{"id":16724,"date":"2019-12-04T11:35:20","date_gmt":"2019-12-04T10:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16724"},"modified":"2019-12-04T11:50:34","modified_gmt":"2019-12-04T10:50:34","slug":"ihk-blitzumfrage-bei-702-unternehmen-zum-5g-ausbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-blitzumfrage-bei-702-unternehmen-zum-5g-ausbau\/","title":{"rendered":"IHK-Blitzumfrage zum 5G-Ausbau"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als drei Viertel der heimischen Unternehmen (76 %) halten den Ausbau der neuen Mobilfunktechnologie 5G f\u00fcr bedeutend, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu sichern. Die mit Abstand meisten Betriebe (68 %) sehen den gr\u00f6\u00dften Nutzen der 5G-Technologie darin, dass das mobile Internet leistungsf\u00e4higer wird. Aber auch die Beschleunigung von Arbeits- und Produktionsprozessen (48 %) und die Vernetzung von Menschen und Ger\u00e4ten (41 %) werden als wichtige Mehrwerte gesehen. Das zeigen die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), an der sich 702 Betriebe aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten. IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel: \u201eDie gro\u00dfe Beteiligung der Betriebe verdeutlicht, welchen Stellenwert das Thema in den Top-Etagen der heimischen Wirtschaft mittlerweile einnimmt. Hier geht es nicht um Zukunftsmusik, sondern um eine technologische Entwicklung, bei der Deutschland nach Auffassung sehr vieler in der Wirtschaft den Anschluss nicht verlieren darf.\u201c Die R\u00fcckmeldungen zeigten, dass die Wirtschaft gro\u00dfe Hoffnungen auf den neuen Mobilfunkstandard setze. Schnell wachsende Datenmengen und immer anspruchsvollere Anwendungen machten den raschen Ausbau w\u00fcnschenswert. Au\u00dferdem wird ein gravierender Vorteil von 5G darin gesehen, dass er neue disruptive Technologien erm\u00f6glicht. Felix G. Hensel: \u201eWer hier schl\u00e4ft, entzieht sich selbst die Grundlage f\u00fcr Innovationen.\u201c<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sind in diesem Zusammenhang die Bewertungen des bestehenden Mobilfunknetzes durch die Wirtschaft. \u201eNicht wenige Unternehmen empfanden unsere Fragen zu 5G angesichts der zahlreichen bestehenden Mobilfunkl\u00f6cher geradezu als Hohn. Die Aussagen lassen an Deutlichkeit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig: Aus Sicht etlicher Unternehmen befindet sich der l\u00e4ndliche Raum in Sachen Netzabdeckung in der informationstechnischen Steinzeit\u201c, verdeutlicht IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Entsprechend deutlich fallen einige R\u00fcckmeldungen aus: \u201eWir befassen uns mal wieder mit Tr\u00e4umen, statt eine dringend ben\u00f6tigte Grundversorgung zu gew\u00e4hrleisten. Es kann nicht sein, dass im Jahr 2019 Telefongespr\u00e4che auf dem Weg von Olpe nach Dortmund oder im Ruhrgebiet st\u00e4ndig durch Funkl\u00f6cher unterbrochen werden\u201c, lautete die Antwort eines Unternehmers. Ein anderer meinte: \u201eDeutschland ist bereits jetzt abgeschlagen und vielen anderen Nationen unterlegen. Die verbreiteten Funkl\u00f6cher sind \u00e4rgerlich und l\u00e4stig!\u201c<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die Ver\u00e4rgerung spiegelt sich auch in den Umfragewerten wider: Mehr als 43 % der Unternehmen bewerten die Mobilfunkabdeckung in der Region als \u201eschlecht\u201c oder \u201esehr schlecht\u201c. Gerade einmal 20 % halten die Abdeckung f\u00fcr \u201esehr gut\u201c oder \u201egut\u201c. Mit einiger Sorge betrachten die heimischen Unternehmen m\u00f6gliche Sicherheitsrisiken im Bereich der Spionage und der Sabotage. 41 % der Betriebe sind der Meinung, dass sich diese Risiken durch den Ausbau des Mobilfunkstandards 5G erh\u00f6hen werden. 34 % sehen diese Gefahr nicht. Auff\u00e4llig: Ein Viertel der befragten Unternehmen lie\u00df diese Frage unbeantwortet. Einige R\u00fcckmeldungen lassen auf den Grund hierf\u00fcr schlie\u00dfen: \u201eOffenbar sind die technischen Zusammenh\u00e4nge derart komplex, dass viele Firmen sich nicht in der Lage sehen, eine objektive und begr\u00fcndete Bewertung in diesem sehr speziellen Themenfeld vorzunehmen\u201c, erkl\u00e4rt Stephan H\u00e4ger, Statistikexperte der IHK Siegen.<\/p>\n<p>Die Diskussion \u00fcber 5G wurde in den vergangenen Monaten durch die Frage dominiert, ob chinesische Netzausr\u00fcster aus den genannten Sicherheitsbedenken beim 5G-Ausbau ausgeschlossen werden sollen oder nicht. Zwar wird diese Frage von einer Mehrheit (51 %) der Unternehmen bejaht, w\u00e4hrend lediglich 29 % der Auffassung sind, chinesische Unternehmen sollten nicht ausgeschlossen werden. Allerdings ist ein relativ hoher Anteil der Befragten, n\u00e4mlich ein F\u00fcnftel (20 %), bei diesem Thema offenbar unentschlossen. Vielen Betrieben fiel offenbar auch hier eine Beurteilung sehr schwer. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eEinerseits begr\u00fcndet das tiefe Misstrauen gegen\u00fcber der chinesischen Politik offenbar sehr h\u00e4ufig die Sorge, in eine einseitige Abh\u00e4ngigkeit zu geraten. Andererseits herrscht zugleich die \u00dcberzeugung, dass gerade die stark exportabh\u00e4ngigen deutschen Unternehmen an offenen Marktzug\u00e4ngen ein vitales Interesse haben. Wer nach China liefern will, zugleich aber chinesische Firmen vom deutschen Markt fernh\u00e4lt, geht Risiken ein, die ihm zumindest bewusst sein sollten.&#8220; In den Antworten werde vereinzelt auch auf zur\u00fcckliegende Spionaget\u00e4tigkeiten oder Datenmissbrauch von Unternehmen aus anderen L\u00e4ndern verwiesen, was einen Ausschluss allein nach Nationalit\u00e4t wenig zielf\u00fchrend erscheinen lasse. Dennoch mache es nachdenklich, dass \u00fcber die H\u00e4lfte der antwortenden Unternehmen den Ausschluss chinesischer Unternehmen beim 5G-Ausbau favorisiere. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Bef\u00fcrchtungen sind evident. Sollte sich die Bundesregierung dennoch daf\u00fcr entscheiden, die Ausschreibungen auch f\u00fcr chinesische Anbieter zu \u00f6ffnen, m\u00fcssen die Sicherheitsanforderungen so hoch wie irgend m\u00f6glich gesetzt werden, um den erheblichen Vorbehalten in der Wirtschaft Rechnung zu tragen.\u201c Wie schwierig sich dies im Detail gestalten d\u00fcrfte, habe Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche bei einer Rede vor der Vollversammlung des DIHK in Berlin verdeutlicht.<\/p>\n<p>Die IHK Siegen fragte auch nach m\u00f6glichen Auswirkungen eines Ausschlusses chinesischer Netzausr\u00fcster. 30 % der befragten heimischen Betriebe erwarten demnach, dass ein solcher Ausschluss den 5G-Ausbau verteuern wird. Fast ebenso viele (28 %) gehen davon aus, dass sich der Netzausbau hierdurch verz\u00f6gern w\u00fcrde. Ein F\u00fcnftel der Befragten (20 %) ist der Auffassung, ein Ausschluss werde sich nicht auswirken. Auch bei dieser Frage gibt es einen hohen Anteil an Unternehmen, die keine Antwort gaben (23 %). Felix G. Hensel: \u201eDie Umfrage zeigt, dass das Vertrauen der Wirtschaft in einen zeitnahen 5G-Ausbau angesichts des Schweizer K\u00e4ses an Mobilfunkl\u00f6chern gelinde gesagt \u201aausbauf\u00e4hig\u2018 ist. Hier steht Resignation vor Hoffnung. Hinzu kommt, dass auch in der Wirtschaft das Thema 5G von Sicherheitsbedenken \u00fcberschattet wird, die viele in den Unternehmen allerdings nicht greifen k\u00f6nnen. Hier sind in erster Linie die Politik und die Fachleute aus Telekommunikationsunternehmen gefordert, Aufkl\u00e4rungsarbeit zu leisten, damit das Feld nicht einer \u00fcberhitzten \u00f6ffentlichen Diskussion in den einschl\u00e4gigen Talk-Shows \u00fcberlassen wird.\u201c<\/p>\n<p>Text und <a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/108-19-5G-Ausbau-Grafiken.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Grafiken<\/a>: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als drei Viertel der heimischen Unternehmen (76 %) halten den Ausbau der neuen Mobilfunktechnologie 5G f\u00fcr bedeutend, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":4018,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,11],"tags":[],"class_list":["post-16724","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/wronline-ihk.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16724"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16732,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16724\/revisions\/16732"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}