{"id":13480,"date":"2019-04-05T10:53:36","date_gmt":"2019-04-05T08:53:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13480"},"modified":"2019-04-05T10:53:36","modified_gmt":"2019-04-05T08:53:36","slug":"warum-werkstoffe-muede-werden-und-sich-nicht-erholen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/warum-werkstoffe-muede-werden-und-sich-nicht-erholen\/","title":{"rendered":"Warum Werkstoffe m\u00fcde werden und sich nicht erholen"},"content":{"rendered":"<p class=\"newsitem_lead\">Wie kommt es zu Erm\u00fcdungserscheinungen an Bauteilen? Wie lassen diese sich untersuchen \u2013 und wie k\u00f6nnen Sch\u00e4den vermieden werden? Um solche und \u00e4hnliche Fragen ging es bei einer Fortbildung am Institut f\u00fcr Werkstofftechnik der Uni Siegen.<\/p>\n<p>Wenn Bauteile aus Konstruktionswerkstoffen versagen, ist der Schaden oft dramatisch. Das Zugungl\u00fcck von Eschede 1998 oder\u00a0der Einsturz einer Br\u00fccke in Seoul (S\u00fcdkorea) 1994 sind traurige Beispiele, die viele Menschenleben gekostet haben. Beide Ungl\u00fccke hatten ihre Ursachen in der Materialerm\u00fcdung. Der Begriff \u201eErm\u00fcdung\u201c bezeichnet dabei eine durch zyklische Belastung hervorgerufene, allm\u00e4hliche Sch\u00e4digung eines Bauteils. Schlimmstenfalls kann sie dazu f\u00fchren, dass das Teil versagt. Im Rahmen einer dreit\u00e4gigen Fortbildung am Institut f\u00fcr Werkstofftechnik der Universit\u00e4t Siegen haben sich IngenieurInnen und WissenschaftlerInnen intensiv mit dem Thema besch\u00e4ftigt. Die Veranstaltung \u201eErm\u00fcdungsverhalten metallischer Werkstoffe\u201c wurde von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Materialkunde (DGM) organisiert.<\/p>\n<p>Aus tragischen Schadensf\u00e4llen wie in Eschede oder Seoul haben sich unmittelbar Konsequenzen ergeben: Jedes technische Bauteil muss heute gegen Materialerm\u00fcdung ausgelegt werden. Um dies sicher machen zu k\u00f6nnen und gegebenenfalls \u201emit Rissen zu leben\u201c, ben\u00f6tigt man detaillierte Kenntnisse zu den Ursachen der Sch\u00e4digungsentstehung und -entwicklung, die in der Fortbildung unter Leitung von Prof. Dr. Hans-J\u00fcrgen Christ vermittelt wurden: \u201eZielgruppe der Fortbildung sind insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieure aus den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen. Es geht uns darum, ihnen die n\u00f6tigen Hintergr\u00fcnde zu vermitteln, damit sie die eigenen Produkte noch weiter verbessern k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rte Christ.<\/p>\n<p>Die TeilnehmerInnen wurden dabei nicht nur mit dem erforderlichen theoretischen Wissen ausgestattet. In kleinen Gruppen f\u00fchrten sie au\u00dferdem Demonstrationsversuche zu verschiedenen Themenbereichen durch. So wurde beispielsweise gezeigt, wie ein Erm\u00fcdungsriss w\u00e4chst und wie dieses Wachstum mathematisch beschrieben werden kann. Aus der mathematischen Gleichung ergibt sich dann sofort die Grundgleichung f\u00fcr die Absch\u00e4tzung der Restlebensdauer.<\/p>\n<p>Bei der Fortbildung, die in Siegen schon zum 14. Mal angeboten wurde, bringen sich traditionell auch zahlreiche externe Experten als Dozenten ein. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das begleitende Rahmenprogramm: In diesem Jahr gab es bei einer Stadtf\u00fchrung durch die Siegener Altstadt und einem geselligen Abend die Gelegenheit, sich noch besser kennen zu lernen und zu vernetzen. Kontakte, die beruflich weiterhelfen \u2013 die letzten Endes aber sicherlich auch dazu beitragen, die Welt ein wenig sicherer zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kommt es zu Erm\u00fcdungserscheinungen an Bauteilen? Wie lassen diese sich untersuchen \u2013 und wie k\u00f6nnen Sch\u00e4den vermieden werden? 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