{"id":13056,"date":"2019-03-06T08:25:37","date_gmt":"2019-03-06T07:25:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=13056"},"modified":"2019-03-05T15:28:14","modified_gmt":"2019-03-05T14:28:14","slug":"smart-produzieren-mit-avataren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/smart-produzieren-mit-avataren\/","title":{"rendered":"Smart produzieren mit Avataren"},"content":{"rendered":"<p>Die Montage ist f\u00fcr produzierende Unternehmen ein entscheidender Faktor. Beispiel Automobilindustrie: Wird ein Auto zusammengebaut, muss jeder Arbeitsschritt sitzen. Nur wenn alle Abl\u00e4ufe reibungslos funktionieren und optimal aufeinander abgestimmt sind, kann das Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen. \u201eDie Montage ist oft bis auf die Zehntelsekunde getaktet. Deshalb ist die Planung der Abl\u00e4ufe nicht nur wichtig, sondern auch immens aufw\u00e4ndig\u201c, erkl\u00e4rt Univ.-Prof. Dr.-Ing. Martin Manns. Er leitet an der Universit\u00e4t Siegen den Lehrstuhl f\u00fcr Fertigungsautomatisierung und Montage (FAMS). Gemeinsam mit seinem Team m\u00f6chte er dazu beitragen, die Produktionsplanung zu verbessern. In dem Forschungsprojekt MOSIM entwickeln die Siegener Wissenschaftler dazu zusammen mit internationalen Kolleginnen und Kollegen Bewegungsbausteine f\u00fcr menschliche Avatare. Mit den Avataren k\u00f6nnen manuelle Montageabl\u00e4ufe k\u00fcnftig in der virtuellen Realit\u00e4t getestet und optimiert werden \u2013 und das schnell und kosteng\u00fcnstig.<\/p>\n<p>22 Partner aus verschiedenen L\u00e4ndern sind an MOSIM beteiligt, insgesamt stehen knapp 10 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. \u201eUnsere\u00a0Aufgabe in dem Projekt ist es, die Anforderungen an die Bewegungen und die Simulationswerkzeuge zu erfassen und die Erzeugung und Nutzung simulierter Bewegungen zu vereinfachen\u201c, sagt Prof. Manns. Ziel des Gesamtprojektes sei es, einen Baukasten an menschlichen Bewegungen zu erzeugen \u2013 jede davon so fl\u00fcssig und realit\u00e4tsnah wie m\u00f6glich. Greifen, Hinlangen oder Festschrauben sind konkrete Beispiele f\u00fcr T\u00e4tigkeiten, die die Avatare ausf\u00fchren sollen. Jede wird mit einem eigenen Bewegungsprofil hinterlegt. Wie Legosteine lassen sich die einzelnen Bewegungsmodule sp\u00e4ter zusammensetzen. Es entstehen komplexe Simulationen menschlicher Arbeitsabl\u00e4ufe, die mit geringem Aufwand und ohne allzu hohe Kosten erstellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Planerinnen und Planer k\u00f6nnen mit Hilfe dieses Bewegungs-Baukastens und der entsprechend programmierten Avatare neue Montage-Abl\u00e4ufe testen, bevor sie in die Realit\u00e4t umgesetzt werden. Die neue Technik soll helfen, Fehler zu vermeiden, Konsequenzen besser abzusch\u00e4tzen und \u2013 wenn n\u00f6tig \u2013 fr\u00fchzeitig nachzujustieren. So lassen sich in der Fabrikhalle Zeit und Geld einsparen. Wichtig ist jedoch, dass sich die virtuellen Charaktere in der Simulation fl\u00fcssig und ohne Aussetzer bewegen \u2013 und dass sie in der Lage sind, auch feinste Bewegungen auszuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr Maschinen oder Roboter gibt es entsprechende Simulationen schon. F\u00fcr den menschlichen Bereich ist der Aufwand bisher zu hoch.\u201c, sagt Prof. Manns. Um das zu \u00e4ndern, kombiniert MOSIM Verfahren aus der Spieleindustrie mit denen der Produktionsforschung. \u201e3-D-Computerspiele verf\u00fcgen bereits \u00fcber Technologien, um menschliche Bewegungen zu simulieren. Davon k\u00f6nnen wir viel lernen. Allerdings besteht die Gefahr, dass unsere Avatare gerade nicht \u201aecht\u2018 genug wirken &#8211; wir m\u00f6chten ja keine Zombies kreieren\u201c, betont Prof. Manns.<\/p>\n<p>Nicht nur f\u00fcr die Produktionsplanung in Unternehmen k\u00f6nnen die neuartigen Avatare eingesetzt werden. Sie eignen sich auch f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4ngersimulationen, beispielsweise wenn es um virtuelle Tests mit autonom fahrenden Autos geht: Wie funktionieren Brems- und Lenkassistenten? Mit realen Fu\u00dfg\u00e4ngern k\u00f6nnen solche Tests nicht durchgef\u00fchrt werden, weil sie viel zu gef\u00e4hrlich w\u00e4ren. \u201eEntscheidend ist auch hier, dass sich die Avatare genauso bewegen, wie echte Menschen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Manns. Im Rahmen von MOSIM m\u00f6chten er und seine Kolleginnen und Kollegen Demonstratoren f\u00fcr die verschiedenen Anwendungsbereiche entwickeln. \u201eEs handelt sich um ein ehrgeiziges Projekt, das die genannten Bereiche massiv beeinflussen kann.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Montage ist f\u00fcr produzierende Unternehmen ein entscheidender Faktor. Beispiel Automobilindustrie: Wird ein Auto zusammengebaut, muss jeder Arbeitsschritt sitzen. 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