{"id":13958,"date":"2019-05-13T11:44:24","date_gmt":"2019-05-13T09:44:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13958"},"modified":"2019-05-13T11:44:24","modified_gmt":"2019-05-13T09:44:24","slug":"durchbruch-bei-schwertransporten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/durchbruch-bei-schwertransporten\/","title":{"rendered":"Durchbruch bei Schwertransporten?"},"content":{"rendered":"<p>Kann das \u00fcberkomplizierte Antragsverfahren f\u00fcr Schwertransporte mit einer digitalen Innovation noch in diesem Jahr praxisnah vereinfacht werden? Wie kann der heimische Wirtschaftsraum besser an die europ\u00e4ischen Seeh\u00e4fen angebunden werden? Antworten auf diese Fragen bot eine gemeinsame Sitzung von Industrie- und Verkehrsausschuss und Arbeitskreis Verkehrswirtschaft der IHK Siegen, zu der Ausschussvorsitzender Walter Viegener (Viega Holding GmbH &amp; Co. KG) in der Olper IHK-Gesch\u00e4ftsstelle begr\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>Jedes Jahr bearbeitet alleine die Stra\u00dfenverkehrsbeh\u00f6rde im Kreis Siegen-Wittgenstein rund 11.000 Antr\u00e4ge auf Durchf\u00fchrung von Gro\u00dfraum- und Schwertransporten. \u201eDie Probleme reichen von wochenlangen Bearbeitungszeiten \u00fcber neue, praxisferne Rechtsvorschriften bis zu fehlenden befahrbaren Strecken\u201c, stellte Arbeitskreisvorsitzender Michael Kr\u00f6hl (Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH &amp; Co. KG) fest. Dass die Pr\u00fcfung von Antr\u00e4gen bis zu zehn Wochen Bearbeitungszeit beanspruche, sei im digitalen Zeitalter v\u00f6llig inakzeptabel.<\/p>\n<p>Zwei neue digitale Assistenten k\u00f6nnten hier noch in diesem Jahr den Durchbruch schaffen: Mit den Software-L\u00f6sungen \u201eAGNES\u201c (Agile Navigation Electronic Solution) und \u201eERNA\u201c (Efficient Road Navigation Assistant) sorgt die Sommer GmbH &amp; Co. KG (H\u00f6rstel-Dreierwalde), ein erfahrener Dienstleister rund um Schwertransporte, derzeit bundesweit f\u00fcr Aufsehen. Spezialfahrzeuge des Unternehmens scannen regelm\u00e4\u00dfig das deutsche Stra\u00dfennetz, das so automatisch vermessen wird und genaueste Streckenprofile erm\u00f6glicht. Hinzu kommen Daten von Beh\u00f6rden, Autobahnmeistereien und bereits beschiedenen Antr\u00e4gen. Auch mehrfach t\u00e4glich aktualisierte veranstaltungs- oder baustellenbedingte Sperrungen flie\u00dfen in die digitale Karte AGNES ein. \u00dcber eine Schnittstelle zum bundesweiten beh\u00f6rdlichen Genehmigungssystem VEMAGS wird die Eingabe von Antr\u00e4gen \u00e4u\u00dferst einfach. Das System soll im Sp\u00e4tsommer 2019 auf den Markt kommen. Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafterin Helga Sommer verspricht: \u201eMit AGNES wird nicht nur die Antragstellung erheblich vereinfacht und die Verkehrssicherheit erh\u00f6ht, sondern auch die Genehmigungswahrscheinlichkeit deutlich gesteigert. Das spart wertvolle Zeit und Kosten f\u00fcr die Unternehmen und die Genehmigungsbeh\u00f6rden!\u201c<\/p>\n<p>Die Lkw-Fahrer selbst werden durch die bereits seit April verf\u00fcgbare App ERNA deutlich entlastet, die in 13 verschiedenen Sprachen verf\u00fcgbar ist. Sie gibt den Bescheid in digitaler Form wieder und funktioniert ohne weitere Bedienung w\u00e4hrend der Fahrt. S\u00e4mtliche Anweisungen, Auflagen und Hinweise werden angesagt oder mit einfachen Bildern an den Fahrer wiedergegeben. Die Mitglieder des Ausschusses und des Arbeitskreises zeigten spontan gro\u00dfes Interesse. \u201eDie einzige Frage kann doch jetzt nur sein: Wie kommt man an das System und was kostet es den einzelnen Unternehmer?\u201c, erkl\u00e4rte Ferdinand Menn, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Spedition Menn GmbH.<\/p>\n<p>Aktuelle Entwicklungen zum Hafen Rotterdam stellte Dr. Wolfgang H\u00f6nemann den anwesenden Unternehmern vor. Der Repr\u00e4sentant des gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Hafens erl\u00e4uterte Pl\u00e4ne, 20 % der G\u00fcterbef\u00f6rderung bis 2035 auf die Schiene zu verlagern (derzeit 13 %). Zugleich solle der Anteil der auf der Stra\u00dfe abgewickelten Transporte in diesem Zeitraum um 10 % verringert werden, um Verz\u00f6gerungen in der Hinterlandanbindung zu senken. 60 Digitalisierungsexperten arbeiteten unter anderem daran, die Nachverfolgung von G\u00fctern und Schiffen zu optimieren. \u201eEs ist sehr erfreulich, dass sich neben bereits bestehenden Kooperationen mit dem Hamburger Hafen nun auch die Niederl\u00e4nder ins Gespr\u00e4ch bringen. Viele Unternehmen im heimischen Wirtschaftsraum k\u00f6nnen von zus\u00e4tzlichen Handlungsoptionen profitieren\u201c, erkl\u00e4rte Ausschussvorsitzender Walter Viegener und schlug die Br\u00fccke zum neuen S\u00fcdwestfalen Containerterminal in Kreuztal.<\/p>\n<p>Christian Betchen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH, skizzierte die Arbeit der vergangenen Jahre bis zur erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Zugverbindung von Kreuztal nach Verona. Dort liege das gr\u00f6\u00dfte Schiene-Stra\u00dfe-Terminal Italiens, so dass ein Umstieg in andere Regionen des Landes sowie zu den Seeh\u00e4fen mit Verbindungen nach Griechenland oder auf den Balkan problemlos m\u00f6glich sei. Die Laufzeit von Kreuztal nach Verona betrage 38 Stunden und ein entscheidender Vorteil liege in den h\u00f6heren Ladungsgewichten im kombinierten Verkehr. Buchbar seien Mitfahrten \u00fcber Spediteure mit eigenen Ladeeinheiten. Diese tr\u00fcgen auch das Auslastungsrisiko. F\u00fcr eine m\u00f6gliche Verbindung in Richtung der Seeh\u00e4fen in Rotterdam, Antwerpen oder Hamburg werde jeweils ein Partner ben\u00f6tigt, der die Anbindung erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann das \u00fcberkomplizierte Antragsverfahren f\u00fcr Schwertransporte mit einer digitalen Innovation noch in diesem Jahr praxisnah vereinfacht werden? 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