{"id":16465,"date":"2019-11-18T18:16:54","date_gmt":"2019-11-18T17:16:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16465"},"modified":"2019-11-18T18:16:54","modified_gmt":"2019-11-18T17:16:54","slug":"ausbau-von-infrastruktur-beschleunigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ausbau-von-infrastruktur-beschleunigen\/","title":{"rendered":"\u201eAusbau von Infrastruktur beschleunigen\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Riesige Mengen Brot, Br\u00f6tchen und Kleingeb\u00e4cke verlassen an einem durchschnittlichen Wochentag den Sitz der B\u00e4ckerei Hesse KG in Welschen-Ennest. Insgesamt geh\u00f6ren heute 55 Filialen zum Traditionsbetrieb, der bis nach L\u00fcdenscheid liefert. Das Unternehmen z\u00e4hlt mehr als 500 Besch\u00e4ftigte, von denen 135 am Hauptsitz arbeiten. Es waren beeindruckende Zahlen, die Reinhard Hesse den 50 Teilnehmern des IHK-Wirtschaftsgespr\u00e4ches in Kirchhundem pr\u00e4sentierte. Wie sehr dem langj\u00e4hrigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Unternehmens der Standort Welschen-Ennest mit seinen 1600 Einwohnern am Herzen liegt, zeigte der Vorsitzende der \u201eDorf AG\u201c in einem \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Entwicklungen im Rahrbachtal, zu denen die Erweiterung ma\u00dfgeblicher Betriebe, die Errichtung des Caritas-Wohnheims und die Renaturierung des Rahrbachs geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Eine besondere Bedeutung hat die m\u00f6gliche k\u00fcnftige Erschlie\u00dfung einer Erweiterungsfl\u00e4che f\u00fcr das Gewerbegebiet am Heid. Dabei handelt es sich um einen von insgesamt acht \u201eSuchr\u00e4umen\u201c, die ein von der IHK beauftragter Gutachter f\u00fcr die Gemeinde Kirchhundem im Rahmen des regionalen Gewerbefl\u00e4chenkonzeptes gemeinsam mit der Verwaltungsspitze ermittelt hat. Der stellvertretende IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hermann-Josef Droege stellte den anwesenden Unternehmern die Areale n\u00e4her vor. Das Konzept zielt darauf ab, in das Verfahren zur Neuaufstellung des Regionalplans m\u00f6glichst viele geeignete Fl\u00e4chenoptionen einzuspeisen. In der Bilanz fehlen der Gemeinde rund 15 Hektar, dem gesamten Kreisgebiet mehr als 190 Hektar an Wirtschaftsfl\u00e4chen. \u201eW\u00e4hrend bei uns vor f\u00fcnf Jahren weite Fl\u00e4chen brach lagen, suchen wir heute dringend neue Erweiterungs- und Ansiedlungsperspektiven f\u00fcr die Wirtschaft\u201c, betonte B\u00fcrgermeister Andreas Rein\u00e9ry. Er verwies auf die positive wirtschaftliche Entwicklung, die zur gegenw\u00e4rtigen Vollbesch\u00e4ftigung und zum vollst\u00e4ndigen Abverkauf von Gewerbefl\u00e4chen in der Gemeinde gef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p>Bei den Industriebesch\u00e4ftigten zeichnet die Gemeinde der h\u00f6chste Zuwachs in den letzten 19 Jahren im Kreisgebiet aus. Allerdings stelle sich die Gesamtbilanz wesentlich n\u00fcchterner dar, zeigte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener auf: \u201eDer Zuwachs bei den Industriebesch\u00e4ftigten darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Entwicklung bei der Gesamtzahl aller sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten mit einem Anstieg um 9,2 % deutlich unter dem kreisweiten Anstieg von 27,3 % liegt. Mit anderen Worten: Im Handel und im Dienstleistungsgewerbe sind im Vergleich deutlich Arbeitspl\u00e4tze verloren gegangen.\u201c<\/p>\n<p>Reizthemen sind nach wie vor der Breitbandausbau und vorhandene Mobilfunkl\u00f6cher. Dabei stehen in Kirchhundem die von Bund und Land gef\u00f6rderten Glasfaser-Tiefbauarbeiten kurz vor dem Abschluss. Die Leistung wird am Ende an vielen Stellen das Ausbauziel 50 Mbit\/s weit \u00fcbertreffen und auch zunehmend Glasfaserhausanschl\u00fcsse erm\u00f6glichen. \u201eAllerdings hat sich die b\u00fcrokratische Ausgestaltung des F\u00f6rderprogramms als Bremsklotz erwiesen, der den Ausbau vor Ort deutlich erschwert und auch zu monatelangen Verz\u00f6gerungen gef\u00fchrt hat\u201c, erl\u00e4uterte IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Langer. Bei den Teilnehmern des Wirtschaftsgespr\u00e4ches stie\u00df dies auf Unverst\u00e4ndnis. Immerhin habe der l\u00e4ndliche Raum gegen\u00fcber den Ballungsr\u00e4umen, die schon seit Jahren im schnellen Internet sind, ohnehin das Nachsehen. \u201eEs kann nicht sein, dass die industriellen Wirtschaftsr\u00e4ume auf dem Land, die am st\u00e4rksten wachsen und prosperieren, beim Ausbau der lebenswichtigen Kommunikationsinfrastruktur hinten runter fallen. Das muss f\u00fcr die Zukunft dringend ausgeschlossen werden. Hier muss Dampf gemacht werden\u201c, hob Walter Mennekes, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Mennekes Elektrotechnik GmbH &amp; Co. KG, mit Blick auf den perspektivischen 5G-Ausbau hervor.<\/p>\n<p>Auch die bestehenden Mobilfunkl\u00f6cher sorgen f\u00fcr Ver\u00e4rgerung: \u201eW\u00e4hrend \u00fcberall \u00fcber 5G diskutiert wird, m\u00fcssen wir uns an vielen Orten mit langsamen Edge-Verbindungen herumqu\u00e4len. Von einer 92-prozentigen LTE-Abdeckung, die es landesweit angeblich gibt, sind wir meilenweit entfernt\u201c, betonte Prof. Dr. Stephan Becker, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Becker Immobilien GmbH &amp; Co. KG.<br \/>\nDr. Christopher Gr\u00fcnewald, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gebr. Gr\u00fcnewald GmbH &amp; Co. KG, warb f\u00fcr z\u00fcgigere Genehmigungsverfahren, um den Infrastrukturausbau zu beschleunigen, ganz gleich, ob es sich um Verkehrs-, Energie-, oder Internetfragen handle. \u201eAngesichts der knappen Genehmigungsressourcen wird es immer wichtiger, von Beginn an mit zu \u00fcberlegen, wie man bei Ausbauvorhaben am schnellsten ans Ziel gelangt.\u201c Klaus Gr\u00e4bener wies in diesem Zusammenhang auf aktuelle Bem\u00fchungen des Landes hin, die Verfahrensabl\u00e4ufe vor Gericht zu straffen. Hier sei auch die IHK eingebunden.<\/p>\n<p>Breiten Raum nahm die Lage auf dem Fachkr\u00e4ftemarkt ein. Die Zahl der Ausbildungsvertr\u00e4ge sei in der Gemeinde stabil, w\u00e4hrend kreisweit ein leichter R\u00fcckgang zu verzeichnen sei, erl\u00e4uterte IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster. Zwar liege die Arbeitslosenquote im Kreis erfreulicherweise nach wie vor bei 3,4 %, allerdings sinke die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen und es werde vermehrt Kurzarbeit angemeldet. Die Teilnehmer des Wirtschaftsgespr\u00e4chs waren sich einig, dass dem Regionalmarketing f\u00fcr die Gewinnung von Fachkr\u00e4ften eine hohe Bedeutung zukomme. Aus der Runde wurde an die Kommunalpolitik und die Verwaltung appelliert, Streitigkeiten nicht ausufern zu lassen, da sie sich auf die Wahrnehmung der Gemeinde bei jungen Menschen negativ auswirken und dem Image der Gemeinde schaden k\u00f6nnten. B\u00fcrgermeister Andreas Rein\u00e9ry bedankte sich ausdr\u00fccklich f\u00fcr das gute Zusammenwirken von Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Er bemerkte optimistisch: \u201eFachkr\u00e4fte, die hier arbeiten wollen, lassen sich nicht von kommunalpolitischen Auseinandersetzungen beirren, sondern vom hier vorzufindenden guten Gesch\u00e4ftsmodell \u00fcberzeugen.\u201c Wie au\u00dfergew\u00f6hnlich die Wege zu dringend ben\u00f6tigten Fachkr\u00e4ften sein k\u00f6nnen, machten einige Beispiele aus der B\u00e4ckerei Hesse in abschlie\u00dfender Diskussion deutlich.<\/p>\n<p>Bild und Infos: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Riesige Mengen Brot, Br\u00f6tchen und Kleingeb\u00e4cke verlassen an einem durchschnittlichen Wochentag den Sitz der B\u00e4ckerei Hesse KG in Welschen-Ennest. 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