{"id":15766,"date":"2019-09-19T13:55:02","date_gmt":"2019-09-19T11:55:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=15766"},"modified":"2019-09-19T13:55:02","modified_gmt":"2019-09-19T11:55:02","slug":"sparringspartner-und-noch-viel-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/sparringspartner-und-noch-viel-mehr\/","title":{"rendered":"Sparringspartner und noch viel mehr"},"content":{"rendered":"<p>Wer den Ort betreten will, an dem an den Ideen von morgen gefeilt wird, der muss den Seiteneingang benutzen. Dort, wo gro\u00dfe Pl\u00e4ne geschmiedet und Tr\u00e4ume in die Realit\u00e4t umgesetzt werden sollen, wirkt auf den ersten Blick vieles unscheinbar. Grauer Beton, schlichte B\u00fcros. Doch genau dort bl\u00fcht die Kreativit\u00e4t. Die T\u00fcren stehen hier nicht nur symbolisch offen. Im Gr\u00fcnderb\u00fcro der Universit\u00e4t Siegen sind die Wege kurz. Beim gemeinsamen Kaffee auf dem Flur wird \u00fcber die neueste Idee gesprochen \u2013 und danach vielleicht schon wieder verworfen oder aber gezielter verfolgt.<\/p>\n<p>Ob es um den Verkauf von Produkten aus H\u00fclsenfr\u00fcchten geht oder die Entwicklung einer Lernplattform zum Thema Kryptow\u00e4hrungen; ob Medienwissenschaftler, BWLer oder Informatikerin: Im sogenannten Inkubator kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen und mit den unterschiedlichsten Ideen zusammen. Dort erhalten Gr\u00fcnder und Gr\u00fcnderinnen aus dem Umfeld der Uni zur Umsetzung ihrer Pl\u00e4ne und Visionen kostenfreie B\u00fcror\u00e4ume \u2013 egal ob Studierende, MitarbeiterInnen oder Alumni. Aus groben Skizzen auf Papier sind hier schon Unternehmen entstanden, die heute mehrere Angestellte besch\u00e4ftigen. Genauso sind Tr\u00e4ume aber auch geplatzt. Zum Schritt in die Selbstst\u00e4ndigkeit geh\u00f6rt Mut und manchmal auch das Scheitern. Das Scheitern zu vermeiden, dabei hilft das Team des Gr\u00fcnderb\u00fcros um Frank Ermert, Karin Horchler und Julia F\u00f6rster.<\/p>\n<p>\u201eWir beraten, begleiten und coachen Personen oder Teams, die ein Unternehmen gr\u00fcnden m\u00f6chten\u201c, erkl\u00e4rt Julia F\u00f6rster. \u201eWir versuchen genau da zu helfen, wo die Gr\u00fcnder Bedarf haben.\u201c W\u00e4hrend der eine mit dem Thema Steuern auf dem Kriegsfu\u00df steht, will die n\u00e4chste vielleicht lieber an ihren Soft Skills arbeiten. Bei Veranstaltungen wie der Gr\u00fcnderAKADEMIE oder dem Start-up-Brunch k\u00f6nnen zudem wichtige Kontakte innerhalb der Gr\u00fcnderszene und der Wirtschaft gekn\u00fcpft werden. Wie fortgeschritten die Pl\u00e4ne sind, ist f\u00fcr eine Kontaktaufnahme mit dem Gr\u00fcnderb\u00fcro nicht entscheidend. \u201eEs reicht schon, wenn man nur eine erste Idee hat, \u00fcber die man vielleicht mal sprechen will\u201c, so Julia F\u00f6rster.<\/p>\n<p>Das Team versteht sich als eine Art Sparringspartner, der Schwachstellen aufdeckt und dabei hilft, diese auszumerzen. Genau deshalb haben auch die Studenten Thomas Kehren und Philip Schultz die R\u00e4ume nahe des Weidenauer Bahnhofs aufgesucht. \u201eWir wollten unser Konzept \u00fcberpr\u00fcfen lassen \u2013 und es gab dann auch einige spitze Nachfragen\u201c, sagt Schultz. Das Duo hat sich zum Ziel gesetzt, unter der Marke \u201eScientibus\u201c den Begriff der Nachhaltigkeit in der Welt der Mode und Kleidung neu zu definieren. Von der Fairtrade-Baumwolle aus Griechenland \u00fcber die Produktion in einer kleinen Manufaktur in Portugal, geringen Wasserverbrauch und recycelbare Kartons bis zum Verpacken und Versenden durch Siegener AWO-Werkst\u00e4tten: In den T-Shirts soll von A bis Z Nachhaltigkeit stecken. Noch stehen die WG-Mitbewohner ganz am Anfang. F\u00fcr die erste Kollektion l\u00e4uft derzeit eine Crowdfunding-Kampagne. Verkauft haben Kehren und Schultz noch nichts, doch der Grundstein ist auch dank des Gr\u00fcnderstipendiums NRW gelegt.<\/p>\n<p>\u201eBei F\u00f6rdermittelantr\u00e4gen und der Suche nach Stipendien unterst\u00fctzen wir nat\u00fcrlich auch\u201c, sagt Frank Ermert vom Gr\u00fcnderb\u00fcro. Davon profitierten zum Beispiel Wilco van de Burgwal und Alexander Tselnik. Sie haben 2016 noch als Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens \u201eLexeo\u201c an den Start gebracht. Seitdem bieten sie vor Pr\u00fcfungen Crashkurse f\u00fcr Vorlesungen wie Deskriptive Statistik oder H\u00f6here Mathematik an, geleitet von aktuellen oder ehemaligen Studierenden, also direkt an den Bed\u00fcrfnissen der Siegener Studierenden ausgerichtet. Kamen anfangs 20 Teilnehmende zu den Kursen sind es mittlerweile 400 bis 500 pro Semester. \u201eWir sehen die Crashkurse als Erg\u00e4nzung zu den Vorlesungen, nicht als Ersatz\u201c, macht Wilco van de Burgwal deutlich. Ziel ist eine kleine Lerngruppe in entspannter Atmosph\u00e4re abseits der H\u00f6rs\u00e4le. Wenn es nach dem Jungunternehmer geht, soll das Angebot weiter wachsen \u2013 gerne auch \u00fcber die Uni hinaus. Aus Lexeo heraus ist zum Beispiel bereits ein weiteres Unternehmen entstanden, das Korrektorat und Lektorat anbietet. Daf\u00fcr gab es das Gr\u00fcnderstipendium NRW.<\/p>\n<p>\u201eDer Aufbau eines Netzwerks ist essentiell\u201c, betont Frank Ermert vom Gr\u00fcnderb\u00fcro. Erlebnisse austauschen, von den Erfahrungen anderer profitieren, k\u00fcnftige KollegInnen finden: Um die Start-up-Szene zusammenzubringen, haben sich Gr\u00fcnderinitiativen, regionale Unternehmen und VertreterInnen aus Politik und Wissenschaft unter der Dachmarke Startpunkt57 zusammengetan. Bei einer dieser Veranstaltungen k\u00f6nnten einem Benedikt Ley und Lin Wan von \u201eVirtual Retail\u201c \u00fcber den Weg laufen, die sich als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Uni Siegen kennengelernt haben. Mit ihrer Idee haben die beiden 2016 einen Platz im Gr\u00fcnderb\u00fcro bekommen. Heute besch\u00e4ftigen sie sechs Vollzeitangestellte, die im modernen und neuen B\u00fcrokomplex \u201eThe Summit\u201c arbeiten.<\/p>\n<p>Dort haben Ley und Wan eine K\u00f6rperscanning-Anwendung entwickelt. Innerhalb weniger Sekunden wird per Handykamera ein 3D-K\u00f6rpermodell erstellt. Das kann zum Beispiel daf\u00fcr verwendet werden, online die passgenaue Kleidung oder das richtige Fahrrad f\u00fcr sich zu finden. Die M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltig. \u201eWir wollen das Online-Shopping ein St\u00fcck weit revolutionieren\u201c, sagt Ley. Die Entwicklung ist abgeschlossen, jetzt geht es in die Pilotphase. Der n\u00e4chste Schritt zur Erf\u00fcllung des Traums. \u201eEs war immer mein Ziel, mich selbstst\u00e4ndig zu machen. Ich fand es immer spannend, nicht nur ein kleines Rad im Getriebe zu sein, sondern ma\u00dfgeblich etwas bewegen zu k\u00f6nnen\u201c, so Ley \u00fcber seine Beweggr\u00fcnde. F\u00fcr die Unterst\u00fctzung in der fr\u00fchen Phase der Gr\u00fcndung ist er heute noch dankbar. \u201eAls wir noch keine Investoren hatten, war es nat\u00fcrlich sehr hilfreich, vom Gr\u00fcnderb\u00fcro R\u00e4ume, Drucker oder Internet zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen.\u201c Sparringspartner und Helfer bei den ersten Gehversuchen in der Selbstst\u00e4ndigkeit: Das Gr\u00fcnderb\u00fcro der Uni hilft dort, wo Bedarf ist.<\/p>\n<p>Bild und Infos: <a href=\"http:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer den Ort betreten will, an dem an den Ideen von morgen gefeilt wird, der muss den Seiteneingang benutzen. 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