materialien zu verwenden, sondern beim Entwurf des Fahrzeugs alternative konzeptionelle Strukturen zu entwickeln\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Christoph Wagener, Leiter Forschung und Entwicklung.<\/p>\n<p>Seit 2007 betreibt KIRCHHOFF Automotive ein Entwicklungszentrum in Attendorn. Hier arbeitet man sehr eng mit den Fahrzeugherstellern zusammen. \u201eDie Hersteller geben vieles vor, das wir bei der Entwicklung von Teilen ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen, z. B. den Bauraum (das ist der geometrische Raum mit den Anbindungspunkten zu den angrenzenden Bauteilen) sowie eine Beschreibung, was das Teil k\u00f6nnen muss. Wir m\u00fcssen mit unserem Konzept diese Leistungsanforderungen erf\u00fcllen\u201c, so Christoph Wagener. Sein Team erstellt zun\u00e4chst einen konstruktiven Entwurf als dreidimensionales Modell. \u201eAuf Basis dieses Modells f\u00fchren wir verschiedene Berechnungen durch. Wenn die Simulation zeigt, dass das Produkt theoretisch funktioniert und herstellbar ist, bauen wir Prototypen f\u00fcr Versuche wie z. B. Crashtests. Bis die Teile dann serienm\u00e4\u00dfig in Autos verbaut werden, durchlaufen sie mehrere Bauphasen. Das dauert ca. 2-3 Jahre\u201c, erkl\u00e4rt Christoph Wagener.<\/p>\n<p>Die KIRCHHOFF Gruppe geht zur\u00fcck auf das Unternehmen Stephan Witte, das 1785 zur Produktion von N\u00e4hnadeln gegr\u00fcndet wurde. KIRCHHOFF Automotive ist der gr\u00f6\u00dfte Gesch\u00e4ftsbereich der Gruppe und ist im letzten Jahr 125 Jahre alt geworden. 1894 wurde in Iserlohn das erste Presswerk gebaut. \u201eDamals sprach man noch von Internationalisierung und wir konnten die zweite gro\u00dfe Welle mitmachen, die auf die Iberische Halbinsel und nach Osteuropa zog. Dort entwickelten wir eine sehr starke Position und danach folgten die n\u00e4chsten Schritte nach Asien und Nordamerika \u2013 es war insgesamt ein gesteuerter Prozess. Wir arbeiten im Ausland immer mit lokalen Management-Teams, haben aber gleichzeitig hier in der Zentrale immer f\u00fcr motivierte, qualifizierte und begeisterungsf\u00e4hige Mitarbeitende gesorgt, die dann gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland gro\u00dfe Projekte erfolgreich stemmen konnten und eine globale Mannschaft gebildet haben\u201c, erkl\u00e4rt J. Wolfgang Kirchhoff.<\/p>\n<div id=\"attachment_17359\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Arndt-G.-Kirchhoff_J.-Wolfgang-Kirchhoff_Dr.-Johannes-F.-Kirchhoff_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-17359\" class=\"size-medium wp-image-17359\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Arndt-G.-Kirchhoff_J.-Wolfgang-Kirchhoff_Dr.-Johannes-F.-Kirchhoff_WEB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Arndt-G.-Kirchhoff_J.-Wolfgang-Kirchhoff_Dr.-Johannes-F.-Kirchhoff_WEB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Arndt-G.-Kirchhoff_J.-Wolfgang-Kirchhoff_Dr.-Johannes-F.-Kirchhoff_WEB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Arndt-G.-Kirchhoff_J.-Wolfgang-Kirchhoff_Dr.-Johannes-F.-Kirchhoff_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-17359\" class=\"wp-caption-text\">Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Gesellschafter der KIRCHHOFF Gruppe im Werk Iserlohn (v.l.n.r.): Arndt G. Kirchhoff, J. Wolfgang Kirchoff, Dr. Johannes F. Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p>Noch immer im Familienbesitz, f\u00fchrt er das Unternehmen heute gemeinsam mit seinen Br\u00fcdern Arndt G. Kirchhoff und Dr. Johannes F. Kirchhoff. \u201eWir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Unternehmens, an der Produktstrategie, an neuen Technologien und auch an der Organisation \u2013 auch dieser Strategieprozess ist klar gesteuert und die Zielerreichung erfolgt in der Regel wie geplant. Also werden wir weiter wachsen und ein zuverl\u00e4ssiger Partner unserer Kunden sein. Ich sehe klar die Zukunft als Familienunternehmen, so wie es in unseren Visionen und Werten festgeschrieben ist. Auch zu diesem Thema haben wir schon n\u00e4chste Schritte definiert\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Ein aktuelles Projekt des Unternehmens ist ein Crashmanagement-System, das das Team selbst entwickelt und im September auf der IAA in Frankfurt vorgestellt hat. Stellen Sie sich vor, ein gro\u00dfer SUV und ein Kleinwagen sto\u00dfen frontal aufeinander. In den meisten F\u00e4llen sind die Insassen des Kleinwagens viel st\u00e4rker gef\u00e4hrdet als die des SUV, denn der Kleinwagen muss die meiste Energie des Aufpralls aufnehmen. Deshalb sollen gro\u00dfe Fahrzeuge nicht nur die eigenen Insassen bei einem Crash sch\u00fctzen, sondern durch entsprechende Energieverteilung auch die des Unfallgegners. Inwieweit das gegeben ist, beurteilt das europ\u00e4ische Neuwagen-Bewertungsprogramm Euro NCAP ab 2020 mit dem MPDB Verfahren: Bei diesem Crashtext f\u00e4hrt das zu bewertende Fahrzeug gegen einen Barrierewagen. Das Crashmanagement-System von KIRCHHOFF Automotive ist nach diesem neuen Verfahren ausgelegt und bietet mehr Sicherheit f\u00fcr alle Beteiligten.\u00a0Wenn man also doch mal einen Unfall hat, ist man mit Teilen von KIRCHHOFF Automotive jederzeit gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Text und Fotos: <a href=\"https:\/\/www.kirchhoff-automotive.com\/de\/?no_cache=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KIRCHHOFF Automotive<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Autounfall ist immer eine schlimme Sache. 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