{"id":16149,"date":"2019-10-25T10:25:40","date_gmt":"2019-10-25T08:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=16149"},"modified":"2019-10-25T11:54:04","modified_gmt":"2019-10-25T09:54:04","slug":"handelskonflikte-druecken-stimmung-in-der-suedwestfaelischen-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/handelskonflikte-druecken-stimmung-in-der-suedwestfaelischen-industrie\/","title":{"rendered":"Handelskonflikte dr\u00fccken Stimmung in der s\u00fcdwestf\u00e4lischen Industrie"},"content":{"rendered":"<p>Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie USA und Europa, die schwierige politische Lage im Nahen Osten, der Brexit, all das dr\u00fcckt die Stimmung in der s\u00fcdwestf\u00e4lischen Industrie. Insbesondere die Zulieferer sp\u00fcren die Verwerfungen im internationalen Handel. Dies ist das Ergebnis der ersten gemeinsamen Konjunktur-Auswertung der drei Industrie- und Handelskammern in Arnsberg, Hagen und Siegen.<\/p>\n<p>Gemeinsam haben die drei IHKs 460 Industriebetriebe befragt. Von diesen erwarten 44 Prozent eine Verschlechterung ihrer Gesch\u00e4ftslage in den kommenden Monaten. Nur 12 Prozent prognostizieren eine Verbesserung. Zu Jahresbeginn hielten sich Optimismus und Pessimismus noch fast die Waage. \u201eDie s\u00fcdwestf\u00e4lische Industrie durchl\u00e4uft ein von Unsicherheiten gepr\u00e4gtes Jahr. Die Handelshemmnisse haben eher zu- als abgenommen. Der Brexit belastet den Handel in Europa. Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch. B\u00fcrokratie l\u00e4hmt die internen Prozesse und Genehmigungsverfahren. All dies dr\u00fcckt auf die Erwartungen an die n\u00e4here Zukunft\u201c, erl\u00e4utert Andreas Rother, Pr\u00e4sident der IHK Arnsberg.<\/p>\n<p>Insbesondere die Zulieferer sind pessimistisch gestimmt. Dort erwarten f\u00fcnf von zehn Unternehmen eine Verschlechterung der Gesch\u00e4ftslage, jedoch nur eines von zehn eine Verbesserung. Dem Export werden kaum positive Impulse zugetraut. 41 Prozent der Unternehmen rechnen mit geringeren, nur zw\u00f6lf Prozent mit h\u00f6heren Ausfuhren. \u201eDer Export schw\u00e4chelt in Deutschland insgesamt. Davon sind direkt und indirekt viele Zulieferer betroffen. Sie liefern zwar h\u00e4ufig innerhalb Deutschlands, doch das Endprodukt ist oft f\u00fcr den Weltmarkt bestimmt\u201c, erl\u00e4utert Ralf Stoffels, Pr\u00e4sident der SIHK zu Hagen.<\/p>\n<p>Die Bedeutung des indirekten Exports zeigt sich auch beim Blick auf die wirtschaftlichen Risiken. 61 Prozent der Industriebetriebe bezeichnen inzwischen die Inlandsnachfrage als Risiko. Das ist der geteilte Spitzenplatz unter den Konjunkturgefahren. Gleichauf liegen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit ebenfalls 61 Prozent und an dritter Stelle folgt die Auslandsnachfrage mit 54 Prozent. Zu Jahresbeginn wurde noch der Fachkr\u00e4ftemangel am h\u00e4ufigsten genannt. \u201eUnternehmen, die f\u00fcr die Zukunft schlechtere Gesch\u00e4fte erwarten, schaffen in der Regel kaum neue Stellen. Sollten sich die Aussichten bewahrheiten, sind 2020 Stellenreduzierungen nicht auszuschlie\u00dfen\u201c, stellt Felix G. Hensel, Pr\u00e4sident der IHK Siegen fest. Dies belegen auch die Zahlen. Zwar wollen fast 60 Prozent der Industriebetriebe an der Gr\u00f6\u00dfe ihrer Belegschaft in den kommenden Monaten festhalten. Doch auch fast ein Drittel gibt an, dass sich die Zahl der Besch\u00e4ftigten verringern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Zulieferindustrie in S\u00fcdwestfalen ist gepr\u00e4gt von den Branchen Metall, Elektro sowie der Gummi- und Kunststoffindustrie. Besonders gedr\u00fcckt ist die Stimmung bei den Unternehmen aus der Metallerzeugung und -bearbeitung. Die Bewertung der Lage hat sich dort, im Vergleich zur letzten Umfrage, umgekehrt. Zu Jahresbeginn bezeichneten noch 46 Prozent ihre Gesch\u00e4ftslage als gut und nur 10 Prozent als schlecht. Nun sagen nur noch elf Prozent die Lage sei gut, jedoch 36 Prozent sehen pessimistisch auf die aktuelle Lage. Beim Blick auf die zuk\u00fcnftigen Gesch\u00e4fte ist eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent pessimistisch. Beim Export rechnet die eine H\u00e4lfte mit einer Verschlechterung, die andere mit gleichbleibenden Gesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Bild der Wirtschaftslage zeigt sich bei den Herstellern von Metallerzeugnissen. W\u00e4hrend zu Jahresbeginn noch 47 Prozent ihre Lage mit gut beschrieben, sind es jetzt nur noch 17 Prozent. Negativ urteilen 28 Prozent, verglichen mit sechs Prozent zum Jahresbeginn. Eine Verschlechterung ihrer Gesch\u00e4ftslage erwarten 47 Prozent, schlechtere Exporte 46 Prozent. Zumindest mit der aktuellen Lage zufrieden sind die Unternehmen der Gummi- und Kunststoffindustrie. Immerhin zwei Drittel beurteilen sie mit befriedigend, 23 Prozent mit gut und nur 15 Prozent mit schlecht. Bei den Erwartungen ist jedoch ebenfalls der Optimismus verflogen. 44 Prozent erwarten eine schlechtere Gesch\u00e4ftslage und 41 Prozent geringere Exporte. Neben dem Export sehen die IHKs im Strukturwandel in der Automobilindustrie hin zu elektrischen Antrieben einen weiteren Grund f\u00fcr die gedr\u00fcckte Stimmung unter den Zulieferern. \u201eIn Deutschland f\u00e4hrt kaum ein Auto ohne Teile aus S\u00fcdwestfalen. Das ist eine Erfolgsgeschichte, doch die Diskussionen um die Zukunft des Autos gehen nicht an hiesigen Zulieferern vorbei\u201c, sagt Ralf Stoffels.<\/p>\n<p>Deutlich besser als bei den Zulieferern ist die Stimmung bei den Herstellern von Investitionsg\u00fctern sowie von Gebrauchs- und Verbrauchsg\u00fctern. Im Maschinenbau, der Kernbranche der Investitionsg\u00fcterindustrie, sind immer noch 50 Prozent der Unternehmen mit ihrer Lage sehr zufrieden. Wenngleich die Zahl derer, die ihre Lage mit schlecht beschreiben, um 18 Prozentpunkte angestiegen ist. Sowohl bei den allgemeinen Gesch\u00e4ftserwartungen, als auch bei den Exporterwartungen \u00fcberwiegen noch die Optimisten. Mit 42 Prozent erwarten doppelt so viele Betriebe bessere als schlechtere Exporte. Felix G. Hensel: \u201eEs ist erfreulich, dass trotz der schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die Maschinenbauer noch \u00fcberwiegend optimistisch in die Zukunft blicken. Aber auch hier hinterlassen die globalen Handelskonflikte ihre Spuren. Es \u00fcberrascht daher nicht, dass in dieser exportorientierten Schl\u00fcsselbranche drei von vier Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als gr\u00f6\u00dftes Konjunkturrisiko sehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Produzenten von Gebrauchs- und Verbrauchsg\u00fctern profitieren von der guten Binnenkonjunktur. \u201eDie hohe Nachfrage der Konsumenten und die ausgelastete Baubranche sorgen weiterhin f\u00fcr gute Absatzzahlen. Doch auch hier ist ein Einbrechen der Inlandsnachfrage das gr\u00f6\u00dfte Risiko aus Sicht der Unternehmen\u201c, betont Andreas Rother. 83 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Lage mit befriedigend oder gut. Zwei Drittel erwarten gleichbleibende Gesch\u00e4fte, 21 Prozent bessere. 40 Prozent erwarten h\u00f6here Exporte, nur etwa die H\u00e4lfte schlechtere.<\/p>\n<p>\u201eDie Stimmung ist in weiten Teilen der s\u00fcdwestf\u00e4lischen Industrie sichtlich gedr\u00fcckt. Die Unternehmen stehen vor einer Zukunft, die unsicher ist wie lange nicht. Doch eine Vollbremsung sehen wir nicht. Viele Unternehmen waren in den letzten Jahren auf der ganz linken \u00dcberholspur unterwegs. Noch schneller und noch eine Spur weiter nach links geht es dann nicht mehr. Nun konzentriert es sich wieder auf der mittleren Spur. Dort geht es zwar langsamer, aber noch immer solide voran\u201c, fassen die drei IHK-Pr\u00e4sidenten zusammen.<\/p>\n<p>Infos: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie USA und Europa, die schwierige politische Lage im Nahen Osten, der Brexit, all das dr\u00fcckt die Stimmung&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13708,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1,32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-16149","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/dock-441989_1920.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16149"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16150,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16149\/revisions\/16150"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}