{"id":15960,"date":"2019-10-05T12:22:42","date_gmt":"2019-10-05T10:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=15960"},"modified":"2019-10-05T12:22:42","modified_gmt":"2019-10-05T10:22:42","slug":"uni-kommt-in-die-stadt-nimmt-fahrt-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/uni-kommt-in-die-stadt-nimmt-fahrt-auf\/","title":{"rendered":"\u201eUni (kommt) in die Stadt\u201c nimmt Fahrt auf"},"content":{"rendered":"<p>Das Projekt \u201eUni (kommt) in die Stadt\u201c ist f\u00fcr die Universit\u00e4t und die Stadt Siegen eine Jahrhundertchance. Daran lie\u00dfen die Verantwortlichen bei den \u00f6ffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltungen an der Universit\u00e4t und im Siegener Apollo-Theater keinen Zweifel. Wenn zwei weitere Fakult\u00e4ten der Universit\u00e4t vom Haardter Berg in die Siegener Innenstadt ziehen, hat die Uni die M\u00f6glichkeit, ihre Geb\u00e4ude und Fl\u00e4chen so zu gestalten, wie Studierende und WissenschaftlerInnen sie in Zukunft ben\u00f6tigen. Die Stadt Siegen hat die Chance, nach \u201eSiegen zu neuen Ufern\u201c einen weiteren, gro\u00dfen Impuls f\u00fcr die Stadtentwicklung zu setzen. \u201eWir haben gemeinsam das Absprungbrett erreicht. Jetzt gilt es, Herausforderungen anzunehmen, Chancen zu nutzen \u2013 und das Projekt in den kommenden Jahren erfolgreich zu gestalten\u201c, er\u00f6ffnete Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart die Hochschulkonferenz. Siegens B\u00fcrgermeister Steffen Mues sagte beim B\u00fcrgerdialog im Apollo-Theater: \u201eEs ist uns sehr wichtig, das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t umzusetzen und dabei auch die Anregungen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zwei-Standort-Strategie<\/strong><\/p>\n<p>Der geplante Umzug der Philosophischen Fakult\u00e4t und der Fakult\u00e4t Bildung-Architektur-K\u00fcnste in die Innenstadt ist Teil der universit\u00e4ren Zwei-Standort-Strategie: Die Fakult\u00e4ten mit den meisten Studierenden und Besch\u00e4ftigten sowie der st\u00e4rksten Vernetzung untereinander sollen in die City ziehen. F\u00fcr die Naturwissenschaftlich-Technische und die Lebenswissenschaftliche Fakult\u00e4t soll der bestehende Campus Adolf-Reichwein-Stra\u00dfe auf dem Haardter Berg modernisiert und ausgebaut werden. Die bauliche Entwicklung folge so der Strategie-Entwicklung der Universit\u00e4t, sagte Uni-Kanzler Ulf Richter (Foto links). Er betonte, dass die Analyse der bestehenden Campus H\u00f6lderlinstra\u00dfe und Paul-Bonatz-Stra\u00dfe hohen Sanierungsbedarf ergeben habe. Statt einer langwierigen und aufwendigen Sanierung der in die Jahre gekommenen Geb\u00e4ude bevorzugt die Hochschule den Weg in die City.<\/p>\n<p><strong>Bundesweite Sichtbarkeit<\/strong><\/p>\n<p>Richter betonte au\u00dferdem, dass das Projekt \u201eUni (kommt) in die Stadt\u201c bundesweit eine hohe Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Auch im Land NRW beobachte man genau, was in Siegen passiere: \u201eEs handelt sich um eines der ersten Projekte im Hochschulbau, bei denen die Universit\u00e4t selbst Bauherrin ist\u201c, sagte Richter. Die Bauherreneigenschaft ist durch das neue Hochschulgesetz etabliert worden. Die Universit\u00e4t wird Eigent\u00fcmerin der Geb\u00e4ude und ist f\u00fcr sie verantwortlich, die Beteiligung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) entf\u00e4llt. \u201eGemeinsam mit der Stadt m\u00f6chten wir die neuen Geb\u00e4ude und Fl\u00e4chen nachhaltig und als Lebensraum gestalten.\u201c<\/p>\n<p><strong>N\u00f6rdlicher und s\u00fcdlicher Campus<\/strong><\/p>\n<p>Entstehen sollen zwei Campus in n\u00f6rdlicher und s\u00fcdlicher N\u00e4he zum bestehenden Campus Unteres Schloss. Der \u201eCampus Nord\u201c im Bereich der \u201eVorderen Friedrichstra\u00dfe\u201c ist f\u00fcr die Philosophische Fakult\u00e4t I vorgesehen. Der \u201eCampus S\u00fcd\u201c im Bereich \u201eH\u00e4utebachweg\/L\u00f6hrtor\u201c ist der geplante Standort der Fakult\u00e4t II (Bildung Architektur K\u00fcnste). Beide Standorte sind in direkter N\u00e4he zu den zentralen Uni-Geb\u00e4uden am Unteren Schloss, der neuen Mensa und des neuen H\u00f6rsaal- und Seminarzentrums im Karstadt-Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4dtische Hinterhof-Bereiche aufwerten<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_15961\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/apollo_final_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15961\" class=\"size-medium wp-image-15961\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/apollo_final_web-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/apollo_final_web-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/apollo_final_web-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/apollo_final_web.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15961\" class=\"wp-caption-text\">Architektin Ina Schauer, B\u00fcrgermeister Steffen Mues, Uni-Kanzler Ulf Richter, Stadtbaurat Henrik Schumann, Verkehrsplaner Dirk Meinhard (v.l.) und Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart (nicht im Bild) standen beim B\u00fcrgerdialog im Apollo-Theater Rede und Antwort.<\/p><\/div>\n<p>Dass auch die Stadt Siegen erheblich vom Projekt \u201eUni (kommt) in die Stadt\u201c profitieren kann, betonte Stadtbaurat Henrik Schumann. Das zeige unter anderem ein Blick auf die bisherigen Projekte der Universit\u00e4t in der Innenstadt: Von der Renovierung des Unteren Schlosses, \u00fcber den Umbau des ehemaligen Gef\u00e4ngnisses zur Bibliothek bis hin zum Bezug des Kreisklinikums seien alle gelungen: \u201eDie Universit\u00e4t ist sehr gut mit diesen Immobilien umgegangen, alle Projekte sind nachhaltig angelegt und wurden mit viel Fingerspitzengef\u00fchl angegangen.\u201c Auch die Bereiche \u201eVordere Friedrichstra\u00dfe\u201c sowie \u201eH\u00e4utebachweg\/L\u00f6hrtor\u201c k\u00f6nnten durch die Uni stark aufgewertet werden, erkl\u00e4rte Schumann: \u201eWir haben hier aktuell eine Hinterhof-Atmosph\u00e4re ohne besondere Aufenthaltsqualit\u00e4t. Auch ohne die Universit\u00e4t w\u00fcrde in den kommenden Jahren der Druck steigen, hier etwas zu tun.\u201c Vorteilhaft f\u00fcr alle Menschen in Siegen ist, dass durch das Projekt kein Wohnraum verknappt wird. Stattdessen werden die Campus-Areale geschickt miteinander verbunden, sodass fu\u00dfl\u00e4ufig alle drei Standorte auf kurzen Wegen zu Fu\u00df oder per Rad erreichbar sind.<\/p>\n<p><strong>Beitrag zum Klimaschutz<\/strong><\/p>\n<p>Stadtbaurat Henrik Schumann erl\u00e4uterte au\u00dferdem die positiven Wirkungen des Projekts im Hinblick auf den Klimaschutz. W\u00e4hrend derzeit ein enormer Pendelverkehr zwischen den Standorten der Universit\u00e4t herrscht, kann dieser durch die Konzentration auf zwei gro\u00dfe Standorte enorm reduziert werden. Der st\u00e4dtebauliche Wettbewerb soll au\u00dferdem dazu dienen, gr\u00fcne Fl\u00e4chen und den Flusslauf der \u201eWei\u00df\u201c in der Innenstadt zu erschlie\u00dfen, um so die Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr alle Menschen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>Dezentrales Parken am Rand der Innenstadt<\/strong><\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Herausforderung sind Verkehr und Parksituation in der Innenstadt. Verkehrsplaner Dirk Meinhard vom Aachener Ingenieurb\u00fcro IVV rechnet k\u00fcnftig an einem \u201enormalen\u201c Semestertag mit rund 4.500 Studierenden und Uni-MitarbeiterInnen an den Innenstadt-Standorten. Die Fakult\u00e4ten sowie Mensa, Bibliothek und H\u00f6rsaalzentrum als zentrale Einrichtungen seien mit Bus und Bahn sehr gut zu erreichen, erkl\u00e4rte Meinhard, allerdings: \u201eMit dem Auto werden Studierende und Besch\u00e4ftigte nicht bis zum Campus fahren k\u00f6nnen, die Parkplatz-Kapazit\u00e4ten reichen nicht aus.\u201c Als L\u00f6sung schlug Meinhard die Schaffung dezentraler Parkm\u00f6glichkeiten mit einer Kapazit\u00e4t von jeweils rund 600 Stellpl\u00e4tzen an Rand der Innenstadt vor \u2013 an den Standorten Siegerlandhalle und Siegh\u00fctte: \u201eDer letzte Kilometer zum Campus muss von dort aus per Bus, Fahrrad oder zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt werden.\u201c Je 175 Abstellpl\u00e4tze f\u00fcr Fahrr\u00e4der sollen an den beiden neuen Campusstandorten jeweils eingerichtet werden.<\/p>\n<p><strong>Ideen von renommierten Architekten und Stadtplanern<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Architektin Ina Schauer vom B\u00fcro \u201ePesch Partner\u201c in Dortmund sieht in dem Projekt gro\u00dfe Chancen f\u00fcr Uni und Stadt: \u201eDaf\u00fcr m\u00f6chten wir im Rahmen eines st\u00e4dtebaulichen Wettbewerbs die besten Gestaltungsideen von renommierten Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten sammeln.\u201c Der Wettbewerb soll europaweit ausgeschrieben werden, 16 Architekturb\u00fcros k\u00f6nnen daran teilnehmen. F\u00fcnf davon werden eingeladen, elf weitere per Bewerbungs- bzw. Losverfahren ausgew\u00e4hlt. Ende 2019\/Anfang 2020 soll der Wettbewerb starten, bereits im Fr\u00fchsommer 2020 wird eine Jury aus Fachleuten, Studierenden sowie VertreterInnen von Stadt, Universit\u00e4t und Politik die drei besten Ideen k\u00fcren. Der Siegerentwurf dient dann als Grundlage f\u00fcr die Aufstellung der Bebauungspl\u00e4ne.<\/p>\n<p><strong>Viele Fragen, Anregungen, Lob und Kritik<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl an der Universit\u00e4t, als auch im Apollo-Theater stie\u00dfen die Informations- und Diskussionsveranstaltungen zum Thema auf gro\u00dfes Interesse: Mehrere hundert Studierende, Uni-Besch\u00e4ftigte und B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger kamen, stellten Fragen, gaben den Verantwortlichen ihre Anregungen mit auf den Weg und \u00fcbten auch Kritik. Bedenken gab es unter anderem zum Verkehr und der Wohnsituation in der Innenstadt. Die Teilnehmenden w\u00fcnschten sich, dass der Klimaschutz bei dem Projekt besonders ber\u00fccksichtigt wird \u2013 und dass die Situation f\u00fcr Fahrradfahrer in Siegen verbessert wird. Aber auch Lob wurde ge\u00e4u\u00dfert: Sowohl im Audimax, als auch im Apollo-Theater betonten Zuh\u00f6rerInnen den vision\u00e4ren Charakter und das gro\u00dfe Potenzial des Projektes.<\/p>\n<p><strong>Beteiligung<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fcrgerInnen, Studierende und Uni-Besch\u00e4ftigte, die weitere Anregungen zum Projekt \u201eUni (kommt) in die Stadt\u201c abgeben m\u00f6chten, k\u00f6nnen das per E-Mail tun:<\/p>\n<p><a class=\"\n\t  cd_mailto\" href=\"mailto:unikommtindiestadt@siegen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unikommtindiestadt@siegen.de<\/a><\/p>\n<p>Die Anregungen, Vorschl\u00e4ge und Kritik flie\u00dfen in die Auslobung des st\u00e4dtebaulichen Wettbewerbs ein. Weitere Beteiligungsm\u00f6glichkeiten wird es sp\u00e4ter im Zuge der Aufstellung der Bebauungspl\u00e4ne geben.<\/p>\n<p>Bilder und Infos: <a href=\"http:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt \u201eUni (kommt) in die Stadt\u201c ist f\u00fcr die Universit\u00e4t und die Stadt Siegen eine Jahrhundertchance. 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