{"id":13935,"date":"2019-05-10T12:15:21","date_gmt":"2019-05-10T10:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13935"},"modified":"2019-05-10T12:15:21","modified_gmt":"2019-05-10T10:15:21","slug":"konjunkturabkuehlung-offenkundig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/konjunkturabkuehlung-offenkundig\/","title":{"rendered":"Konjunkturabk\u00fchlung offenkundig"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas Konjunkturklima k\u00fchlte sich in der regionalen Wirtschaft im Fr\u00fchjahr 2019 sp\u00fcrbar ab. Zahlreiche Unw\u00e4gbarkeiten bremsen die Dynamik der heimischen Unternehmen. Vor allem unsere exportorientierte Industrie bekommt dies zu sp\u00fcren. Dass wir nach einem jahrelangen Aufschwung eines Tages in eine Phase geringeren Wachstums eintreten, ist allerdings auch nicht wirklich \u00fcberraschend\u201c, kommentiert der IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage, an der sich 405 Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten. Wichtig sei jetzt, die Lage mit Augenma\u00df zu analysieren und auf dem politischen Parkett die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen.<\/p>\n<p>Der IHK-Konjunkturklimaindex \u2013 er ergibt sich aus Lagebeurteilung und Erwartungen &#8211; f\u00e4llt gegen\u00fcber der Befragung zu Jahresbeginn um 11 Punkte von 123 auf 112 Punkte zwar deutlich, bleibt aber immer noch auf \u00fcberdurchschnittlichem Niveau. Immer noch 38 Prozent der hiesigen Unternehmen bewerten ihre Gesch\u00e4ftslage als gut. Zum Jahresanfang meldete das noch fast die H\u00e4lfte. Im Vergleich zum Jahresanfang geben mit 11 Prozent auch doppelt so viele Unternehmen eine schlechte Gesch\u00e4ftslage an. \u201eTrotz dieser deutlich getr\u00fcbten Stimmung befindet sich unsere Wirtschaft nach wie vor in einer guten Verfassung. Sorgen bereiten uns jedoch die zum dritten Mal in Folge sinkenden Gesch\u00e4ftserwartungen. Erstmals seit f\u00fcnf Jahren sinkt der Saldowert der erwarteten Gesch\u00e4ftslage in den negativen Bereich\u201c, erl\u00e4utert Felix G. Hensel weiter. W\u00e4hrend 21 Prozent der Unternehmen von einer besseren Gesch\u00e4ftslage in den kommenden Monaten ausgehen, bef\u00fcrchten 22 Prozent schlechtere Gesch\u00e4fte. Beg\u00fcnstigt durch die geringe Arbeitslosigkeit, gestiegene Einkommen und die Rekordbesch\u00e4ftigung ist die Konsumstimmung aber ununterbrochen gut. Daher zeigt das Stimmungsbarometer im Einzelhandel auch nach oben. In den \u00fcbrigen Branchen zeigt es \u2013 von hohem Niveau aus &#8211; leicht nach unten.<\/p>\n<p>Die Lagebeurteilung der heimischen Industrie f\u00e4llt nach den Spitzenwerten in den vergangenen Jahren deutlich um 25 Punkte ab. Das ist der niedrigste Wert seit Januar 2016. Zwar geben noch 33 Prozent der Industrieunternehmen eine gute Gesch\u00e4ftslage an. Im Vergleich zum Jahresanfang sind das jedoch 16 Prozentpunkte weniger. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unternehmen mit schlechter Lagebeurteilung von 4 Prozent auf 13 Prozent. Dennoch sind die Industrieunternehmen weiterhin \u00fcber alle Branchen hinweg gut ausgelastet. Etwa 82 Prozent geben einen Auslastungsgrad von \u00fcber 70 Prozent an. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eWir kommen aus einer Hochkonjunktur. \u00dcber 17 Mrd. Euro setzten die Industrieunternehmen im Jahre 2018 um. Auch die \u00fcber 179.000 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten sind neuer regionaler Rekord. Zugleich bewegen wir uns mit einer Arbeitslosenquote von 4 Prozent nahe an der Vollbesch\u00e4ftigung. Das alles ist prima. Problematisch sind indessen die zum Teil deutlichen R\u00fcckg\u00e4nge bei den Auftragseing\u00e4ngen, und zwar sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Etwa 37 Prozent der Unternehmen machen dies geltend.\u201c Das erkl\u00e4re auch die deutlich gesunkenen Gesch\u00e4ftserwartungen. 29 Prozent der Industrieunternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit schlechteren Gesch\u00e4ften. Das ist ein Anstieg um 9 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eEs sind international einfach zu viele Krisenherde auf einmal. Das erkl\u00e4rt, warum etwa 35 Prozent der Unternehmen mit geringeren Exporten in den kommenden Monaten rechnen. Hinzu kommen die hausgemachten Probleme. Eine konsequent mittelstandsfreundliche Politik vermissen sehr viele Unternehmer nach wie vor. Notwendig w\u00e4ren aus unserer Sicht in der jetzigen konjunkturellen Situation eine konsequente Unternehmenssteuerreform, eine durchgreifende Senkung der Abgabenlast, weniger B\u00fcrokratie, deutlich schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Investitionen in Schulen und Universit\u00e4ten. Hier muss die Politik jetzt endlich die Bremsen lockern\u201c.<\/p>\n<p>Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen gehen 71 Prozent zuk\u00fcnftig von gleich bleibenden oder sogar besseren Gesch\u00e4ften aus. \u201eAuch die Investitionsbereitschaft bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. 79 Prozent der Industrieunternehmen wollen in den n\u00e4chsten Monaten die Investitionen im Inland auf gleichem Level halten oder sogar noch einmal steigern. Das ist ein gutes Signal f\u00fcr den Standort\u201c, betont IHK-Konjunkturexperte Stephan H\u00e4ger.<\/p>\n<p>Die Lage im Baugewerbe ist weiterhin au\u00dferordentlich gut. Zwar sinkt die Lagebeurteilung um zwei Punkte, bleibt aber auf dem zweith\u00f6chsten Stand der letzten 20 Jahre. Mehr als drei Viertel der befragten Baubetriebe geben eine gute Lage an. Erneut berichtet kein Unternehmen von einer schlechten Lage. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eHier brummt es nach wie vor. 85 prozent der Firmen sind bis zur Spitze ausgelastet. Fast jedes zweite Unternehmen gibt einen hohen Auftragsbestand an, teilweise bis ins kommende Jahr hinein. Problematisch ist allenfalls der akute Fachkr\u00e4ftemangel. Unternehmen berichten uns, dass daher ein weiteres Wachstum kaum m\u00f6glich sei.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDank der guten Konsumstimmung zeigt das Stimmungsbarometer im Einzelhandel nach oben. 35 Prozent der Einzelh\u00e4ndler beurteilen ihre Lage als gut, eine Steigerung um 3 Prozentpunkte. In den letzten Monaten profitierte der Konsum insbesondere von den guten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt\u201c, hebt Felix G. Hensel hervor, der zugleich darauf hinweist, dass sich die Stimmung der Gro\u00dfh\u00e4ndler dem gegen\u00fcber etwas eingetr\u00fcbt habe. 41 Prozent melden eine gute Lage, 13 Prozentpunkte weniger als im Januar. Die hiesigen Dienstleister berichten \u00fcberwiegend von einer stabilen Auftragslage und einer guten Auslastung. 45 Prozent der Dienstleister melden eine gute Lage, nur 7 Prozent eine schlechte. Zwar f\u00e4llt damit die Lagebeurteilung um 14 Punkte, bleibt aber auf einem hohen Niveau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Konjunkturklima k\u00fchlte sich in der regionalen Wirtschaft im Fr\u00fchjahr 2019 sp\u00fcrbar ab. Zahlreiche Unw\u00e4gbarkeiten bremsen die Dynamik der heimischen Unternehmen. 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