{"id":13298,"date":"2019-03-26T10:07:29","date_gmt":"2019-03-26T09:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13298"},"modified":"2019-04-24T11:47:03","modified_gmt":"2019-04-24T09:47:03","slug":"die-zukunft-europas-menschlich-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-zukunft-europas-menschlich-gestalten\/","title":{"rendered":"Die Zukunft Europas menschlich gestalten"},"content":{"rendered":"<p>Vor zwanzig Jahren wurden im italienischen Bologna die Weichen f\u00fcr die Errichtung eines Europ\u00e4ischen Hochschulraums gestellt. Die Hochschulsysteme der europ\u00e4ischen L\u00e4nder wurden einander angen\u00e4hert und aufeinander abgestimmt mit dem Ziel, die Anerkennung von Abschl\u00fcssen zu erleichtern und die Mobilit\u00e4t aller Hochschulangeh\u00f6rigen zu f\u00f6rdern. Dieser Prozess, der aktuell als \u201eBologna 2020\u201c fortgef\u00fchrt wird, hat im Hinblick auf den europ\u00e4ischen Gedanken eine enorme Strahlkraft entwickelt: Studierende und WissenschaftlerInnen lernen und forschen grenz\u00fcberschreitend und leben so die europ\u00e4ische Vereinigung vor, das unterstreicht Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universit\u00e4t Siegen, in seinem Beitrag im <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger stehen in der Europ\u00e4ischen Union einer Vielzahl von Gesetzen, Regularien und Verwaltungsstrukturen gegen\u00fcber, die notwendig sind \u2013 jedoch m\u00f6glicherweise manchmal den Blick auf das Wesentliche verstellen: Im Mittelpunkt stehen die Menschen. Es ist ihre Aufgabe und ihre Chance, die Zukunft Europas gemeinsam zu gestalten. Durch Bildung und den Transfer von Wissen in die Gesellschaft hinein schaffen auch die Hochschulen die Voraussetzungen daf\u00fcr. Sie erm\u00f6glichen grenz\u00fcberschreitendes und interdisziplin\u00e4res Studieren, Lehren und Forschen und werden so zu Wissensvermittlern, Impulsgebern und zum Motor der Innovation \u2013 und dies im Geiste praktischer Kooperation im internationalen Raum. Damit tragen Hochschulen zu einer \u00a0dynamischen, europ\u00e4ischen B\u00fcrger- und Wissensgesellschaft bei. Bei der Wahl des Europ\u00e4ischen Parlaments im kommenden Mai sind die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gefragt: Es geht darum, das Europa von morgen zu fordern und zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Angesichts aktueller und zuk\u00fcnftiger Herausforderungen wie dem Einwanderungsdruck, der andauernden Wirtschafts- und Strukturkrise in Teilen der EU, der Digitalisierung oder steigenden Umwelt-, Technik- und Sicherheitsrisiken gilt es, eine lebenswerte Zukunft in Europa zu erm\u00f6glichen. Es geht darum, die Zukunft Europas menschlich zu gestalten. Die Hochschulen k\u00f6nnen dazu einiges beitragen: Auf der Basis von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung, die sich an den Problemen und Fragestellungen der Gesellschaft orientiert, liefern sie wichtige Erkenntnisse und L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Die Bedeutung dieser Forschung l\u00e4sst sich an Fragen ablesen, die unsere Generation derzeit besch\u00e4ftigen. Wie ver\u00e4ndert sich unser zuk\u00fcnftiges Zusammenleben angesichts des demografischen Wandels? Wie k\u00f6nnen Unternehmen die Herausforderungen der Digitalisierung bew\u00e4ltigen? Wie kann eine medizinische Hochleistungs-Versorgung auf dem Land unter den Vorzeichen von Demografie und Digitalisierung erm\u00f6glicht werden? Letzteres \u2013 die digital unterst\u00fctzte Versorgung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume \u2013 erforscht die Universit\u00e4t Siegen in einem gemeinsamen Modellversuch mit der Universit\u00e4t Bonn und dem Erasmus Medical Center Rotterdam (EMC), das in diesem Bereich bereits innovative Ans\u00e4tze verfolgt. Ein Beispiel daf\u00fcr, wie gewinnbringend gerade auch grenz\u00fcberschreitende Kooperationen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als bev\u00f6lkerungsreichstes Bundesland mit einer vielf\u00e4ltigen Hochschullandschaft aus 70 Hochschulen verf\u00fcgt Nordrhein-Westfalen \u00fcber viel Innovationskraft und gro\u00dfes wissenschaftliches Potenzial. Um es optimal f\u00fcr die Zukunft Europas aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen, sind die Hochschulen \u2013 nicht nur in NRW \u2013 auf ein starkes, vereintes Europa angewiesen. Europ\u00e4ische F\u00f6rderprogramme wie das Rahmenprogramm Horizont 2020 machen Kooperationsprojekte erst m\u00f6glich. Austauschprogramme wie Erasmus+ steigern die Attraktivit\u00e4t der EU als Studien- und Wissenschaftsstandort und st\u00e4rken die internationalen Kompetenzen von Studierenden. In den kommenden Jahren gilt es, die Vielfalt europ\u00e4ischer Forschung und Lehre noch st\u00e4rker gewinnbringend zu b\u00fcndeln: beispielsweise durch die neue F\u00f6rderlinie \u201eEurop\u00e4ische Hochschulen\u201c im Erasmus+ Nachfolgeprogramm ab 2021, das es europ\u00e4ischen Hochschulen erm\u00f6glicht, sich zu Hochschulallianzen zusammenzuschlie\u00dfen, um ihre Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit noch weiter zu steigern.<\/p>\n<p>Die Hochschulen brauchen ein starkes Europa \u2013 und Europa braucht starke Hochschulen, die sich grenzen- und disziplinen\u00fcbergreifend den dr\u00e4ngenden Zukunftsfragen widmen. Denn nur gemeinsam kann es gelingen, die Zukunft Europas menschlich zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwanzig Jahren wurden im italienischen Bologna die Weichen f\u00fcr die Errichtung eines Europ\u00e4ischen Hochschulraums gestellt. 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