{"id":15331,"date":"2019-08-21T10:16:02","date_gmt":"2019-08-21T08:16:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=15331"},"modified":"2019-08-21T10:22:17","modified_gmt":"2019-08-21T08:22:17","slug":"tischlerlehre-gehoert-zu-den-beliebtesten-ausbildungen-im-handwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/tischlerlehre-gehoert-zu-den-beliebtesten-ausbildungen-im-handwerk\/","title":{"rendered":"Tischlerlehre geh\u00f6rt zu den beliebtesten Ausbildungen im Handwerk"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. August hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Zu den beliebtesten Ausbildungen im Handwerk z\u00e4hlt die Tischlerlehre: 1.788 M\u00e4nner und Frauen haben im vergangenen Jahr in NRW laut Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung (BIBB) in diesem Gewerk eine Ausbildung gestartet \u2013 mit einem M\u00e4nneranteil von fast 90 Prozent. \u00c4hnliche Zahlen sind f\u00fcr dieses Jahr zu erwarten. In der heimischen Tischler-Innung f\u00fcr die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe treten jedes Jahr ca. 30 junge Menschen eine Tischlerlehre neu an.<\/p>\n<p>Das Tischlerhandwerk bietet f\u00fcr M\u00e4nner wie f\u00fcr Frauen vielseitige Arbeitspl\u00e4tze und Karrierechancen \u2013 zum Beispiel als Gestalter\/in von M\u00f6beln oder Leiter\/in gro\u00dfer Projekte wie dem Innenausbau eines Hotels. Dennoch haben Tischlereien im l\u00e4ndlichen Bereich zunehmend Probleme, passende Azubis zu finden.<\/p>\n<p>Die meisten Schulabg\u00e4nger\/innen, die eine Lehre machen, entscheiden sich nach wie vor f\u00fcr einen kaufm\u00e4nnischen Beruf. In der Ausbildungs-Hitliste liegen diese seit Jahren klar vorne, obwohl hier die Karriere-Aussichten immer schlechter werden. Insgesamt haben mehr als 22.000 Frauen und M\u00e4nner laut BIBB im vergangenen Jahr allein in Nordrhein-Westfalen eine Ausbildung in den Berufen Kaufmann\/-frau f\u00fcr B\u00fcromanagement, Verk\u00e4ufer\/-in, Kaufmann\/-frau im Einzelhandel oder Industriekaufmann\/-frau begonnen.<\/p>\n<p>Jeder hat eine Vorstellung davon, was ein Verk\u00e4ufer oder eine Fris\u00f6rin (dem beliebtesten Ausbildungsberuf im Handwerk f\u00fcr Frauen) machen. Vom Tischlerberuf haben viele Menschen jedoch nur eine sehr vage Vorstellung. Das beginnt schon bei den Berufsbezeichnungen Tischler bzw. Schreiner: Viele Menschen glauben, dass es inhaltliche Unterschiede gibt, dabei handelt es sich lediglich um regionale sprachliche Varianten. Was ein Tischler oder eine Tischlerin neben \u201eTische bauen\u201c noch alles macht, ist wenig bekannt, wie Umfragen immer wieder zeigen. Dabei ist das Tischlerhandwerk extrem facettenreich: Tischler fertigen f\u00fcr private Kunden alles vom Kleiderschrank \u00fcber Badm\u00f6bel und K\u00fcchen bis hin zur kompletten Einrichtung. Aber auch f\u00fcr L\u00e4den, Museen, Hotels, Praxen, das Gastgewerbe und sogar Schiffe sowie Yachten realisieren sie den Innenausbau. Dazu kommen Tischlereien, die Treppen, Fenster und T\u00fcren fertigen. Andere restaurieren alte M\u00f6bel, Fenster und T\u00fcren. Dabei kommen der nat\u00fcrliche Werkstoff Holz, aber auch Holzwerkstoffe, Kunststoffe, Glas und Metall zum Einsatz. \u201eIm Gegensatz zu vielen anderen Berufen k\u00f6nnen wir das Ergebnis unserer Arbeit sehen und anfassen \u2013 das macht stolz und bringt Zufriedenheit\u201c, betont der Obermeister der Tischler-<br \/>\nInnung Westfalen-S\u00fcd, Klaus Reuter.<\/p>\n<p>Wenn es um Bewerber geht, sind vom Hauptschulabsolventen bis zum Abiturienten \u2013 die dreij\u00e4hrige Lehre kann mit Abitur um ein halbes Jahr verk\u00fcrzt werden \u2013 alle Schulabschl\u00fcsse gefragt, denn das Aufgabenspektrum in der Tischlerei reicht von praktischen Aufgabenbereichen bis hin zu komplexen Planungsaufgaben. Zunehmend setzen die Betriebe dabei digitale CAD-Zeichenprogramme ein, immer mehr Maschinen in der Tischlerwerkstatt werden digital gesteuert. Auf der anderen Seite sind in vielen Betrieben aber auch noch Handskizzen gefragt, um Einrichtungsideen zu Papier zu bringen.<\/p>\n<p>Meister oder Meisterin, Studium der Innenarchitektur oder Holzingenieurtechnik, Gestaltung im Handwerk oder zeitweise Arbeiten im Ausland \u2013 es gibt eine gro\u00dfe Palette an M\u00f6glichkeiten, sich nach der Lehre weiterzubilden. \u201eWir freuen uns \u00fcber so gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen \u2013 in vielen F\u00e4llen bleibt die Option bestehen, danach in den Ausbildungsbetrieb zur\u00fcckzukehren\u201c, sagt\u00a0 Obermeister Klaus Reuter. Das liegt auch an der famili\u00e4ren Atmosph\u00e4re, die in den meisten Tischlereien vorherrscht: W\u00e4hrend die Mitarbeiter\/innen in den Industrieunternehmen oftmals relativ leicht austauschbar sind, stehen in Handwerksbetrieben mit ihren zumeist kleinen Teams die Personen im Vordergrund.<\/p>\n<p>Um einen Ausbildungsplatz zu ergattern, m\u00fcsse man keine makellose Bewerbung abliefern, so Klaus Reuter: \u201eWer an einer Ausbildung interessiert ist, sollte am besten einfach bei einer Tischlerei in der N\u00e4he anrufen und einen Vorstellungstermin ausmachen \u2013 das Gespr\u00e4ch l\u00e4uft dann meist lockerer ab, als man denkt.\u201c Der Obermeister nennt die wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr Bewerberinnen und Bewerber: \u201eSie sollten technisches Verst\u00e4ndnis und ein gutes r\u00e4umliches Vorstellungsverm\u00f6gen mitbringen.\u201c Wie in anderen Branchen auch, m\u00fcssen Interessenten gen\u00fcgend Vorlauf einplanen: \u201eSchulabg\u00e4nger sollten sich m\u00f6glichst schon ein Jahr im Voraus bewerben\u201c, r\u00e4t Klaus Reuter. \u201eAls Faustregel gilt: Je gr\u00f6\u00dfer der Betrieb, desto eher sollte man sich dort vorstellen.\u201c<\/p>\n<p>Die meisten Ausbildungsbetriebe werden anbieten, zun\u00e4chst ein Praktikum zu machen. Das empfiehlt auch Klaus Reuter: \u201eDann k\u00f6nnen Betrieb und Bewerberin oder Bewerber in Ruhe austesten, ob sie zueinander passen.\u201c Erste Kontakte kn\u00fcpfen k\u00f6nnen Interessenten auch beim Schulpraktikum in der 8. und 9. Klasse \u2013 oder wenn ein Betrieb in der Umgebung zum Tag der offenen T\u00fcr einl\u00e4dt. Betriebe in ihrer Region finden Bewerber\/innen auf den Seiten des Fachverbandes Tischler NRW:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tischler.nrw\/nc\/infos-fuer-kunden\/ihr-tischler-vor-ort\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.tischler.nrw\/nc\/infos-fuer-kunden\/ihr-tischler-vor-ort<\/a>. Dort ist es auch m\u00f6glich Fertigungsschwerpunkte, wie z.B. Innenausbau, K\u00fcchen oder Restaurierung einzugeben. Ausf\u00fchrliche Infos rund um die Tischlerausbildung gibt es au\u00dferdem unter <a href=\"http:\/\/www.born2btischler.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.born2btischler.de<\/a>.<\/p>\n<p>Bild und Text: <a href=\"https:\/\/www.kh-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. August hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. 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