{"id":1424,"date":"2013-06-07T09:31:28","date_gmt":"2013-06-07T07:31:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1424"},"modified":"2013-06-07T09:31:28","modified_gmt":"2013-06-07T07:31:28","slug":"lesen-sie-keine-hochglanzmagazine-dann-haben-sie-gute-chancen-ein-gluecklicher-mensch-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/lesen-sie-keine-hochglanzmagazine-dann-haben-sie-gute-chancen-ein-gluecklicher-mensch-zu-sein\/","title":{"rendered":"\u201eLesen Sie keine Hochglanzmagazine, dann haben Sie gute Chancen, ein gl\u00fccklicher Mensch zu sein.\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1425\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Beck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1425\" class=\"size-medium wp-image-1425\" alt=\"Prof. Dr. Hanno Beck gab auf Einladung der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein Einblicke in die Hintergr\u00fcnde und Motive \u00f6konomischen Handelns.\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Beck-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Beck-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Beck-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Beck.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1425\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Hanno Beck gab auf Einladung der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein Einblicke in die Hintergr\u00fcnde und Motive \u00f6konomischen Handelns.<\/p><\/div>\n<p>Der Homo oeconomicus ist die zentrale Annahme der klassischen \u00d6konomie. Aber sind wir tats\u00e4chlich so rational orientiert in unseren Entscheidungen oder folgen wir nicht vielmehr oftmals unserem Bauchgef\u00fchl und landen damit auf demselben? Professor Dr. Hanno Beck von der Hochschule Pforzheim besch\u00e4ftigte sich jetzt mit dieser Fragestellung im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein. \u201eDie Logik des Irrtums \u2013 Wie uns das Gehirn t\u00e4glich ein Schnippchen schl\u00e4gt\u201c, so lautete das Thema des Professors f\u00fcr Volkswirtschaftslehre. In gut anderthalb Stunden vermittelte er den Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern im Haus der Siegerl\u00e4nder Wirtschaft in Siegen auf informative und unterhaltsame Weise die Erkenntnis, dass der Mensch auch in seinen \u00f6konomischen Entscheidungen letztlich auf Erfahrungen und Gewohnheiten zur\u00fcckgreift, die ihm zwar ein gutes Gef\u00fchl verschaffen, aber nicht immer wirtschaftlich sinnvoll sind.<\/p>\n<p>\u201eUnser Gehirn ist faul. Wir beurteilen Dinge nicht nach ihrem absoluten Wert, sondern nach ihrer relativen Attraktivit\u00e4t. Wir wollen Dinge vergleichen, die sich gut miteinander vergleichen lassen. Also f\u00fcgen wir h\u00e4ufig eine dritte Option dazu, die mehr Vergleichbarkeit bietet, aber rein \u00f6konomisch keineswegs immer sinnvoll ist\u201c, so Professor Beck. Seiner Ansicht nach verwalten Menschen ihre Einnahmen und Ausgaben in getrennten mentalen Konten, beispielsweise: regul\u00e4res Einkommen, laufende Ausgaben, au\u00dfergew\u00f6hnliche Anschaffungen und Einnahmen, sonstige Einnahmen und Ausgaben (Kleingeld). \u201eIndem wir unsere Ausgaben auf verschiedenen Konten verwalten, vergleichen wir sie nur mit Betr\u00e4gen, die auf dem betreffenden Konto verwaltet werden und nicht mit dem gro\u00dfen Ganzen. Dadurch werden wir anf\u00e4llig f\u00fcr Lockangebote und Schn\u00e4ppchen, die wir eigentlich \u00fcberhaupt nicht wollten.\u201c<\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt werde diese Verhaltensweise durch einen zum Teil recht ausgepr\u00e4gten \u00dcberoptimismus: \u201eDas wird schon gut gehen. Das macht jetzt auch nichts mehr. Unverhofft kommt oft.\u201c Menschen \u00fcbersch\u00e4tzen dabei nach Ansicht von Professor Beck sehr h\u00e4ufig ihre F\u00e4higkeiten. Die Folge ist eine sogenannte Kontrollillusion. \u201eIch habe doch alles im Griff. Und wenn es gut geht, war ich es, wenn es schief geht, war es eben Pech.\u201c Nat\u00fcrlich kann so ein Verhalten zu enormen wirtschaftlichen Sch\u00e4den f\u00fchren. Als Beispiele daf\u00fcr nannte der Professor den Bau des neuen Berliner Flughafens oder der Elbphilharmonie in Hamburg. Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer wieder besondere Menschen, die durch ihren \u00dcberoptimismus zu herausragenden Leistungen und Entdeckungen f\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich neigen Menschen auch dazu, Entscheidungen so zu treffen, dass sie sie sp\u00e4ter nicht bedauern m\u00fcssen. Das f\u00fchrt bisweilen dazu, dass Entscheidungen versp\u00e4tet oder \u00fcberhaupt nicht getroffen werden. Es sei eben f\u00fcr uns sicherer, wenn alles so bleibe, wie es ist. \u201eUnd wir \u00fcbersch\u00e4tzen unsere prognostischen F\u00e4higkeiten.\u201c Professor Beck bezeichnete das als \u201enachtr\u00e4glichen Determinismus\u201c. Beispielsweise w\u00fcssten wir genau, wer einen Wettkampf gewinnt, allerdings erst nach dessen Beendigung. \u201eDas haben wir doch immer gewusst. Das war doch klar. Das war doch logisch.\u201c Um dadurch bedingte Fehleinsch\u00e4tzungen zu vermeiden, sollte man seine Entscheidungen dokumentieren und nach einer Weile in einer kritischen R\u00fcckschau betrachten. Dabei werde man feststellen, dass vieles, was man gemacht hat, letztlich \u00f6konomisch nicht sinnvoll gewesen sei.<\/p>\n<p>Der Mensch ist also keineswegs der besagte \u201eHomo oeconomicus\u201c, so, wie er gerne von den traditionellen Volkswirtschaftlern gesehen und beschrieben wird. Seine Handlungen und Entscheidungen unterliegen vielmehr vielf\u00e4ltigen irrationalen Einfl\u00fcssen, die sich mit den klassischen Methoden der Volkswirtschaft nicht darstellen lassen. Deshalb hat sich in den letzten Jahren auch eine neue Forschungsrichtung etabliert. Sie werde bezeichnet als \u201eBehavioral Economics\u201c und versuche, den Homo oeconomicus durch die Erkenntnisse der Psychologie zu erg\u00e4nzen und so besser zu beschreiben.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund gab Professor Beck den Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern abschlie\u00dfend noch einen guten Rat mit auf den Weg: \u201eKonzentrieren Sie sich darauf, was Sie k\u00f6nnen, nicht darauf, was Sie wollen. Fragen Sie Kollegen nicht nach dem Gehalt. Lesen Sie keine Hochglanzmagazine, dann haben Sie gute Chancen, ein gl\u00fccklicher Mensch zu sein.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Homo oeconomicus ist die zentrale Annahme der klassischen \u00d6konomie. 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