{"id":13702,"date":"2019-04-23T12:35:23","date_gmt":"2019-04-23T10:35:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13702"},"modified":"2019-04-23T12:35:23","modified_gmt":"2019-04-23T10:35:23","slug":"die-zukunft-europas-liegt-in-unseren-haenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-zukunft-europas-liegt-in-unseren-haenden\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Zukunft Europas liegt in unseren H\u00e4nden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Europa und Stahl \u2013 beides ist historisch eng miteinander verwoben. Liegt der Ursprung der Europ\u00e4ischen Union doch in der fr\u00fcheren Europ\u00e4ischen Gemeinschaft f\u00fcr Kohle und Stahl (EGKS). Seitdem ist die Stahlindustrie in Europa fest mit dem europ\u00e4ischen Projekt verbunden. Und auch heute bekennt sich die Branche in Deutschland zum gemeinsamen Staatenverbund. Deswegen haben die Stahlunternehmen ihre Belegschaften dazu aufgerufen, sich am 26. Mai 2019 an der Europawahl zu beteiligen, erkl\u00e4rt Hans J\u00fcrgen Kerkhoff im aktuellen <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/die-zukunft-europas-liegt-in-unseren-haenden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wirtschaftsblog-NRW &#8222;Klartext im Westen&#8220;<\/a>. Er ist Pr\u00e4sident und Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh sowie Vize-Pr\u00e4sident von unternehmer nrw.<\/p>\n<p>Viele pers\u00f6nliche Lebenswege sind heute ohne das vereinte Europa kaum noch vorstellbar. F\u00fcr mein Studium verschlug es mich unter anderem nach Gro\u00dfbritannien. In meiner Laufbahn bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl lernte ich als Leiter des Br\u00fcsseler B\u00fcros die Hauptstadt Europas kennen und sch\u00e4tzen. Die erlebte Freiz\u00fcgigkeit in der Europ\u00e4ischen Union ist f\u00fcr mich ein Wert, f\u00fcr den es sich zu k\u00e4mpfen lohnt.<\/p>\n<p>Die Verteidigung der europ\u00e4ischen Idee und Werte wird durch die aktuellen Herausforderungen f\u00fcr die europ\u00e4ischen Partner zunehmend schwieriger: Das Wachstum des Welthandels hat sich verlangsamt und die gesellschaftliche Zustimmung zur Globalisierung abgenommen. Weltweit nehmen im Gegenzug der Protektionismus und die Abschottung zu. Multilaterale Organisationen wie die Welthandelsorganisation haben ihre ordnende Kraft eingeb\u00fc\u00dft und somit ihre Wirkm\u00e4chtigkeit gegen staatskapitalistische Str\u00f6mungen und zunehmende protektionistische Regelverletzungen weitgehend verloren.<\/p>\n<p>Und die Herausforderungen werden weiter zunehmen, denn der Welthandel entfernt sich vom fairen Wettbewerb. Blicken wir in Richtung USA, so sehen wir uns m\u00f6glichen Importz\u00f6llen im Automobilbereich gegen\u00fcber. Stahl aus Europa ist bereits seit mehr als einem halben Jahr mit Strafz\u00f6llen belegt. Wir k\u00f6nnen nur erahnen, welchen Schritt der US-amerikanische Pr\u00e4sident als N\u00e4chstes plant. Auf Ebene der G20-Staaten dr\u00e4ngt die Europ\u00e4ische Union auf den Abbau von Subventionen. Hier steht insbesondere China in der Verantwortung. Neben der zentralen Handelspolitik kann auch europ\u00e4ische Industriepolitik eine Antwort auf diese neuen internationalen Ver\u00e4nderungen sein.<\/p>\n<p>Dem Europ\u00e4ischen Parlament wird bei der Bew\u00e4ltigung dieser Herausforderungen eine entscheidende Rolle zukommen: Mit der Europawahl im Mai wird auch die politische Ausrichtung in der Europ\u00e4ischen Union in den kommenden Jahren bestimmt. Im globalen Machtgef\u00fcge zwischen China, Russland und den USA k\u00f6nnen wir zwar versuchen, uns einzeln Geh\u00f6r zu verschaffen. Wirklich sicher ist uns die Aufmerksamkeit allerdings nur, wenn wir als Europ\u00e4er f\u00fcr unsere Grundwerte gemeinsam einstehen. Die Antwort auf die internationalen Herausforderungen kann nicht in einem \u201eweniger Europas\u201c liegen. Deshalb sollten wir der Europ\u00e4ischen Union den R\u00fccken st\u00e4rken und sie zu einem entschiedeneren Auftreten bei internationalen Verhandlungen ermutigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Stahlindustrie in Deutschland ist die europ\u00e4ische Integration auch eine Erfolgsgeschichte. Besonders hervorzuheben ist der gemeinsame Binnenmarkt: Rund 80 Prozent des in Deutschland produzierten Stahls werden in der Europ\u00e4ischen Union weiterverarbeitet. Daher ist der freie und faire Handel mit den anderen Mitgliedsstaaten f\u00fcr uns von gro\u00dfem Wert.<\/p>\n<p>Ich will damit sagen: Dies sind nicht die Zeiten, in denen wir uns mit Kritik an der Europ\u00e4ischen Union aufhalten sollten. Am Ende schaden wir uns damit nur selbst. Vielmehr sind es die Errungenschaften und Vorteile eines vereinten Europas f\u00fcr jeden Einzelnen von uns, die betont werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Europawahl im Mai entscheidet \u00fcber die k\u00fcnftige Entwicklung der Europ\u00e4ischen Union und somit auch \u00fcber Wohlstand und Frieden. Wir k\u00f6nnen daran mitwirken, dass die Gemeinschaft gest\u00e4rkt aus dieser Wahl hervorgeht. Denn die Zukunft Europas liegt in unseren H\u00e4nden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa und Stahl \u2013 beides ist historisch eng miteinander verwoben. 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