{"id":16704,"date":"2019-12-03T16:26:17","date_gmt":"2019-12-03T15:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16704"},"modified":"2019-12-04T08:59:34","modified_gmt":"2019-12-04T07:59:34","slug":"ihk-veranstaltung-zu-unternehmensnachfolge-lieferte-wertvolle-impulse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-veranstaltung-zu-unternehmensnachfolge-lieferte-wertvolle-impulse\/","title":{"rendered":"IHK-Veranstaltung zu Unternehmensnachfolge lieferte wertvolle Impulse"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn man viel Herzblut hat und von seiner Idee \u00fcberzeugt ist, sollte man es einfach durchziehen!\u201c Gefragt nach ihrem wichtigsten Rat an Menschen, die ein Gesch\u00e4ft \u00fcbernehmen wollen, appelliert Annedore Cronrath an den Mut der m\u00f6glichen Nachfolger. Seit Juli ist die geb\u00fcrtige Siegenerin Inhaberin des Feinkostgesch\u00e4ftes \u201eGut &amp; Gerne\u201c. Viele Jahre lang war sie zuvor als selbstst\u00e4ndige Handelsvertreterin in ganz Deutschland unterwegs. Nach 30 Jahren sollte damit Schluss sein. F\u00fcr sie stand schon l\u00e4nger fest, dass sie sich dann beruflich noch einmal grundlegend ver\u00e4ndern w\u00fcrde. \u201eIch habe mich entschlossen, ab sofort lieber hinter der Theke als im Stau zu stehen!\u201c<\/p>\n<p>Die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) hatte mehrere Unternehmerpers\u00f6nlichkeiten zu ihrer Veranstaltung \u201eUnternehmensnachfolge zielgerichtet planen\u201c im Bernhard-Weiss-Saal eingeladen, um \u201ehautnah\u201c und offen von ihren Erfahrungen mit diesem sensiblen Thema zu berichten. Das unternehmerische Wagnis einzugehen und sich voll auf diese Aufgabe einzulassen, sei eine enorme Herausforderung gewesen, r\u00e4umte Cronrath ein. Schlie\u00dflich bedeute ein solcher Schritt gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen. Am grundlegenden strategischen Konzept ihres Vorg\u00e4ngers f\u00fcr das Traditionsgesch\u00e4ft hat sie bewusst nicht viel ver\u00e4ndert. Dennoch tr\u00e4gt der Laden nun zunehmend auch ihre ganz eigene Handschrift.<\/p>\n<p>Martin Achatzi vom Canon Shop aus Bad Laasphe konnte die Nachfolge dagegen familienintern regeln. Welche Vorteile dies hat? \u201eUnz\u00e4hlige\u201c, antwortet der Wittgensteiner. Er berichtete von seinen pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccken, die er im Zuge der \u00dcbergabe an seinen Sohn Peter Achatzi gesammelt hat. Die F\u00fchrungsverantwortung 2018 im Alter von 55 Jahren abgetreten zu haben, war eine bewusste Entscheidung, die der erfahrene Unternehmer aus voller \u00dcberzeugung jederzeit wieder treffen w\u00fcrde: \u201eIch habe das Gesch\u00e4ft selbst gegr\u00fcndet und 28 Jahre geleitet. Mir war nicht von Anfang an klar, dass mein Sohn den Betrieb \u00fcbernehmen w\u00fcrde. Aber dann hat er \u00fcber lange Zeit im Laden geholfen, eine Ausbildung zum Fotografen gemacht und immer mehr wichtige Aufgaben \u00fcbernommen. Irgendwann war dann einfach die Zeit reif\u201c, blickt er zur\u00fcck. Der \u00dcbergabeprozess selbst inklusive intensiver Einarbeitung sei reibungslos und flie\u00dfend verlaufen. Eine Alternative zur familieninternen Nachfolge w\u00e4re bei dieser Branche, wenn \u00fcberhaupt, nur sehr schwierig zu finden gewesen, vermutet Achatzi. \u201eDann h\u00e4tte ich mich h\u00f6chstwahrscheinlich nicht zum jetzigen Zeitpunkt aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Neue Akzente gesetzt hat auch Thomas Uebach, Inhaber des K\u00fcche &amp; Co Studios in Siegen. Er ist seit Jahrzehnten in der Branche aktiv und hat vor fast zwei Jahren den Weg in die Selbstst\u00e4ndigkeit gefunden. An die knapp 40 Zuh\u00f6rer in der Veranstaltung richtete er zun\u00e4chst einen wichtigen Appell: \u201eWenn Sie einen solchen Entschluss treffen, m\u00fcssen Sie sich dar\u00fcber bewusst sein, dass Ihre Existenz ab sofort von Ihnen selbst abh\u00e4ngt.\u201c Er habe dies jedoch nicht als Druck, sondern als Ausdruck unternehmerischer Freiheit und pers\u00f6nlicher Entfaltung empfunden. Im beruflichen Alltag habe es ihm sehr geholfen, dass er in den ersten Monaten noch auf die tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung seiner Vorg\u00e4nger zur\u00fcckgreifen konnte. Uebach kommt aus der K\u00fcchenbranche, hatte hier im Vorfeld \u00fcber Jahre wertvolle Erfahrungen gesammelt. \u201eF\u00fcr mich eine der wichtigsten Voraussetzungen. Ohne diesen Hintergrund h\u00e4tte ich das Wagnis nicht eingehen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Einen konsequent eingeleiteten Einstieg in die F\u00fchrungsrolle hat Ronny St\u00f6cker hinter sich. Der 38-J\u00e4hrige fungiert als angestellter Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gr\u00e4bener Pressensysteme GmbH &amp; Co. KG in Netphen. Bevor er die Verantwortung in dieser Position \u00fcbernahm, war er bereits mehrere Jahre lang als Serviceleiter f\u00fcr den 60 Mitarbeiter starken Betrieb t\u00e4tig. \u201eDas war f\u00fcr mich nat\u00fcrlich ein riesiger Vorteil\u201c, fasste der Unternehmer zusammen. Der Schritt \u201evom Kollegen zum Chef\u201c sei positiv verlaufen, da er sowohl mit den Besch\u00e4ftigten als auch mit der kompletten Struktur der Firma und den Kundenbeziehungen bestens vertraut gewesen sei. Dies habe es ihm auch leichter gemacht, mehr auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu setzen, was sich durchweg positiv ausgewirkt habe. \u201eEin intensiver Dialog spielt dabei eine wichtige Rolle\u201c. Das gilt auch f\u00fcr das Zusammenwirken mit dem zweiten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Unternehmens, beispielsweise in strategischen Fragen. Eine wichtige Bereicherung des eigenen Horizonts sieht Ronny St\u00f6cker \u00fcberdies in einer aktiven Beteiligung an der Arbeit der Wirtschaftsjunioren S\u00fcdwestfalen, deren Vorsitzender er zeitweise war.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt und Notar Tim Holzhauer (Dr. Sch\u00f6n \u2013 Rechtsanw\u00e4lte und Notare, Siegen) pr\u00e4sentierte schlie\u00dflich rechtliche Grundlagen, die bei einer Firmen\u00fcbergabe relevant sind. In diesem Kontext empfahl er, zun\u00e4chst einen vollst\u00e4ndigen Plan und pers\u00f6nliche Ziele festzulegen. Dar\u00fcber hinaus sei es wichtig, sich fr\u00fchzeitig Berater unterschiedlicher Metiers \u2013 etwa auch in puncto Steuern \u2013 an den Tisch zu holen. So gelinge es, etwaige H\u00fcrden zu identifizieren und gezielt an L\u00f6sungen zu arbeiten, um nicht in Probleme zu geraten. Im Anschluss an die Vortr\u00e4ge nutzten die Teilnehmer der Veranstaltung die Gelegenheit, mit den Referenten in den Dialog zu treten und sich auszutauschen.<\/p>\n<p>Das Thema Unternehmensnachfolge betreffe derart viele Betriebe, dass es sich auf den gesamten Wirtschaftsstandort auswirke, verdeutlichte IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Langer, der die Veranstaltung moderierte. Bundesweit w\u00fcrden in den kommenden f\u00fcnf Jahren rund 850.000 Inhaber mittelst\u00e4ndischer Unternehmen ihre T\u00e4tigkeit aufgeben. Etwa 500.000 davon wollten ihre Firma an einen Nachfolger \u00fcbergeben. Unterst\u00fctzung biete die IHK unter anderem mit ihrem Mentorenprogramm. Einer der Mentoren ist seit einigen Jahren Rudolf Gr\u00fcneberg, der veranschaulichte, wie die ehrenamtlichen Helfer ihre Expertise konkret zur Verf\u00fcgung stellen: \u201eIm Laufe eines Betriebszyklus st\u00f6\u00dft man immer wieder an Grenzen. In solchen Momenten kann es Gold wert sein, Unterst\u00fctzung von au\u00dfen zu erhalten.\u201c Die Mentoren haben ihre Schwerpunkte in unterschiedlichsten Themenfeldern. Ihr im Einzelfall jeweils tempor\u00e4r begrenzter Einsatz dient dem Wissenstransfer auf Augenh\u00f6he. \u201eUnser Programm ist kostenlos, aber niemals umsonst\u201c, unterstrich Gr\u00fcneberg. Er riet dazu, die \u00dcbergabe fr\u00fchzeitig anzugehen. So gelinge es als Senior am ehesten, die Nachfolge selbst aktiv zu gestalten.<\/p>\n<p>Text und Foto: IHK Siegen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn man viel Herzblut hat und von seiner Idee \u00fcberzeugt ist, sollte man es einfach durchziehen!\u201c Gefragt nach ihrem wichtigsten Rat an Menschen, die ein&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":16706,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-16704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/108-19-Nachfolge_WEB.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16704"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16705,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16704\/revisions\/16705"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}