{"id":13840,"date":"2019-05-06T15:36:47","date_gmt":"2019-05-06T13:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13840"},"modified":"2019-05-06T15:38:15","modified_gmt":"2019-05-06T13:38:15","slug":"erster-zug-verlaesst-das-container-terminal-suedwestfalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/erster-zug-verlaesst-das-container-terminal-suedwestfalen\/","title":{"rendered":"Erster Zug verl\u00e4sst das Container-Terminal S\u00fcdwestfalen"},"content":{"rendered":"<p>Heute (6. Mai 2019) ist es soweit: In der Nacht zu Dienstag wird der erste Zug vom neuen Container-Terminal S\u00fcdwestfalen in Kreuztal auf die Reise gehen: ab sofort verbinden drei Direktz\u00fcge pro Woche das Siegerland mit Verona in Norditalien. F\u00fcr die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW) bricht damit ein neues Zeitalter an, betonte Landrat Andreas M\u00fcller, Vorsitzender des Aufsichtsrates der KSW, bei einem Ortstermin.<\/p>\n<p>Mit nur 38 Stunden Laufzeit er\u00f6ffnet der Zug Spediteuren und Transporteuren die M\u00f6glichkeit eines schnellen und \u00fcberaus umweltfreundlichen Transportes von Waren und G\u00fctern zwischen den Wirtschaftszentren in S\u00fcdwestfalen und den Metropolregionen Stuttgart und Verona. \u201eDamit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur St\u00e4rkung unserer Industrieregion Nummer 1 in NRW und tragen massiv zum Umweltschutz bei. Denn der Transport von G\u00fctern per Bahn ist bedeutend klimafreundlicher als reine LKW-Transporte\u201c, unterstreicht der Landrat: \u201eZudem entlasten wir die ohnehin chronisch verstopften Autobahnen\u201c.<\/p>\n<p>Partner der KSW beim Betrieb des Container-Terminals ist die Kombiverkehr KG, Europas gr\u00f6\u00dfter Anbieter f\u00fcr die Realisierung intermodaler Verkehre. Mit dem neuen Angebot steigert das Frankfurter Unternehmen das Leistungsangebot von und nach Italien via Brenner auf insgesamt 148 Zugabfahrten pro Woche.<\/p>\n<p>\u201eUm ein kundenfreundliches Angebot bereitzustellen, haben wir alles darangesetzt, den Wunschfahrplan der zuk\u00fcnftigen Nutzer weitestgehend zu realisieren\u201c, erkl\u00e4rt Kombiverkehr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Robert Breuhahn. Aufgrund der hohen Belegung sowohl des Terminals Verona Quadrante Europa als auch der italienischen Trassen sei dies nicht ganz einfach gewesen, aber letztendlich doch gelungen: \u201eAn fast allen Verkehrstagen sprechen sp\u00e4te Annahmeschluss- und fr\u00fche Bereitstellungszeiten f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t unseres neuen Angebotes.\u201c<\/p>\n<p>Zudem verkn\u00fcpfe die neue Strecke zwei Gegenden, die auch wirtschaftlich gut zusammenpassen: \u201eEine klassische Stahl verarbeitende Region mit einer, die viel Stahl empf\u00e4ngt und versendet\u201c, sagt Christian Betchen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Dass der neue Zug von Anfang an grenz\u00fcberschreitend unterwegs ist, sei zudem ein absolutes Alleinstellungsmerkmal im ein- und ausgehenden Schieneng\u00fcterverkehr in Siegen-Wittgenstein, betont Betchen, was ihn zus\u00e4tzlich freue.<\/p>\n<p>Zu den ersten Unternehmen aus der Region, die das Container-Terminal mit ihren Speditionspartnern nutzen, geh\u00f6ren die Erndtebr\u00fccker Eisenwerke (EEW). Ingo Roth, Leiter Logistik, betont dass das Unternehmen als inhabergef\u00fchrter Weltmarktf\u00fchrer in der Herstellung von Gro\u00dfrohren aus Stahl eine ausgepr\u00e4gte Affinit\u00e4t zum Schieneng\u00fcterverkehr habe: \u201eDas neue Container-Terminal er\u00f6ffnet unseren Transportdienstleistern ab sofort Synergien durch k\u00fcrzere LKW-Uml\u00e4ufe zu unserem Wittgensteiner Werk und wir profitieren von den h\u00f6heren Ladungsgewichten im kombinierten Verkehr\u201c, so Roth: \u201eUmso mehr freut es uns, dass die erste Direktzugverbindung nach Verona f\u00fcr uns auch noch zum richtigen Ziel f\u00fchrt. Wir k\u00f6nnen damit n\u00e4mlich Teile f\u00fcr ein Pipeline-Projekt im mittleren Osten intermodal ans Ziel bringen. Denn dieses Projekt ist der gr\u00f6\u00dfte Auftrag unserer Unternehmensgeschichte.\u201c<\/p>\n<p>Auch die EMW Stahl Service GmbH in Neunkirchen nutzt den neuen Zug. \u201e\u00dcber die KSW-Infrastruktur der Freien Grunder Eisenbahn sind wir an das bundesdeutsche Schienennetz angebunden\u201c, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Mockenhaupt: \u201eMit dem Container-Terminal der KSW und der neuen Direktzugverbindung von Kombiverkehr nach Verona haben wir nun die M\u00f6glichkeit, Versandmengen in wettbewerbsf\u00e4higen Laufzeiten \u00fcber die Schiene zu transportieren. Dass wir dabei mit jedem auf dieser Zugverbindung transportierten Trailer auch noch die CO2-Emissionen um 2\/3 gegen\u00fcber dem durchgehenden Stra\u00dfentransport reduzieren, ist ein gro\u00dfer Vorteil des Intermodalverkehrs.\u201c Die neue Direktverbindung verkehrt nach einem festen Fahrplan. In Richtung Nord-S\u00fcd k\u00f6nnen Spediteure und Logistikunternehmen ihre Ladeeinheiten montags, mittwochs und freitags ab Kreuztal und Kornwestheim versenden. Auch in der Gegenrichtung ab Verona sind Montag, Mittwoch und Samstag die regul\u00e4ren Verkehrstage.<\/p>\n<p>Kreisbahn und Kombiverkehr setzen darauf, noch weitere Unternehmen von den Vorz\u00fcgen des kombinierten Transportes auf Stra\u00dfe und Schiene zu \u00fcberzeugen. Ein Pluspunkt ist z.B. das h\u00f6here Ladungsgewicht. Denn im Vergleich zum reinen LKW-Transport sind im Vor- und Nachlauf zu den Terminals 44 Tonnen Gesamtgewicht zul\u00e4ssig \u2013 also 10 % mehr als im reinen LKW-Verkehr.\u00a0 Hinzu kommt: Der Zugverkehr ist von Sonn- und Feiertagsfahrverboten befreit. Und auch in personeller Hinsicht biete der Transport \u00fcber die Schiene Vorteile: \u201eIn der heutigen Zeit des Fachkr\u00e4ftemangels ist es sicherlich einfacher, Fahrer zu finden, die nur kurze Strecken fahren, als solche, die im Fernverkehr ihr Leben im Lkw verbringen wollen\u201c, sagt Christian Betchen.<\/p>\n<p>Gleichwohl warten auf die Betreiber des S\u00fcdwestfalen Container-Terminals noch einige Herausforderungen. \u201eDie gr\u00f6\u00dfte wird sein, dass wir Aufkl\u00e4rungsarbeit zu leisten haben, um eine Region, die kombinierten Verkehr nicht gewohnt ist, erst einmal daf\u00fcr zu gewinnen\u201c, meint Christian Betchen. F\u00fcr die Verlader, die im Ruhrgebiet oder Rhein-Main-Neckar-Delta beheimatet sind, wo es seit 20 oder 30 Jahren intermodale Angebote gibt, sei dies etwas ganz Normales. Bei den mittelst\u00e4ndischen Verladern im Siegerland sehe das jedoch noch anders aus. \u201eDa gibt es eine gewisse Grundskepsis. Ich denke, dass wir sie aber jetzt mit einem guten Start \u00fcberzeugen k\u00f6nnen\u201c, ist der Diplom-Betriebswirt optimistisch.<\/p>\n<p>Das neue Container-Terminal der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein wurde Mitte September 2018 auf dem Betriebsgel\u00e4nde in Kreuztal im Beisein von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Logistik offiziell er\u00f6ffnet. Es ist insgesamt 18.500 m\u00b2 gro\u00df, hat zwei Umschlaggleise, die je 225 m lang sind, sowie ein 191 m langes Abstellgleis. Die moderne Umschlagtechnik und die reibungslose Verbindung von Stra\u00dfe und Schiene machen die Anlage in Kreuztal zu einem der effizientesten Verkehrsknotenpunkte in S\u00fcdwestfalen.<\/p>\n<p>Das Terminal Kreuztal ist der einzige Standort am s\u00fcdlichen Ende des Rhein-Ruhr-Gebietes, der ohne Nutzung der Rheinstrecke mit dem Ladeeinheiten-Profil P400 angefahren werden kann\u201c, betont Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerkollege Armin Riedl. \u201eMit dem Shuttlezug von und nach Verona haben wir nun den Grundstein f\u00fcr eine erfolgreiche Entwicklung des Terminals gelegt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute (6. 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