{"id":1586,"date":"2013-07-22T15:42:59","date_gmt":"2013-07-22T13:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1586"},"modified":"2013-07-22T15:42:59","modified_gmt":"2013-07-22T13:42:59","slug":"das-personal-wird-zum-engpassfaktor-fuer-den-heimischen-handel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/das-personal-wird-zum-engpassfaktor-fuer-den-heimischen-handel\/","title":{"rendered":"Das Personal wird zum Engpassfaktor f\u00fcr den heimischen Handel"},"content":{"rendered":"<p>Die heimischen Handelsunternehmen sehen sich erheblichen strukturellen Herausforderungen ausgesetzt, die vielfach nicht hinreichend wahrgenommen werden. Gerade der heimische Facheinzelhandel muss Alleinstellungsmerkmale auspr\u00e4gen, um seine Attraktivit\u00e4t im zunehmend intensiver werdenden Wettbewerb behaupten zu k\u00f6nnen. Hierzu bedarf es vor allem intensiver Anstrengungen, die eigene Personal- und Ausbildungsarbeit weiter zu professionalisieren. Dies ist die Kernbotschaft einer neuen Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen, deren zentrale Ergebnisse jetzt im Rahmen eines Pressegespr\u00e4chs vorgestellt wurden.<\/p>\n<p>IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt verdeutlichte bei der Pr\u00e4sentation, man habe nicht nur den Status quo beschreiben, sondern zugleich einige Bausteine f\u00fcr ein Strategiekonzept erarbeiten wollen. Die von der IHK entwickelten Ma\u00dfnahmen fu\u00dften auf zwei im M\u00e4rz und im April durchgef\u00fchrten Erhebungen. Knapp 200 Einzelhandelsbetriebe seien zu einzelnen Elementen ihrer Personal- und Ausbildungsarbeit befragt worden. Zugleich h\u00e4tten 536 Auszubildende die betriebliche Ausbildungsqualit\u00e4t im regionalen Handel eingesch\u00e4tzt. Franz J. Mockenhaupt: \u201eDabei wurde deutlich: Die Herausforderungen sind zwar erheblich, jedoch auch beherrschbar. Hierzu m\u00fcssen unterschiedlichste Akteure an einem Strick ziehen. Gefordert sind dutzende kleiner Schritte. Hierzu muss zun\u00e4chst das Problembewusstsein der Branche noch weiter gesch\u00e4rft werden. Dem dient unsere Schrift.\u201c<\/p>\n<p>Der station\u00e4re Einzelhandel m\u00fcsse auf die Internet-Konkurrenz mit zus\u00e4tzlichen Serviceangeboten, Nischenprodukten und gegebenenfalls mit einem h\u00f6heren Spezialisierungsgrad antworten. Wichtig sei auf jeden Fall die pers\u00f6nliche Bindung des Kunden in der Fl\u00e4che, betonte der Vorsitzende des IHK-Einzelhandelsausschusses, Michael Schreiber: \u201eDer Facheinzelhandel wird sich gegen\u00fcber dem Onlinehandel immer st\u00e4rker differenzieren m\u00fcssen. Hierzu ben\u00f6tigen wir vor allem kreatives Personal. Morgen noch st\u00e4rker als heute bereits. Die Personalf\u00f6rderung muss noch intensiver als Verkaufsf\u00f6rderung begriffen werden.\u201c Die Kundschaft werde anspruchsvoller, \u201ebunter\u201c sowie technik-affiner. Schreiber: \u201eZugleich nutzen die Kunden mittlerweile eine un\u00fcberschaubare Anzahl an Preissuchmaschinen und sonstigen Instrumenten im Internet. Dieser Herausforderung m\u00fcssen die Unternehmen aktiv und auf der Grundlage einer nachvollziehbaren Strategie begegnen. Ansonsten werden bestehende Marktchancen nicht hinreichend genutzt.\u201c<\/p>\n<p>Bereits 55 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, es sei generell schwieriger geworden, geeignetes Personal f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit im Handel zu finden. 77 Prozent der Unternehmen bem\u00fchen sich schon w\u00e4hrend der Schulzeit darum, geeignete Auszubildende \u00fcber das Instrument betrieblicher Praktika an sich zu binden. Daneben werden auch die Dienstleistungen der Agentur f\u00fcr Arbeit (53 Prozent) sowie die \u201epers\u00f6nliche Schiene\u201c \u00fcber Bekannte und Verwandte (50 Prozent) h\u00e4ufig genutzt, um Personal zu finden und es zu binden.<\/p>\n<p>Lediglich 7 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, direkt in die Schulen zu gehen, um \u00fcber den eigenen Betrieb und die in diesem Betrieb angebotenen Ausbildungsberufe zu informieren. IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDass 28 Prozent der Unternehmen \u00fcber keinerlei Kontakte zu Schulen verf\u00fcgen, ist bedenklich. Zwar haben kleine Handelsunternehmen nicht die M\u00f6glichkeiten, \u00fcber die die Industrie verf\u00fcgt, dennoch gibt es hier jede Menge \u201eLuft nach oben\u201c. Zudem w\u00e4re es sinnvoll, noch mehr Firmen f\u00fcr Zusatzqualifikationen und Auslandsaufenthalte ihrer Lehrlinge begeistern zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Skeptisch \u00e4u\u00dferten sich die Unternehmen hinsichtlich der Einsatzm\u00f6glichkeiten von im Ausland angeworbenen Fachkr\u00e4ften und auch von langzeitarbeitslosen Personen. F\u00fcr die Auszubildenden sind das Betriebsklima (42 Prozent), der Umgang mit den Mitarbeitern (36 Prozent), die betrieblichen Praktika (34 Prozent) sowie der gute Ruf und das Image des Unternehmens (33 Prozent) bei der Lehrstellenwahl entscheidend. Deutlich dahinter lagen die Entwicklungs- und Karrierem\u00f6glichkeiten (26 Prozent) oder die guten Verdienstm\u00f6glichkeiten (16 Prozent). Bedenklich aus Sicht der IHK erscheint, dass ein Viertel der Auszubildenden den Handel in der Tendenz eher aus \u201eVerlegenheit\u201c w\u00e4hlt. Nur 24 Prozent der 536 befragten Lehrlinge gaben an, im Handel den Wunschberuf gefunden zu haben. 25 Prozent meinten, sie h\u00e4tten einfach keine andere Lehrstelle gewonnen.<\/p>\n<p>In der Befragung wurde auch ein gewisser Widerspruch in der Einsch\u00e4tzung der jungen Menschen deutlich. W\u00e4hrend einerseits 41 Prozent aller Befragten bereits einmal \u00fcber einen Ausbildungsabbruch nachgedacht haben, halten andererseits fast 80 Prozent der jungen Menschen das Betriebsklima in ihrem Unternehmen insgesamt f\u00fcr sehr gut, gut oder befriedigend. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Masse der Auszubildenden sch\u00e4tzt ihre Ausbildung offenkundig positiv ein, w\u00e4hrend es auf der anderen Seite einen harten und un\u00fcbersehbaren Kern an jungen Leuten gibt, der sehr unzufrieden mit der eigenen Ausbildungswahl erscheint. Hier muss der Handel seine Personalauswahl zuk\u00fcnftig treffsicherer als bisher gestalten.\u201c<\/p>\n<p>DGB-Regionsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Werner Leis betonte, man habe sich im IHK-Berufsbildungsausschuss intensiv mit den Studienergebnissen befasst. Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien sich dabei einig: Es komme vor allem darauf an, \u201ewirkliche Ausbildungsqualit\u00e4t\u201c zu leben. Das eigenverantwortliche Handeln junger Menschen sowie die ihnen entgegengebrachte Wertsch\u00e4tzung seien von zentraler Bedeutung. Wichtig w\u00e4ren zudem strukturierte Mitarbeitergespr\u00e4che, zwischenbetriebliche Ausbildungskooperationen, strukturierte Praktika sowie intensivere Kooperationen mit Schulen. Auch m\u00fcssten st\u00e4rkere Anstrengungen unternommen werden, die eigenen Ausbilder umfassend zu schulen. Werner Leis warb daf\u00fcr, nicht auf schnelle Probleml\u00f6sungen zu hoffen, sondern die Professionalisierung der Personal- und Ausbildungsarbeit als einen langfristig angelegten Prozess zu begreifen: \u201eDie Frage ist nicht allein, ob die Unternehmen in f\u00fcnf oder zehn Jahren noch Auszubildende bekommen. Vor allem geht es um die Steigerung der betrieblichen Attraktivit\u00e4t. Die Branche muss von allen jungen Menschen als attraktive Alternative wahrgenommen werden, auch von den besonders leistungsf\u00e4higen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heimischen Handelsunternehmen sehen sich erheblichen strukturellen Herausforderungen ausgesetzt, die vielfach nicht hinreichend wahrgenommen werden. 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