{"id":1345,"date":"2013-04-30T10:54:23","date_gmt":"2013-04-30T08:54:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1345"},"modified":"2013-04-30T10:55:06","modified_gmt":"2013-04-30T08:55:06","slug":"zuwanderung-aus-nicht-eu-laendern-von-nachrangiger-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/zuwanderung-aus-nicht-eu-laendern-von-nachrangiger-bedeutung\/","title":{"rendered":"Zuwanderung aus Nicht-EU-L\u00e4ndern ist von nachrangiger Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p>Fast zwei Drittel der Personalverantwortlichen in den IHK-zugeh\u00f6rigen Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe begr\u00fc\u00dfen zwar die neuen Regelungen zur erleichterten Zuwanderung von Fachkr\u00e4ften aus Nicht-EU-L\u00e4ndern. Knapp drei Viertel messen ihnen bei ihrer eigenen betrieblichen Personalentwicklung derzeit allerdings noch keine grundlegende Bedeutung bei. Weniger als 10 Prozent der Unternehmen werden dadurch voraussichtlich mehr Facharbeiter aus Nicht-EU-Staaten einstellen. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Blitzumfrage, die die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) durchf\u00fchrte, nachdem die Bundesregierung k\u00fcrzlich die Besch\u00e4ftigungsverordnung f\u00fcr Nicht-EU-B\u00fcrger neu regelte. Der heimische Arbeitsmarkt soll dadurch f\u00fcr Facharbeiterinnen und Facharbeiter aus diesen Staaten ge\u00f6ffnet beziehungsweise erleichtert werden. F\u00fcr diesen Personenkreis war es bisher kaum m\u00f6glich, in Deutschland zu arbeiten. Nach der neuen Regelung sollen Facharbeiter, die k\u00fcnftig in Deutschland arbeiten m\u00f6chten, pr\u00fcfen lassen, ob der Ausbildungsabschluss gleichwertig mit einer deutschen Berufsausbildung ist. Das Verfahren kann vom Heimatland aus betrieben werden. Zudem muss ein entsprechender Bedarf am heimischen Arbeitsmarkt bestehen. Die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ermittelt daher regelm\u00e4\u00dfig die Engpassberufe. Die Verordnung soll voraussichtlich ab Juli 2013 gelten. Bis dahin soll die Positivliste f\u00fcr die gesuchten Facharbeiter-Berufe fertig gestellt sein.<\/p>\n<p>Die Kammer fragte bei Personalverantwortlichen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe nach, was diese von der neuen Regelung halten. \u00dcber 80 Firmen antworteten. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt: \u201eDie Botschaft ist eindeutig. Der Zuzug von au\u00dfereurop\u00e4ischen Fachkr\u00e4ften ist aus Sicht der Firmen im Hinblick auf das Fachkr\u00e4fteproblem von nachrangiger Bedeutung. Vielmehr sehen sich die Unternehmen vor allem selbst in der Pflicht. Die neuen Regelungen sind grunds\u00e4tzlich sicher ein Schritt in die richtige Richtung, dem allerdings weitere folgen m\u00fcssen, insbesondere um das im Inland verf\u00fcgbare Fachkr\u00e4ftepotenzial noch besser nutzen zu k\u00f6nnen.\u201c Hier s\u00e4hen die Unternehmen zumindest derzeit den zentralen Ansatzpunkt zur Milderung der Fachkr\u00e4fteproblematik. F\u00fcr immerhin 54 Prozent der Unternehmen sei dies von wesentlicher Bedeutung. Zumindest kurzfristig seien daher von den gelockerten Zuwanderungsregelungen keine nennenswerten Effekte zu erwarten. Dies d\u00fcrften die arbeitsmarktpolitischen Akteure im Bund schon allein deswegen nicht ignorieren, weil diesbez\u00fcglich bereits bei fr\u00fcheren Befragungen eine gewisse Skepsis bei den Unternehmen offenkundig geworden sei. Auch die so genannte \u201eBlue Card\u201c, die Akademikern aus Nicht-EU-Staaten verbesserte M\u00f6glichkeiten verschaffte, in der Bundesrepublik zu arbeiten, sei zwar von den Personalverantwortlichen der Unternehmen prinzipiell begr\u00fc\u00dft worden, ohne dass man von ihr jedoch nennenswerte Wirkungen f\u00fcr die eigene betriebliche Personalpolitik erwartet h\u00e4tte. Auf der Priorit\u00e4tenskala der Firmen hinsichtlich der Fachkr\u00e4fteversorgung rangiere jedenfalls derzeit die Probleml\u00f6sung im Inland eindeutig vor derjenigen im Ausland.<\/p>\n<p>Folgerichtig gaben 89 Prozent der Befragten an, sich bei ihren Aktivit\u00e4ten vornehmlich auf das Inland konzentrieren zu wollen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis brachte die Umfrage hervor: Die Firmen wollen vor allem ihre eigenen Aktivit\u00e4ten intensivieren. Denn auf die Frage, was unabh\u00e4ngig von den Zuwanderungsregelungen f\u00fcr Facharbeiter beim Thema Fachkr\u00e4fte von vorrangiger Bedeutung sei, nannten drei Viertel der Unternehmen an erster Stelle die Aus- und Weiterbildung des eigenen Personals, dicht gefolgt von vermehrten Anstrengungen f\u00fcr eine verbesserte Vereinbarung von Familie und Beruf (69 Prozent). Es folgt die Forderung nach einer durchgreifenden Verbesserung des Bildungsniveaus in Deutschland (64 Prozent). Immerhin 39 Prozent der Betriebe wollen in Zukunft auch verst\u00e4rkt \u00e4ltere Fachkr\u00e4fte einstellen.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber wird die vermehrte Einstellung von Frauen (25 Prozent) deutlich seltener genannt. IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDas hat uns doch etwas verwundert. Denn die Aktivierung nicht erwerbst\u00e4tiger Frauen ist aus unserer Sicht unverzichtbar, wenn das Problem fehlender Fachkr\u00e4fte insbesondere in den technischen Berufen konsequent angegangen werden soll.\u201c Weniger erstaunlich ist aus Sicht der IHK, dass lediglich 20 Prozent der Firmen die Forderung nach mehr Ingenieurabsolventen f\u00fcr vorrangig halten und nur 10 Prozent insgesamt mehr Hochschulabsolventen in Deutschland fordern. Das mache ein weiteres Mal deutlich, dass das Hauptgewicht bei der Fachkr\u00e4ftesicherung bei den beruflich Qualifizierten liegt und erst in zweiter Linie bei Akademikern. Zudem gaben nur 13 Prozent der befragten Personalchefs an, man solle das Zuwanderungsrecht mit dem Ziel \u00e4ndern, Zuwanderer ausschlie\u00dflich nach ihren Qualifikationen einreisen zu lassen. Auch diese gesellschaftspolitisch immer wieder diskutierte Forderung wird offenbar von der \u00fcberwiegenden Mehrzahl der Personalchefs noch nicht als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit gesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast zwei Drittel der Personalverantwortlichen in den IHK-zugeh\u00f6rigen Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe begr\u00fc\u00dfen zwar die neuen Regelungen zur erleichterten Zuwanderung von Fachkr\u00e4ften aus Nicht-EU-L\u00e4ndern&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-1345","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1345"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1348,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1345\/revisions\/1348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}