{"id":16978,"date":"2019-12-20T11:28:55","date_gmt":"2019-12-20T10:28:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16978"},"modified":"2019-12-20T11:28:55","modified_gmt":"2019-12-20T10:28:55","slug":"wirtschaft-fordert-zusaetzliche-flaechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wirtschaft-fordert-zusaetzliche-flaechen\/","title":{"rendered":"Wirtschaft fordert zus\u00e4tzliche Fl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>Der heimischen Wirtschaft in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und im M\u00e4rkischen Kreis fehlen fast 700 Hektar an Gewerbe- und Industriefl\u00e4chen. Abhilfe soll der neue Regionalplan schaffen, dessen Fortschreibung nunmehr ansteht. Er gibt den Rahmen vor, wo k\u00fcnftig Fl\u00e4chen f\u00fcr Industrie und Gewerbe entwickelt werden k\u00f6nnen. Um die konkreten Bedarfe zu ermitteln, wurde ein renommiertes Planungsb\u00fcro damit beauftragt, in zwei zeitlich versetzt durchgef\u00fchrten Gutachten die Situation f\u00fcr den M\u00e4rkischen Kreis (Zeithorizont 2035) einerseits und die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe (Zeithorizont 2040) andererseits eingehend zu untersuchen. In enger Abstimmung mit den St\u00e4dten und Gemeinden wurden Suchr\u00e4ume f\u00fcr m\u00f6gliche neue Industrie- und Gewerbegebiete ausgemacht. Naturschutzrechtliche Vorgaben wurden dabei ebenso ber\u00fccksichtigt wie interkommunale Ans\u00e4tze. Die in zwei Gewerbefl\u00e4chenkonzepten zusammengefassten Ergebnisse wurden in den kommunalen Gremien beraten und fu\u00dfen damit auf einem breiten kommunalen Konsens.<\/p>\n<p>\u201eDie beiden Fl\u00e4chenkonzepte bilden den Kern des Fachbeitrages. Mit ihm stellt die regionale Wirtschaft eine wertvolle Grundlage f\u00fcr die Arbeit der Regionalplanungsbeh\u00f6rde bereit, f\u00fcr die nicht viel Zeit bleibt. Nicht immer mehr Fl\u00e4chen sind das Ziel, sondern ein ausk\u00f6mmliches Ma\u00df geeigneter Fl\u00e4chen. Gerade einmal 1,5 % der Gesamtfl\u00e4che in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe werden durch Industrie und Gewerbe beansprucht, landesweit sind es 2,2 %. Obwohl wir zu den industriest\u00e4rksten Regionen in Nordrhein-Westfalen geh\u00f6ren, nutzen wir deutlich weniger Fl\u00e4che\u201c, hebt Klaus Gr\u00e4bener, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), hervor. In einem gemeinsamen Schreiben haben die IHK Siegen und die SIHK zu Hagen sowie die Handwerkskammer S\u00fcdwestfalen den Fachbeitrag an den Regierungspr\u00e4sidenten \u00fcbermittelt und bitten um wohlwollende Pr\u00fcfung und Unterst\u00fctzung der hierin zusammengefassten Argumente und Anliegen.<\/p>\n<p>Konkret fordert die Wirtschaft, auf Basis der Gutachten zus\u00e4tzliche Fl\u00e4chen f\u00fcr Gewerbe und Industrie von 180 Hektar f\u00fcr den M\u00e4rkischen Kreis, 208 Hektar f\u00fcr den Kreis Olpe und 300 Hektar f\u00fcr den Kreis Siegen-Wittgenstein bereitzustellen. Zu den Besonderheiten, die bei der Ausweisung neuer Fl\u00e4chen f\u00fcr die Wirtschaft zu ber\u00fccksichtigen sind, geh\u00f6rt das hohe Ma\u00df an r\u00e4umlichen Einschr\u00e4nkungen, wie engen Tal- oder Hanglagen. \u201eViele Fl\u00e4chen k\u00f6nnen nur zu einem geringen Teil tats\u00e4chlich industriell-gewerblich genutzt werden. Untersuchungen zu 24 ausgewiesenen Bereichen f\u00fcr gewerblich-industrielle Nutzung haben gezeigt, dass am Ende vor Ort durchschnittlich gerade einmal 67 % der Fl\u00e4che tats\u00e4chlich genutzt werden k\u00f6nnen. Ungleiches muss vor diesem Hintergrund auch ungleich behandelt werden. Deshalb halten wir es f\u00fcr sachgerecht, zielf\u00fchrend und dringend erforderlich, den errechneten Fl\u00e4chenbedarf mit einem Planungszuschlag von 20 % zu versehen\u201c, betont Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der S\u00fcdwestf\u00e4lischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK).<\/p>\n<p>Ausgleichsfragen f\u00fcr die Nutzung bisherigen Freiraums m\u00fcssen k\u00fcnftig st\u00e4rker als bisher vor dem Hintergrund der tats\u00e4chlichen Gegebenheiten vor Ort diskutiert werden. Das bedeutet unter anderem: Wo Waldreichtum vorherrscht, darf es kein Tabu sein, Wald in Anspruch zu nehmen. Dies umso mehr, als offene Landschaft (Landwirtschaft) immer wichtiger wird. Der reine Ausgleich im Fl\u00e4chenverh\u00e4ltnis sollte durch qualitativ hochwertigere, \u00f6kologisch sinnvollere Ma\u00dfnahmen (auch an anderen Orten) erg\u00e4nzt werden, wenn dort ein gr\u00f6\u00dferer \u00f6kologischer Effekt m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>In dem Fachbeitrag halten die beiden IHKs und die Handwerkskammer S\u00fcdwestfalen auch fest, dass die Wirtschaft offen f\u00fcr realistische M\u00f6glichkeiten ist, k\u00fcnftige Gewerbe- und Industriegebiete fl\u00e4chensparend zu gestalten und dabei regenerative Energieformen mitzudenken. Au\u00dferdem k\u00f6nnten etwaige \u00dcberh\u00e4nge an Wohnbaufl\u00e4chen dort, wo es m\u00f6glich ist, entsprechend der demografischen Entwicklung verringert werden. Freiraum k\u00f6nnte so geschont und der besondere regionale Bedarf an Industrie- und Gewerbefl\u00e4chen zus\u00e4tzlich gerechtfertigt werden. Ferner regt die Wirtschaft an, die Wohnbaufl\u00e4chenbedarfe \u00e4hnlich dem Gewerbefl\u00e4chenmonitoring regelm\u00e4\u00dfig zu pr\u00fcfen und anzupassen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr das Handwerk sind zus\u00e4tzliche Fl\u00e4chen unverzichtbar. \u201eDas Handwerk wird im Zuge der \u00d6konomie 4.0 immer mehr zu einem unmittelbaren Glied der digitalisierten Wertsch\u00f6pfungskette auch \u00fcber den regionalen Bereich hinaus. Neben der Verf\u00fcgbarkeit leistungsf\u00e4higer Datennetze erfordert die Fortentwicklung des Handwerks, dass schwerpunktm\u00e4\u00dfig kleine und mittelgro\u00dfe Gewerbefl\u00e4chen weiterhin verf\u00fcgbar bleiben, in geringerem Ma\u00df auch gro\u00dfe Fl\u00e4chen\u201c, unterstreicht Meinolf Niemand, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Handwerkskammer S\u00fcdwestfalen.<\/p>\n<p>Neben den beiden Gewerbefl\u00e4chenkonzepten beschreibt der Fachbeitrag auch, wie sich weitere Faktoren auf die Fl\u00e4chenbedarfe auswirken, darunter die aktuellen und absehbaren Entwicklungen in den Bereichen Verkehr und Logistik, Energieversorgung, Gigabitinfrastruktur, Einzelhandel und Rohstoffsicherung. F\u00fcr den Tourismus legten der Sauerlandtourismus e.V. und der Touristikverband Siegerland-Wittgenstein e.V. unl\u00e4ngst einen eigenen Fachbeitrag zur Regionalplanfortschreibung vor.<\/p>\n<p>Infos: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heimischen Wirtschaft in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und im M\u00e4rkischen Kreis fehlen fast 700 Hektar an Gewerbe- und Industriefl\u00e4chen. 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