{"id":16889,"date":"2019-12-16T14:43:16","date_gmt":"2019-12-16T13:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16889"},"modified":"2019-12-16T14:43:16","modified_gmt":"2019-12-16T13:43:16","slug":"medizinsche-meisterleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/medizinsche-meisterleistung\/","title":{"rendered":"Medizinsche Meisterleistung"},"content":{"rendered":"<p>Was der Albtraum eines jeden Handwerkers ist, wurde f\u00fcr Christiane Hensel-Feldmann (37), am 21. November diesen Jahres, Realit\u00e4t: Beim privaten Werken im elterlichen Betrieb, geriet die linke Hand der Schreinerin in die Kreiss\u00e4ge. Drei Finger wurden vollst\u00e4ndig, einer teilweise, von der Hand abgetrennt. Nur eine schmale Hautbr\u00fccke hielt noch zusammen, was zusammen geh\u00f6rt. In einer \u00e4u\u00dferst komplizierten Operation gelang es PD Dr. Max Meyer Marcotty, Direktor der Klinik f\u00fcr Plastische, Rekonstruktive und \u00c4sthetische Chirurgie \/ Handchirurgie am Klinikum L\u00fcdenscheid, Oberarzt Dr. Elmar Halbach und Facharzt Abduasalam Attabit, drei der vier Finger der jungen Frau zu retten. Sie rekonstruierten Gef\u00e4\u00dfe, Nerven, Sehnen und Knochen der abgetrennten Gliedma\u00dfe und replantierten alle Finger bis auf den Zeigefinger. Mit einem Ergebnis, das sich sehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Am Abend des 21. Novembers ging die Schreinerin nach Feierabend noch einmal in die Werkstatt, um Adventsdekorationen f\u00fcr den Privatgebrauch herzustellen. Als sie eine Holzscheibe zurechts\u00e4gte, geschah das Ungl\u00fcck. Die Holzscheibe verkantete sich und l\u00f6ste dabei einen R\u00fcckschlag aus: &#8222;Da waren die Finger schon ab&#8220;, erinnert sich Hensel-Feldmann, die daraufhin als Notfall ins Klinikum L\u00fcdenscheid gebracht wurde. Nach dem Notruf direkt informiert, schritt der diensthabende Oberarzt, Dr. Elmar Halbach schnell in Aktion und stellte innerhalb von 30 Minuten ein Replantations-Team zusammen. In einer fast achtst\u00fcndigen OP arbeiteten drei Chirurgen, die An\u00e4sthesie und OP-Pfleger fieberhaft daran, die Hand zu retten. In der OP fiel auch die schwere Entscheidung: Drei Finger k\u00f6nnen gerettet werden, w\u00e4hrend der zu stark in Mitleidenschaft gezogene Zeigefinger amputiert werden musste. Die \u00c4rzte waren sich sicher: ein nicht funktionst\u00fcchtiger Zeigefinger ist hinderlicher als einer, der abgenommen wurde: In der Zeit der Genesung, w\u00e4hrend des Trainings mit der verblieben Hand und im sp\u00e4teren Alltag, h\u00e4tte er die Patientin nur zus\u00e4tzlich behindert. Erkl\u00e4rtes Ziel war es, Christiane Hensel-Feldmann einen normalen Alltag und einen Wiedereinstieg ins Berufsleben wieder zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Hierzu wurde in der OP zun\u00e4chst das Knochenger\u00fcst der Finger rekonstruiert. Um die Blutzirkulation sicherzustellen wurden unter dem Mikroskop die Adern mit einander verbunden und schlie\u00dflich sogar feinste Sehnen und Nerven repariert. Diese Schritte erfolgten Nacheinander und ineinandergreifend. Hier zeigt sich eine gute und fundierte Ausbildung: Nicht umsonst schlie\u00dfen Fach\u00e4rzte f\u00fcr Plastische und \u00c4sthetische Chirurgie nach der sechsj\u00e4hrigen Facharztausbildung noch eine dreij\u00e4hrige Weiterbildung an, bevor sie sich Handchirurg nennen d\u00fcrfen. &#8222;Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei einer solchen, langwierigen Hand-OP ist das N\u00e4hen der Venen, die das Blut zum Herzen transportieren. Venen sind ganz kleine Gef\u00e4\u00dfe, die sehr d\u00fcnnwandig sind und leicht zusammenfallen&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Meyer-Marcotty, der diese au\u00dfergew\u00f6hnlich schwere und aufwendige Operation als Klinikdirektor und Operateur begleitete. Dieser Arbeitsschritt, wie auch die \u00fcbrigen, gelangen dem Team ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme und das, obwohl auch f\u00fcr die erfahrenen \u00c4rzte &#8222;eine Amputationsverletzung mit diesen Ausma\u00dfen keine allt\u00e4gliche Situation ist&#8220;, wie Dr. Elmar Halbach berichtete.<\/p>\n<p>Inzwischen ist Christiane Hensel-Feldmann wieder Zuhause. Die verbleibenden Finger ihrer linken Hand kann die Schreinerin inzwischen wieder vorsichtig bewegen. Noch ist dies zwar schmerzhaft und die Hand noch deutlich geschwollen, aber, so die Siebenunddrei\u00dfigj\u00e4hrige: &#8222;Ich will keine Angst vor der Zukunft haben&#8220;. Die behandelnden \u00c4rzte sind zuversichtlich, dass sie mit der Zeit, die Hand wieder weitestgehend benutzen k\u00f6nnen wird und sogar weiterhin ihren Beruf aus\u00fcben kann. Facharzt Abduasalam Attabit fasst f\u00fcr das Team am Klinikum L\u00fcdenscheid zusammen: &#8222;Man ist schon stolz auf ein solches Ergebnis. Dass eine solche Verletzung so einen guten Ausgang nimmt, ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.&#8220;<\/p>\n<p>Bild und Infos: <a href=\"https:\/\/www.maerkische-kliniken.de\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">M\u00e4rkische Gesundheitsholding GmbH &amp; Co. KG<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was der Albtraum eines jeden Handwerkers ist, wurde f\u00fcr Christiane Hensel-Feldmann (37), am 21. 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