{"id":16215,"date":"2019-10-31T11:42:42","date_gmt":"2019-10-31T10:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16215"},"modified":"2019-10-31T11:42:42","modified_gmt":"2019-10-31T10:42:42","slug":"e-mobilitaet-mit-intelligenten-loesungen-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/e-mobilitaet-mit-intelligenten-loesungen-moeglich\/","title":{"rendered":"E-Mobilit\u00e4t mit intelligenten L\u00f6sungen m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p>Ist die Elektromobilit\u00e4t der Weisheit letzter Schluss? K\u00f6nnen elektrisch angetriebene Fahrzeuge das Klima retten? Mit diesen Fragestellungen befasste sich jetzt Professor Dr. G\u00fcnther Schuh von der RWTH Aachen auf Einladung der<a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Industrie- und Handelskammer Siegen<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.agv-siegen-wittgenstein.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein<\/a> in einem Vortrag in Siegen. Als Entwickler des elektrisch angetriebenen Kleintransporters Streetscooter, der inzwischen von der Deutschen Post produziert wird, und des ebenfalls elektrisch angetriebenen Kleinwagens e.GO life, hat Professor Schuh gezeigt, dass vern\u00fcnftige und bezahlbare Elektrofahrzeuge machbar sind. In seinem Vortrag, zu dem rund 150 Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer in den Bernhard Weiss Saal der IHK Siegen gekommen waren, machte er dann aber auf sehr unterhaltsame Weise deutlich, dass eine zunehmende Zahl an Elektrofahrzeugen alleine keine L\u00f6sung der Klimakrise ist. Vielmehr brauche es ein umfassendes Mobilit\u00e4tskonzept, in dem auch die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bed\u00fcrfnisse von Stadt und Land Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n<p>\u201eWir haben heute eine Situation, in der wir die vorhandenen Ressourcen beispielsweise im Stra\u00dfenverkehr nur zu drei Prozent nutzen. Wenn wir hier eine Steigerung hinbek\u00e4men, k\u00f6nnten wir damit viel mehr erreichen, als mit unsinnigen Verboten oder Geschwindigkeitsbeschr\u00e4nkungen\u201c, so Professor Schuh. Betrachtet man die Verkehrssituation in den St\u00e4dten einmal unter diesem Gesichtspunkt, dann kommen 1,5 Personen auf jedes Fahrzeug, die mit gerade einmal 17 Stundenkilometern unterwegs sind und dabei etwa acht Meter Platz in Anspruch nehmen. Vergleichbare Missverh\u00e4ltnisse ergeben sich auch f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr, die Bahn oder den Flugverkehr. Auch in der Industrie werden die vorhandenen Ressourcen nur unzureichend genutzt, beispielsweise in Form von sehr teuren und hochkomplexen Fertigungsanlagen. In allen genannten F\u00e4llen, so Professor Schuh, seien Effizienzsteigerungen m\u00f6glich, allerdings nicht mit den herk\u00f6mmlichen L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Ein zukunftsorientiertes und klimagerechtes Mobilit\u00e4tskonzept muss deshalb seiner Meinung nach sowohl den gesellschaftlichen wie auch den individuellen Anforderungen gen\u00fcgen. \u201eEin Elektrofahrzeug macht sehr viel Sinn im innerst\u00e4dtischen Bereich, wo zumeist nur k\u00fcrzere Strecken gefahren werden. Im Schnitt fahren wir t\u00e4glich kaum mehr als 35 bis 50 Kilometer. Da w\u00e4re beispielsweise ein e.GO v\u00f6llig ausreichend\u201c, so Professor Schuh weiter. Im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr favorisiert er bedarfsorientierte Angebote, beispielsweise Rufbusse, die dadurch eine h\u00f6here Auslastung erreichen, als das heute mit den starren Streckenpl\u00e4nen der Fall ist. Solche Fahrzeuge k\u00f6nnten dann mit den M\u00f6glichkeiten, die die Digitalisierung inzwischen bietet, im Rahmen eines innerst\u00e4dtischen Gesamtkonzeptes sehr intelligent und effizient eingesetzt werden.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum werden wir auch in Zukunft nicht auf den Individualverkehr verzichten k\u00f6nnen\u201c, meint Professor Schuh. Hier seien Hybridfahrzeuge das beste Angebot, auch auf lange Sicht gesehen. \u201eDie Hybridtechnologie ist aus meiner Sicht keine \u00dcbergangstechnologie. Sie hat auch f\u00fcr die Zukunft ein erhebliches Potenzial, ebenso wie die Verbrennungsmotoren, deren Entwicklungsm\u00f6glichkeiten ebenfalls noch lange nicht ausgesch\u00f6pft sind.\u201c Entscheidend seien nicht bestimmte Technologien, sondern deren Einbindung in ein Gesamtkonzept. Das die Digitalisierung dazu einen ganz entscheidenden Beitrag leisten kann und wird, auch davon ist Professor Schuh \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Dass wir vor ganz erheblichen Herausforderungen stehen, das machte auch Dipl.-Ing. J\u00f6rg Dienenthal, Vorsitzender der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein, in seiner Begr\u00fc\u00dfung deutlich. \u201eMobilit\u00e4t, Energie, Klima, das sind die Schlagworte, die uns alle derzeit umtreiben und auch in Zukunft weiterhin umtreiben werden\u201c, so J\u00f6rg Dienenthal. \u201eMobilit\u00e4t ist gerade f\u00fcr uns in einer l\u00e4ndlichen Region mit einer starken Industrie ein wesentliches Thema. Dabei geht es nicht nur um den Ausbau der Infrastruktur. Es geht auch um die Zukunftssicherung unserer wirtschaftlichen Grundlagen. Es geht um den Fachkr\u00e4ftenachwuchs und um die Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen, Besch\u00e4ftigung und Wohlstand.\u201c<\/p>\n<p>In einem engen Zusammenhang mit der Mobilit\u00e4t stehe nat\u00fcrlich auch das Thema Energie. \u201eWer in den kommenden Jahren bis zu eine Million Elektroautos auf unseren Stra\u00dfen haben will, der muss auch f\u00fcr eine entsprechende Energieversorgung und eine fl\u00e4chendecken Ladeinfrastruktur sorgen. Nat\u00fcrlich brauchen nicht nur die zuk\u00fcnftigen Elektroautos eine sichere Energieversorgung. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Wirtschaft. Hier in Siegen-Wittgenstein sind wir Teil der drittst\u00e4rksten Industrieregion Deutschlands. Ein Gro\u00dfteil des Wohlstandes Nordrhein-Westfalens wird von den Menschen in unserer Region erwirtschaftet. Da kann es sich eigentlich keine Landesregierung leisten, aus verl\u00e4sslichen Energiequellen auszusteigen, ohne ebenso verl\u00e4ssliche Alternativen zur Verf\u00fcgung zu stellen\u201c, unterstrich der Verbandsvorsitzende. Und in Sachen Klimawandel setze er auf die Innovationskraft der Wirtschaft. \u201eOhne technologische L\u00f6sungen werden wir dieses Problem nicht in den Griff bekommen.\u201c<\/p>\n<p>Zu welchen technologischen L\u00f6sungen die heimische Industrie in der Lage ist, zeigte am Rande der Vortragsveranstaltung die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.lewa-attendorn.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LEWA Attendorn GmbH. <\/a>Mit Hilfe von VR-Technik, demonstrierte das Unternehmen, wie die innovative Karosserie des e.GO mit der in Attendorn gebauten Schwei\u00dfanlage hergestellt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die Elektromobilit\u00e4t der Weisheit letzter Schluss? 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