{"id":1689,"date":"2013-10-10T10:46:35","date_gmt":"2013-10-10T08:46:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1689"},"modified":"2013-10-10T10:46:35","modified_gmt":"2013-10-10T08:46:35","slug":"stotternder-konjunkturmotor-schaltet-einen-gang-hoeher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/stotternder-konjunkturmotor-schaltet-einen-gang-hoeher\/","title":{"rendered":"Stotternder Konjunkturmotor schaltet einen Gang h\u00f6her"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Konjunkturlage-2013.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1690\" alt=\"Konjunkturlage 2013\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Konjunkturlage-2013-300x181.jpg\" width=\"300\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Konjunkturlage-2013-300x181.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Konjunkturlage-2013.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eDer Konjunkturmotor in der Region l\u00e4uft noch nicht in allen Drehzahlbereichen gleichm\u00e4\u00dfig rund. Trotzdem f\u00e4llt die Stimmung in der Wirtschaft gegen\u00fcber dem Jahresanfang sp\u00fcrbar besser aus\u201c, so fasst IHK-Pr\u00e4sident Klaus Vetter die Ergebnisse der j\u00fcngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) zusammen, an der sich rund 550 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligt haben.<\/p>\n<p>Vor allem die Erwartungen f\u00fcr die k\u00fcnftige Entwicklung sind auf breiter Front kr\u00e4ftig angezogen: 27 Prozent aller Unternehmen setzen auf Zuw\u00e4chse. Zu Jahresbeginn sagte das nur jeder F\u00fcnfte. Der Anteil, der die weitere Entwicklung pessimistisch sieht, hat sich von 21 Prozent im Januar auf nun 14 Prozent verringert. Die Unternehmen erwarten in der Mehrzahl nicht nur bessere Gesch\u00e4fte in den kommenden Monaten. Auch die aktuelle Lage wird positiver eingesch\u00e4tzt als zu Jahresbeginn: Knapp jeder dritte Betrieb beurteilt diese gut. Das sind f\u00fcnf Prozentpunkte mehr als im Januar. Der Zahl der Negativurteile ist von 19 Prozent auf 14 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Baubetriebe und die Dienstleister ihre aktuelle wirtschaftliche Situation deutlich positiver einstufen als vor einem halben Jahr, ist die Lageeinsch\u00e4tzung bei Industrie und Gro\u00dfhandel gegen\u00fcber dem Jahresbeginn in etwa unver\u00e4ndert geblieben. Der Einzelhandel meldet leichte Steigerungen. Der stabile Arbeitsmarkt und h\u00f6here Einkommen zeigen hier Wirkung. Die Aussichten sind in allen Wirtschaftszweigen besser geworden. Allein das Baugewerbe nimmt seine Erwartungen zur\u00fcck. Das ist aber saisonal bedingt.<\/p>\n<p>Im Ergebnis steigt der Konjunkturklimaindex, der Lageeinsch\u00e4tzung und Erwartungen aller Wirtschaftszweige zusammenfasst, gegen\u00fcber dem Jahresanfang kr\u00e4ftig von 103 auf 115 Punkte an. Er liegt damit wieder fast auf dem Niveau von Anfang des Jahres 2012. \u201eNach einem holprigen Start nimmt die Konjunktur damit &#8211; sp\u00e4ter als erhofft \u2013 aber nun wieder etwas mehr Fahrt auf\u201c betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt. Wichtige Grundlage f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Zuversicht der Industrie sind unter anderem verbesserte Auftragseing\u00e4nge: Gegen\u00fcber dem Januar melden mehr Betriebe steigende und weniger fallende Tendenzen bei Auftr\u00e4gen aus dem In- und aus dem Ausland. Trotzdem bleiben die Salden aus Positiv- und Negativeinsch\u00e4tzungen noch im Minus.<\/p>\n<p>\u201eEs stehen eben noch nicht alle Ampeln auf Gr\u00fcn\u201c so Mockenhaupt dazu. \u201eZahlreiche Industriebetriebe klagen immer noch \u00fcber zu niedrige Auftragsbest\u00e4nde. Hier sind weitere Verbesserungen dringend notwendig, denn in den ersten Monaten des Jahres entt\u00e4uschte insbesondere das industrielle Inlandsgesch\u00e4ft\u201c. Der Export lief zwar besser, insgesamt waren die positiven Impulse bisher aber noch zu schwach, um die Produktionsauslastung sp\u00fcrbar zu steigern. Nur wenig mehr Betriebe als am Jahresanfang sind in der Spitze voll ausgelastet (37 Prozent). Der Anteil mit Auslastungsgraden von \u00fcber 70 Prozent ist in etwa konstant geblieben.<\/p>\n<p>Die insgesamt besseren Aussichten wirken positiv auf die Investitionsneigung: Deutlich mehr Unternehmen als vor einem halben Jahr wollen mehr investieren. \u201eDer Wermutstropfen folgt aber\u201c, schr\u00e4nkt Mockenhaupt ein. \u201eDie Zahl derer, die weniger investieren wollen, ist ebenfalls angestiegen. Das zeigt einmal mehr: Die Mehrzahl der Betriebe ist zwar positiv eingestellt. Es gibt aber weiter eine kritisch hohe Zahl von Unternehmen, die das Licht am Ende des Tunnels noch nicht sehen\u201c.<\/p>\n<p>Dies passt zu j\u00fcngsten Meldungen, nach denen deutsche Industriekonzerne weltweit einen Abbau von rund 10.000 Stellen planen. Ein Grund daf\u00fcr ist der schwache europ\u00e4ische Automarkt: Im laufenden Jahr wurden in Europa so wenig Neuwagen verkauft, wie seit 1990 nicht mehr. Die nur sehr langsame Erholung in den europ\u00e4ischen Krisenl\u00e4ndern geht aber auch an vielen anderen Industriebranchen nicht spurlos vorbei. Insgesamt l\u00e4uft es daher auch in der heimischen Industrie noch nicht richtig rund. Vor allem das erste Quartal lie\u00df viele W\u00fcnsche offen. Insbesondere f\u00fcr viele stahlnahe Betriebe machte sich die anhaltend schlechte Situation der Stahlindustrie weltweit bemerkbar. Das traf insbesondere Maschinenbaufirmen, die Investitionsg\u00fcter f\u00fcr die Stahlherstellung und \u2013bearbeitung liefern. Auffallend ist die heterogene Lage im Industriesektor: Es gibt nicht nur Unterschiede zwischen den Branchen. Auch innerhalb einzelner Branchen sind diametral gegenl\u00e4ufige Firmenkonjunkturen festzustellen. Der Industrieumsatz bis zum Juli 2013 dokumentiert die bislang unbefriedigende Entwicklung: Im ersten Quartal ging der Umsatz gegen\u00fcber dem Vorjahr um 11,4 Prozent zur\u00fcck. Im zweiten Vierteljahr folgte zwar ein deutlicher Sprung nach vorne. Die Verluste der ersten Monate konnten aber noch nicht aufgeholt werden. Bis einschlie\u00dflich Juli des Jahres lag das Gesamt-Minus noch bei 0,5 Prozent. Vor allem das Inlandsgesch\u00e4ft schw\u00e4chelte bis dato noch mit \u2013 vier Prozent.<\/p>\n<p>Obwohl die Konjunkturzuversicht steigt, bleiben Risiken f\u00fcr die weitere Entwicklung. Das gilt insbesondere f\u00fcr die Automobilindustrie mit den schwachen Absatzm\u00e4rkten in Deutschland und Europa. Viele Unternehmen aus dem IHK-Bezirk sind hier als Zulieferer engagiert. Nicht ohne Risiko ist die Situation f\u00fcr die Maschinenbauer und Walzenhersteller mit N\u00e4he zur Stahlindustrie.<\/p>\n<p>Die Umfrage war nicht unbeeinflusst vom Wahltermin, wurde aber vorher abgeschlossen. Die Unternehmensaussagen zeigen dennoch deutlich, welche Herausforderungen die neue Bundesregierung bew\u00e4ltigen muss: Die Schuldenkrise sehen die Unternehmen als gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die wie auch immer zusammengesetzte neue Regierung. H\u00f6chste Priorit\u00e4t hat auch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die stark energieabh\u00e4ngigen Industrieunternehmen dr\u00e4ngen auf \u00c4nderungen, damit die Stromkosten im Rahmen und die Versorgung gesichert bleiben. F\u00fcr fast zwei Drittel der Unternehmen geh\u00f6rt bezahlbare und sichere Energieversorgung auch ganz oben auf die Agenda der neuen Regierung. In der Industrie ist dieser Anteil sogar noch h\u00f6her. Unabdingbar ist eine Stimulanz der Investitionen. Nach wie vor ist hier die Zur\u00fcckhaltung der Unternehmen viel zu gro\u00df. Die Diskussion im Vorwahlkampf um h\u00f6here Steuern war deshalb nicht geeignet, die Investitionsneigung positiv zu wenden. Im Gegenteil: Die Rede von weiteren Steuererh\u00f6hungen hat viele Unternehmen zur\u00fcckhaltender werden lassen. Deshalb fordern die Betriebe: Finger weg von der Steuerschraube und Fu\u00df auf die Schuldenbremse. Dann l\u00f6st sich hoffentlich die Investitionsblockade.<\/p>\n<p>In der Industrie melden mehr als ein Viertel eine gute Lage, 18 Prozent eine schlechte. 25 Prozent der Industrieunternehmen konnten ihre Ertr\u00e4ge zuletzt verbessern. 27 Prozent beklagen auch Einbu\u00dfen, im Januar waren es aber noch 37 Prozent. Die Inlandsorders zeigen sich deutlich positiver als zu Jahresbeginn. Die Bilanz der Auslandsorders f\u00e4llt etwas besser aus. Die Aufw\u00e4rtsimpulse sorgen f\u00fcr mehr Zuversicht: 28 Prozent der Industriebetriebe erwarten k\u00fcnftig bessere Gesch\u00e4fte, nur noch 15 Prozent schlechtere. Sorgen bereiten die schwachen Auftragseing\u00e4nge der stahlnahen Maschinenbauunternehmen. Das belastet auch die Gesamtkonjunkturlage der Region, da diese Gruppe viele Mitarbeiter stellt und die hiesige Wertsch\u00f6pfungskette stark bestimmt.<\/p>\n<p>In der Bauindustrie l\u00e4uft es richtig rund: 40 Prozent der befragten Betriebe stuft die Lage gut ein, f\u00fcr 60 Prozent ist sie befriedigend. Kein Einziger urteilt schlecht. Zwei von drei Firmen sind zu \u00fcber 85 Prozent ausgelastet. Aus saisonalen Gr\u00fcnden schrauben die Baubetriebe ihre Erwartungen f\u00fcr die Wintermonate aber zur\u00fcck: Nur sieben Prozent der Befragten setzen auf Steigerungen, die Mehrheit von 70 Prozent sieht einen stabilen Verlauf auf derzeit gutem Niveau. 23 Prozent sind skeptischer.<\/p>\n<p>Knapp ein Viertel der Einzelh\u00e4ndler stuft die Lage als gut ein, etwas mehr als im Januar. Der Anteil der Negativurteile ist von 27 Prozent auf 23 Prozent gesunken. Die Situation ist aber uneinheitlich: W\u00e4hrend Textil-, Nahrungsmittel- und Kfz-H\u00e4ndler wenig begeistert sind, verzeichnet der sonstige Einzelhandel unter dem Strich wieder bessere Gesch\u00e4fte. Prinzipiell stehen die Zeichen f\u00fcr den Konsum gut, wie auch der aktuelle GfK-Konsumklima-Index best\u00e4tigt. Im gesamten Einzelhandel steigt die Zuversicht deutlich: Fast ein Viertel der Betriebe setzt auf Zuw\u00e4chse, nur 13 Prozent bef\u00fcrchten Einbu\u00dfen.<\/p>\n<p>Nicht mehr ganz ein Drittel der Gro\u00dfhandelsbetriebe beurteilt die Lage als gut, in etwa wie zuvor stufen sie zehn Prozent als schlecht ein. Die vielen produktionsnahen Gro\u00dfh\u00e4ndler urteilen nicht mehr ganz so gut wie im Januar. Sie sp\u00fcren die zum Teil nicht rund laufenden Gesch\u00e4fte der Industrie. Der konsumnahe Bereich sch\u00e4tzt die Situation hingegen besser ein als zuvor. F\u00fcr die kommenden Monate sind beide Gruppen optimistisch gestimmt: So erwarten deutlich mehr als ein Viertel aller Gro\u00dfh\u00e4ndler Steigerungen, nur zehn Prozent R\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Fast die H\u00e4lfte aller Dienstleister (46 Prozent) sch\u00e4tzt die Lage als gut ein, nur sieben Prozent als schlecht. Alle Teilbranchen melden bessere Gesch\u00e4fte als zum Jahresanfang. Die weitere Entwicklung wird ebenfalls durchgehend zuversichtlicher eingesch\u00e4tzt: So setzt knapp Drittel aller Dienstleister k\u00fcnftig auf Zuw\u00e4chse, nur zw\u00f6lf Prozent sind reserviert.<\/p>\n<p>Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich angesichts des holprigen Konjunkturverlaufes im ersten Halbjahr relativ robust. Mit 5,4 Prozent im September 2013 ist Arbeitslosenquote weiter auf niedrigem Niveau. Die Einstellungsneigung der regionalen Wirtschaft f\u00e4llt \u00fcber alle Zweige hinweg auch schon wieder deutlich besser aus als bei den beiden Vorumfragen. Besonders ausgepr\u00e4gt sind die Pl\u00e4ne zur Neueinstellung im Gro\u00dfhandel und bei den Dienstleistern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Konjunkturmotor in der Region l\u00e4uft noch nicht in allen Drehzahlbereichen gleichm\u00e4\u00dfig rund. 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