{"id":13483,"date":"2019-04-05T12:24:03","date_gmt":"2019-04-05T10:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13483"},"modified":"2019-04-05T12:25:42","modified_gmt":"2019-04-05T10:25:42","slug":"mit-90-jahren-noch-im-eigenen-salon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/mit-90-jahren-noch-im-eigenen-salon\/","title":{"rendered":"Mit 90 Jahren noch im eigenen Salon"},"content":{"rendered":"<p>Gutgelaunt arbeitet Friseurmeisterin Gudrun Jabs mit 90 Jahren noch immer in ihrem eigenen kleinen Friseursalon und bedient vor allem ihre langj\u00e4hrige Stammkundschaft. Das ist einzigartig in der Region. Anl\u00e4sslich ihres runden Geburtstages haben Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft J\u00fcrgen Ha\u00dfler und Ehrenobermeister der Friseur-Innung Westfalen-S\u00fcd Reiner Gerhard ihr Ehrenmitglied besucht und pers\u00f6nlich gratuliert.<\/p>\n<p>Wer nun mit einer typisch 90-j\u00e4hrigen alten Dame mit k\u00f6rperlichen Gebrechen gerechnet hat, der liegt bei Gudrun Jabs gr\u00fcndlich daneben. Maximal wie 75 wirkt sie, die gut gelaunte und agile Friseurmeisterin. In ihrem Haus in Siegen betreibt sie nach wie vor \u2013 f\u00fcr sie ganz selbstverst\u00e4ndlich \u2013 ihren eigenen Friseursalon. Mit dabei ist Ihre Mitarbeiterin Gertrud Kringe, die bereits seit 54 Jahren im Salon arbeitet. Viele der langj\u00e4hrigen Kundinnen und Kunden kommen bereits von Kindheit an. Einige hat Gudrun Jabs aber auch schon \u00fcberlebt. An das Aufh\u00f6ren hat sie aber noch nie gedacht: \u201eIch mache das so lange, wie ich kann. Es macht mir einfach gro\u00dfen Spa\u00df und es h\u00e4lt mich fit.\u201c Fit h\u00e4lt sie auch ihr Hund Feli, eine kleine Havaneser-Dame, die nach Aussagen von Tochter Alexandra Jabs \u201eein wenig unerzogen, aber stets aktiv und liebenswert\u201c sei und deshalb perfekt zu ihrer Mutter passe. T\u00e4glich geht Gudrun Jabs mit ihrer H\u00fcndin drau\u00dfen spazieren und k\u00fcmmert sich liebevoll um das Tier.<\/p>\n<p>Auch vor moderner Technik macht die redegewandte und vielseitig interessierte Friseurmeisterin nicht Halt: Zum Geburtstag w\u00fcnschte sie sich deshalb ein Smartphone mit WhatsApp. So k\u00f6nne sie sich endlich selber Fotos und Videos mit Freunden und Bekannten hin- und herschicken. \u201eDas muss ich jetzt aber erstmal noch lernen\u201c, so die humorvolle Gudrun Jabs \u2013 sichtlich erfreut \u00fcber das Geschenk der Familie. Doch nicht nur telefonisch h\u00e4lt die Seniorin den Kontakt zu Familie und Freunden. Mit ihrem eigenen Auto ist sie nach wie vor mobil. \u201eVor kurzem ist sie sogar noch bis nach Heidelberg gefahren\u201c, erz\u00e4hlt Alexandra Jabs.<\/p>\n<p>Gudrun Jabs ist ein echtes \u201eSiegerl\u00e4nder M\u00e4dchen\u201c und wurde am 28. M\u00e4rz 1929 geboren. Aufgewachsen ist sie nahe Wilnsdorf mit drei weiteren Geschwistern. Davon lebt heute noch ihr 83-j\u00e4hriger Bruder. Dass sie einmal in einem eigenen Friseursalon arbeiten w\u00fcrde, war damals nicht abzusehen. Denn zun\u00e4chst machte Gudrun Jabs eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung und war auch 17 Jahre in diesem Beruf t\u00e4tig. Die Begeisterung f\u00fcr das Friseurhandwerk entfachte erst, als sie ihren Mann Kurt Jabs kennenlernte, der als Friseurmeister 1948 seinen eigenen Salon er\u00f6ffnet hatte. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 1996 f\u00fchrt Gudrun Jabs den Salon alleine fort \u2013 bis heute.<\/p>\n<p>Doch wie es \u00fcberhaupt dazu kam, dass sie Friseurmeisterin wurde, fasst die junggebliebene Seniorin so zusammen: \u201eAls langj\u00e4hriger Obermeister der Friseur-Innung Siegen-Wittgenstein war mein Mann Kurt damals auch involviert, als ein innungseigenes Schulgeb\u00e4ude in Netphen gekauft wurde und zu einem eigenen Berufsbildungszentrum f\u00fcr Friseurinnen und Friseure umgebaut und entwickelt werden sollte. Die zentrale Frage war damals: Wer soll und kann denn \u00fcberhaupt unterrichten? Geeignetes Personal zur Ausbildung junger Fachkr\u00e4fte zu finden, war schwierig.\u201c F\u00fcr ihren Mann habe die L\u00f6sung nahe gelegen: \u201eDas kann keiner au\u00dfer dir, Gudrun\u201c. Er habe sie gebeten, in der Schule t\u00e4tig zu werden, erinnert sich die Senioren heute zur\u00fcck. Gesagt \u2013 Getan. Kurzerhand gab Gudrun Jabs ihren eigenen Beruf auf und begann stattdessen im Jahr 1962 eine Ausbildung zur Friseurin. Die langj\u00e4hrige Berufserfahrung im kaufm\u00e4nnischen Bereich wurde ihr angerechnet und so wurde sie bereits am 4. Mai 1964 Friseurmeisterin. 25 Jahre lang war Gudrun Jabs anschlie\u00dfend als Dozentin im heutigen Berufsbildungszentrum der Friseur-Innung Westfalen-S\u00fcd t\u00e4tig. \u201eDie Arbeit mit den jungen Menschen hat mir immer sehr viel Freude bereitet\u201c, erinnert sie sich. \u201eUnd sie war immer sehr beliebt. Durch ihre m\u00fctterliche Art hatte sie immer ein offenes Ohr \u2013 nicht nur, wenn es um fachliche Themen ging. Das haben ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler immer an ihr gesch\u00e4tzt\u201c, f\u00fcgt Tochter Alexandra hinzu.<\/p>\n<p>Dass sie nicht nur leidenschaftliche Friseure sind, sondern sich auch mit Leidenschaft f\u00fcr den Beruf engagieren, haben die Eheleute Jabs mit der jahrzehntelangen ehrenamtlichen Arbeit in der Friseur-Innung unter Beweis gestellt. Neben Kurt Jabs, der jahrelang Obermeister der damaligen Friseurinnung Siegen-Wittgenstein war, ist auch Gudrun Jabs ein Urgestein der Innung. Von 1968 bis 1996 war sie Gesellenbeisitzerin im Pr\u00fcfungsausschuss der Innung t\u00e4tig \u2013 viele Jahre davon als Altgesellin. F\u00fcr diese sage und schreibe 28 Jahre ehrenamtliche Leistung wurde Gudrun Jabs 1983 mit der Silbernen und 1993 mit der Goldenen Ehrennadel des Friseurverbandes NRW ausgezeichnet. \u201eUnser Leben war die Innung. Aber das war auch wirklich eine sch\u00f6ne Zeit\u201c, strahlt die Friseurmeisterin und erinnert sich besonders gerne an die lustigen Fahrten zu den Lehrg\u00e4ngen zur\u00fcck. Arbeit sei f\u00fcr sie neben der Familie immer selbstverst\u00e4ndlich gewesen. Eine Auszeit f\u00fcr die Erziehung der beiden Kinder habe es nicht gegeben. Durch den Salon im eigenen Haus habe sie Familie und Beruf aber gut unter einen Hut bekommen k\u00f6nnen, res\u00fcmiert die 90-j\u00e4hrige Powerfrau.<br \/>\nDie Einzige ihrer Art<\/p>\n<p>Seit 2013 ist Gudrun Jabs Ehrenmitglied der Friseur-Innung Westfalen-S\u00fcd und weit und breit die Einzige, die in diesem hohen Alter noch einen eigenen Salon f\u00fchrt. \u201eFrau Jabs ist unsere \u00e4lteste aktive Handwerkerin. Hut ab vor dieser Leistung. Es ist sch\u00f6n, dass Frau Jabs noch so fit ist und wir hoffen, sie noch lange als aktive Friseurmeisterin dabei zu haben. Immerhin hat sie wohl mit rund 55 Jahren die meiste Berufserfahrung von allen\u201c, freut sich auch J\u00fcrgen Ha\u00dfler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gutgelaunt arbeitet Friseurmeisterin Gudrun Jabs mit 90 Jahren noch immer in ihrem eigenen kleinen Friseursalon und bedient vor allem ihre langj\u00e4hrige Stammkundschaft. 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