{"id":17209,"date":"2020-01-22T12:44:26","date_gmt":"2020-01-22T11:44:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=17209"},"modified":"2020-01-22T13:36:04","modified_gmt":"2020-01-22T12:36:04","slug":"die-wachstumsstaerkste-industrieregion-in-nrw-schwaechelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-wachstumsstaerkste-industrieregion-in-nrw-schwaechelt\/","title":{"rendered":"Die wachstumsst\u00e4rkste  Industrieregion in NRW schw\u00e4chelt"},"content":{"rendered":"<p>S\u00fcdwestfalen ist nach einer Untersuchung der NRW Bank die wachstumsst\u00e4rkste Region in Nordrhein-Westfalen. Siegen-Wittgenstein leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Und dennoch schw\u00e4chelt sie. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen e.V. (VdSM), die traditionell am Ende eines Jahres durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Diesmal haben sich rund ein Viertel der Mitgliedsunternehmen an der Umfrage beteiligt. Sie beurteilten beispielsweise ihre Gesch\u00e4ftslage deutlich schlechter als noch 2018. Lediglich 24 Prozent antworteten mit \u201egut\u201c. 2018 waren das noch 47 Prozent. 60 Prozent gaben \u201ebefriedigend\u201c an und 16 Prozent \u201eschlecht\u201c. Hier haben sich die Bewertungen deutlich in den Bereich \u201ebefriedigend\u201c bis \u201eschlecht\u201c verschoben.<\/p>\n<p>Eine vergleichbare Entwicklung ergibt sich bei den Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr 2020, wenn auch nicht ganz so stark wie bei der aktuellen Gesch\u00e4ftslage. 16 Prozent der Unternehmen, die sich an unserer Umfrage beteiligt haben, erwarten f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate eine bessere Gesch\u00e4ftsentwicklung. 56 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Gesch\u00e4ftsentwicklung aus und 28 Prozent, \u00fcber ein Viertel, rechnen mit einer Verschlechterung. Im Vergleich zu den Ergebnissen von 2018 haben sich die Werte zwar nicht gravierend verschlechtert, aber sie zeigen deutlich eine Tendenz ins Negative.<\/p>\n<p>\u201eDas wird noch klarer, wenn wir uns die Auftragslage und die entsprechenden Erwartungen f\u00fcr 2020 anschauen\u201c, unterstreicht Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VdSM. Insbesondere bei den Auftr\u00e4gen aus dem Inland gibt es im Vergleich zu 2018 einen deutlichen R\u00fcckgang. Antworteten 2018 noch 41 Prozent der Unternehmen mit \u201egut\u201c sind es aktuell nur noch 24 Prozent, also fast die H\u00e4lfte. Gleiches gilt umgekehrt f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung \u201eschlecht\u201c. Hier haben 2018 12 Prozent geantwortet, aktuell hat sich dieser Wert auf 24 Prozent verdoppelt. Gl\u00fccklicherweise sind die Ausschl\u00e4ge beim Export nicht ganz so gro\u00df, obwohl auch hier inzwischen fast doppelt soviel Unternehmen mit \u201eschlecht\u201c geantwortet haben, wie noch in 2018. \u201eIn Abstimmung mit METALL NRW haben wir diesmal auch die Erwartungen zur Auftragslage in den n\u00e4chsten sechs Monaten abgefragt. Hier gehen \u00fcber ein Drittel von einer Verschlechterung aus, bei den Auslandsorders sogar 40 Prozent.\u201c<\/p>\n<p>Das alles wirkt sich nat\u00fcrlich auf die Ertragslage der Unternehmen aus und damit zwangsl\u00e4ufig auch auf die Investitionen. Die aktuelle Ertragslage hat sich im Vergleich zu 2018 deutlich verschlechtert. Die Ertragserwartungen f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate sind zur\u00fcckhaltend und die Investitionsbereitschaft ist entsprechend gesunken.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise hat das bislang noch keine gr\u00f6\u00dferen Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigung. \u201eDie Zahlen unserer aktuellen Umfrage korrespondieren weitgehend mit den Ergebnissen von 2018\u201c, so Dr. Doublet weiter. \u201eAllerdings planen die Unternehmen mit weniger Neueinstellungen und wir haben f\u00fcr die kommenden sechs Monate einen steigenden Trend bei den Entlassungen. Kurzarbeit ist auch wieder vermehrt ein Thema.\u201c<\/p>\n<p>Leider setzt sich dieser Trend inzwischen auch bei der Entwicklung der Ausbildungspl\u00e4tze weiter fort. Rund ein Viertel der Unternehmen planen 2020 eine Reduzierung. Allerdings gehen immer noch 76 Prozent von einem unver\u00e4nderten Angebot aus. \u201eDas zeigt, dass unsere Unternehmen langfristig denken und handeln, denn der Fachkr\u00e4ftemangel ist nach wie vor ein Thema in unserer Branche und wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verst\u00e4rken\u201c, res\u00fcmiert der Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die negative Konjunkturentwicklung seien vielf\u00e4ltig. &#8222;Die Verunsicherung in unserer Wirtschaft und Gesellschaft hat deutlich zugenommen. Ich nenne in diesem Zusammenhang nur die Schlagworte Energiewende, Klimawandel und Digitalisierung. Hinzu kommen die weltpolitischen Entwicklungen, die vielen Krisenherde, ganz aktuell im Iran, und die wachsenden Handelsauseinandersetzungen und \u2013beschr\u00e4nkungen.&#8220; Und die Entscheidungen der gro\u00dfen Koalition tr\u00fcgen nicht gerade dazu bei, diese Verunsicherungen zu beseitigen.<\/p>\n<p>Apropos Politik: Die Metall- und Elektroindustrie steht in diesem Jahr vor einer bedeutenden Tarifrunde. Dabei geht es nicht nur um mehr Geld f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten oder mehr Urlaub oder flexiblere Arbeitsbedingungen. Es geht vielmehr auch um die Tarifpolitik der Zukunft und den Fl\u00e4chentarif. &#8222;Wir haben bereits nach der letzten Verhandlungsrunde mit der IG Metall feststellen m\u00fcssen, dass die \u00fcberaus komplexen Vereinbarungen in vielen unserer Mitgliedsunternehmen f\u00fcr Unverst\u00e4ndnis und Unmut gesorgt haben, ebenso wie deren Umsetzung. Deshalb appellieren wir an die Gewerkschaft, in der kommenden Tarifrunde den Bogen nicht zu \u00fcberspannen. Wir stehen vor enormen Herausforderungen alleine durch die Digitalisierung. Da w\u00e4re eine Erosion des Fl\u00e4chentarifs aufgrund von \u00fcberzogenen Forderungen, die nat\u00fcrlich auch immer entsprechende Erwartungen wecken, kontraproduktiv. Wir haben hier in Siegen-Wittgenstein ein gutes und konstruktives Miteinander mit der Gewerkschaft, wenn es darum geht, betriebliche Probleme sowohl im Sinne der Besch\u00e4ftigten wie auch im Interesse der Unternehmen zu l\u00f6sen. Eine solche Herangehensweise w\u00fcnschen wir uns auch f\u00fcr die anstehenden Tarifverhandlungen auf Landes- und Bundesebene&#8220;, unterstreicht Dr. Doublet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcdwestfalen ist nach einer Untersuchung der NRW Bank die wachstumsst\u00e4rkste Region in Nordrhein-Westfalen. Siegen-Wittgenstein leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Und dennoch schw\u00e4chelt sie. 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