{"id":1510,"date":"2013-07-02T08:37:56","date_gmt":"2013-07-02T06:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1510"},"modified":"2013-07-02T08:37:56","modified_gmt":"2013-07-02T06:37:56","slug":"regionaler-lehrstellenmarkt-gibt-leicht-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/regionaler-lehrstellenmarkt-gibt-leicht-nach\/","title":{"rendered":"Regionaler Lehrstellenmarkt gibt leicht nach"},"content":{"rendered":"<p>Die regionale Wirtschaft wird 2013 das au\u00dferordentlich hohe Ausbildungsniveau der letzten beiden Jahre nicht ganz halten k\u00f6nnen. Die Halbjahresbilanz bei den Ausbildungsvertr\u00e4gen in den zugeh\u00f6rigen Unternehmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen weist mit 1429 Vertragsabschl\u00fcssen einen R\u00fcckgang von 5 Prozent aus. Die Entwicklung vollzieht sich in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe nahezu gleichf\u00f6rmig. Die R\u00fcckg\u00e4nge sind nicht in erster Linie demografisch bedingt, wenngleich es etliche Unternehmen gibt, die \u00fcber zu wenig geeignete Bewerber berichten. Der doppelte Abiturjahrgang wirkt sich auf die Marktlage so gut wie \u00fcberhaupt nicht aus. Mit diesen Aussagen bilanzierten IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt und der f\u00fcr die berufliche Bildung in der Kammer verantwortliche Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener rund acht Wochen vor dem offiziellen Beginn des neuen Ausbildungsjahres die aktuelle Lehrstellenlage.<\/p>\n<p>In Siegen-Wittgenstein wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 940 Ausbildungsvertr\u00e4ge abgeschlossen. Der R\u00fcckgang betr\u00e4gt hier aktuell 5,6 Prozent. Im Kreis Olpe waren es demgegen\u00fcber 489 Ausbildungsvertr\u00e4ge. Hier liegt der R\u00fcckgang momentan \u201elediglich\u201c bei 3,7 Prozent. Dass die im Vergleich zu den Vorjahren in der Tendenz eher verhaltenen konjunkturellen Erwartungen ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Gesamtentwicklung verantwortlich seien, machte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt deutlich: \u201eErstmals seit gut drei Jahren \u00fcberlagern die konjunkturellen Erwartungen in sehr vielen Unternehmen wieder die nach wie vor gegebene Erkenntnis, dass sich der R\u00fcckgang der Lehrstellenbewerber schon in kurzer Zeit zu einem erheblichen strukturpolitischen Problem auswachsen wird. Zwar wissen die Unternehmen, dass schon in wenigen Jahren der Arbeitsmarkt so gut wie leergefegt sein wird, andererseits bestehen unleugbare Unsicherheiten, was die weitere wirtschaftliche Entwicklung angeht.\u201c Diese Unsicherheiten h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt, dass sehr viele einzelne Unternehmen eine tendenziell vorsichtigere Einstellungspolitik verfolgten. Hinzu komme, dass die Unternehmen, die \u201enahe am Stahl\u201c t\u00e4tig seien, ihr Engagement aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden teilweise drastisch reduziert h\u00e4tten. In der Breite der Industrie habe man zudem in den vergangenen drei Jahren bei den Lehrvertr\u00e4gen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kr\u00e4ftig zugelangt. Diese \u201eAusbildung \u00fcber Bedarf\u201c nehme man nun im Lichte der unsicheren Konjunktur wieder zur\u00fcck und stutze die Einstellungen \u201eauf Normalma\u00df\u201c.<\/p>\n<p>Deutlich erkennbar sei, dass sich die R\u00fcckg\u00e4nge im Wesentlichen auf die kaufm\u00e4nnischen Ausbildungsberufe bez\u00f6gen, betonte IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eW\u00e4hrend das Ausbildungsniveau in der Fertigung von ungew\u00f6hnlich hohem Niveau aus mit rund 2 Prozent nur leicht sinkt, verzeichnen wir bei den kaufm\u00e4nnischen Berufen einen R\u00fcckgang von rund 8 Prozent, der in Siegen-Wittgenstein noch ausgepr\u00e4gter ist als im Kreis Olpe. Dies verdeutlicht auch, dass der doppelte Abiturjahrgang f\u00fcr den regionalen Lehrstellenmarkt so gut wie keine Rolle spielt.\u201c Der Anteil junger Menschen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife, der einen Lehrvertrag abschlie\u00dft, stagniere. Hierin komme auch ein Strukturproblem zum Ausdruck, dem die betriebliche Erstausbildung in den kommenden Jahren noch sehr viel st\u00e4rker als bisher ausgesetzt sein werde. Einerseits steige nach wie vor der Anteil derjenigen Personen, die weder besch\u00e4ftigungs- noch ausbildungsreif seien. Andererseits strebe ein immer gr\u00f6\u00dferer Anteil der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler das Abitur an und betrachte ein anschlie\u00dfendes Studium als \u201enormal\u201c. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eEs gibt immer mehr junge Menschen, die meinen, nach Abitur und Studium den Marschallstab im Tornister zu haben. Sie r\u00e4umen der Hochschulausbildung den Vorrang vor\u00a0 einer betrieblichen Ausbildung ein. Dies ist aus unserer Sicht eine au\u00dferordentlich bedenkliche Gesamtentwicklung.\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn die Lehrstellenbilanz im laufenden Jahr schlechter ausfallen werde als noch zu Jahresbeginn erhofft, m\u00fcsse man allerdings auch die Lehrstellenzahlen im l\u00e4ngerfristigen Vergleich betrachten, betonte Franz J. Mockenhaupt: \u201eIn den 1990er Jahren wurden jahresdurchschnittlich zwischen 1700 und 1900 Lehrvertr\u00e4ge abgeschlossen. Wenn es in diesem Jahr \u201elediglich\u201c 2200 w\u00fcrden, ist dies immer noch eine beeindruckende Gesamtzahl. Wir stellen einen R\u00fcckgang fest, der sich von einem au\u00dferordentlich hohen Niveau aus vollzieht. Das darf nicht vergessen werden.\u201c Auf eine exakte Prognose f\u00fcr das Jahresendergebnis wollte sich der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer dennoch nicht festlegen lassen. Dies h\u00e4nge in erster Linie davon ab, ob sich die Zahlen der Industrie auf dem gegebenen Niveau stabilisierten und der Handel und das Gastgewerbe als diejenigen Wirtschaftsbereiche mit den derzeit gr\u00f6\u00dften Einbr\u00fcchen (rund 20 Prozent) in den kommenden drei Monaten noch zur gewohnten Form f\u00e4nden. Dies jedoch sei alles andere als sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die regionale Wirtschaft wird 2013 das au\u00dferordentlich hohe Ausbildungsniveau der letzten beiden Jahre nicht ganz halten k\u00f6nnen. Die Halbjahresbilanz bei den Ausbildungsvertr\u00e4gen in den zugeh\u00f6rigen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1510","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ausbildung"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1510"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1512,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1510\/revisions\/1512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}