{"id":12707,"date":"2019-02-08T12:32:12","date_gmt":"2019-02-08T11:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=12707"},"modified":"2019-02-08T12:32:12","modified_gmt":"2019-02-08T11:32:12","slug":"gute-lage-gedaempfte-erwartungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/gute-lage-gedaempfte-erwartungen\/","title":{"rendered":"Gute Lage &#8211; ged\u00e4mpfte Erwartungen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie heimische Wirtschaft befindet sich alles in allem weiterhin in bemerkenswert guter Verfassung. \u00dcber alle Branchen hinweg wird die Lage gut eingesch\u00e4tzt. Der Optimismus der Wirtschaft l\u00e4sst zum Jahresbeginn 2019 hingegen etwas nach. Fachkr\u00e4ftemangel und zunehmende Unsicherheiten auf den internationalen M\u00e4rkten haben vor allem gr\u00f6\u00dfere Teile der Industrie und auch den Gro\u00dfhandel mit deutlich geringeren Erwartungen ins Jahr 2019 starten lassen\u201c, kommentiert IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage, an der sich 454 Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligt haben.<\/p>\n<p>Der IHK-Konjunkturklimaindex \u2013 er ergibt sich aus Lagebeurteilung und Erwartungen \u2013 f\u00e4llt um drei Punkte von 126 auf 123 Punkte etwas ab, bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau. 50 % der hiesigen Unternehmen geben eine gute Lage an. Hingegen bewerten nur etwa 5 % ihre Lage als schlecht. Das sind 2 Prozentpunkte weniger als zum Jahresende 2018. \u201eDamit liegt der Index weiterhin deutlich \u00fcber dem langfristigen Mittel\u201c, erl\u00e4utert Felix G. Hensel weiter. Rund 63 % der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einer gleichbleibenden Gesch\u00e4ftslage, 21 % sogar mit einer Verbesserung. Dennoch sind die Aussichten f\u00fcr die kommenden Monate ged\u00e4mpfter. Inzwischen erwarten etwa 16 % der Unternehmen eine weniger gute Gesch\u00e4ftslage, eine Zunahme um 4 Prozentpunkte gegen\u00fcber der Herbstumfrage. Das Baugewerbe und die Dienstleistungsbranche befinden sich im Aufschwung. In den \u00fcbrigen Branchen ist die Stimmung etwas ruhiger. Beg\u00fcnstigt durch die geringe Arbeitslosigkeit und die deutlich gestiegenen Einkommen ist die Konsumstimmung weiterhin gut.<\/p>\n<p>Die Lagebeurteilung der heimischen Industriebetriebe erreicht erneut den zweith\u00f6chsten Stand in den vergangenen zehn Jahren. \u201eDie Industrieunternehmen sind weiterhin \u00fcber alle Branchen hinweg sehr gut ausgelastet. Etwa 90 % geben einen Auslastungsgrad von \u00fcber 70 % an. Eine erneute Steigerung zur letzten Konjunkturumfrage. Ein Spitzenwert\u201c, so IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Die r\u00fcckl\u00e4ufigen Erwartungen lassen indessen auf eine konjunkturelle Abk\u00fchlung schlie\u00dfen. Zwar wolle man dies nicht an die Wand malen, weil die Situation wegen der zahlreichen internationalen Krisenherde eben sehr volatil einzusch\u00e4tzen sei. Dennoch sei eine zur\u00fcckhaltende Beurteilung geboten. \u201eMomentan sehen wir eher eine Seitw\u00e4rtsbewegung als einen deutlichen Abschwung. Was uns jedoch Sorgen macht, sind vor allem die sinkenden Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland. Ein F\u00fcnftel der Unternehmen macht dies geltend. H\u00e4lt dieser Trend an, kann es in den kommenden Monaten wegen der starken Exportorientierung unserer Industrieunternehmen leicht noch st\u00e4rker abw\u00e4rts gehen. Es ist wie immer im Leben: Wer hoch klettert, kann auch tief fallen\u201c, erl\u00e4utert Klaus Gr\u00e4bener weiter. Positiv entwickeln sich nach wie vor die Auftr\u00e4ge aus dem Inland. Negativ schlagen die durch die US-Regierung ausgel\u00f6sten internationalen Zoll- und Handelsstreitigkeiten, die nachlassende Konjunktur in China, der wachsende Protektionismus und der bevorstehende BREXIT zu Buche. Das erkl\u00e4rt auch zu wesentlichen Teilen die deutlich schlechtere Einsch\u00e4tzung zur Exportentwicklung. Fast die H\u00e4lfte der Industrieunternehmen benennt zudem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als ein Risiko f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung. Das ist eine erneute Steigerung zur Herbstumfrage. Zu den weiteren Risiken z\u00e4hlen die Betriebe den Fachkr\u00e4ftemangel, die hohen Arbeitskosten und einen m\u00f6glichen R\u00fcckgang der Inlandsnachfrage. Trotz der steigenden Risiken und der ged\u00e4mpften Erwartungen rechnen fast zwei Drittel der Unternehmen mit einer gleichbleibend hohen Besch\u00e4ftigtenzahl. 27 % wollen ihr Personal in den kommenden Monaten sogar noch aufstocken. Felix G. Hensel: \u201eDie positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt d\u00fcrfte sich also auch im Jahr 2019 insgesamt weiter fortsetzen, wenn auch nicht mehr im selben Tempo wie bisher. Diese Einsch\u00e4tzung st\u00fctzt sich auch auf die hohe Investitionsbereitschaft. Auch wenn der Indexwert um 11 Punkte f\u00e4llt, wollen 29 % der Unternehmen in den n\u00e4chsten Monaten im Inland noch einmal mehr investieren als zuvor. Das ist eine gute Botschaft.\u201c Die weiterhin hohe Investitionsneigung wird sicher auch dadurch getragen, dass In- und Auslandsums\u00e4tze der heimischen Industrie bis einschlie\u00dflich November 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 5 % gestiegen sind.<\/p>\n<p>Die Lage im Baugewerbe ist ununterbrochen gut. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eHier brummt es nach wie vor; und zwar deutlich vernehmbar. Mehr als drei Viertel der befragten Baubetriebe geben eine gute Lage an, eine nochmalige Steigerung gegen\u00fcber der Herbstumfrage. Erneut berichtet kein Unternehmen von einer schlechten Lage.\u201c Auch wenn \u201enur\u201c noch 65 % der Unternehmen eine Spitzenauslastung von \u00fcber 85 % melden \u2013 minus 17 Prozentpunkte \u2013 erzielen 83 % eine gute Auslastung von \u00fcber 70 %. Die Erwartungen der Bauwirtschaft sind zudem wieder positiv. Immerhin 8 % der Betriebe erwarten bessere Gesch\u00e4fte, \u00fcber 90 % gleichbleibende. Der Fachkr\u00e4ftemangel wird in der Branche mit gro\u00dfem Abstand als das gr\u00f6\u00dfte wirtschaftliche Risiko benannt, gefolgt von den Energie- und Rohstoffpreisen und den Arbeitskosten.<\/p>\n<p>Die Konsumstimmung ist weiterhin gut. Dennoch f\u00e4llt die Lagebeurteilung des Einzelhandels etwas ab. \u201eNur\u201c noch 32 % der Einzelh\u00e4ndler beurteilen ihre Lage als gut, ein Verlust von 10 Prozentpunkten im Vergleich zur Herbstumfrage. Die strukturellen Herausforderungen wie insbesondere der weiter ansteigende Online-Handel und der ungew\u00f6hnlich lange und hei\u00dfe Sommer werden als Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die schlechtere Gesch\u00e4ftslage genannt. Insbesondere der Textileinzelhandel ist hiervon betroffen. Im Gegensatz zur Lagebeurteilung steigen die Erwartungen im Einzelhandel. Etwa 21 % gehen von einem guten Fr\u00fchjahrsgesch\u00e4ft aus. Nur 10 % rechnen mit einer Verschlechterung der Gesch\u00e4ftslage. Im heimischen Gro\u00dfhandel bewerten etwa 54 % ihre aktuelle Gesch\u00e4ftslage als gut. Eine Steigerung von 2 Prozentpunkten gegen\u00fcber der Herbstumfrage. Entsprechend steigt die Lagebeurteilung auf den zweith\u00f6chsten Wert in den vergangenen zehn Jahren. \u201eDie Gro\u00dfh\u00e4ndler berichten uns von einer guten Auslastung und einer weiterhin positiven Kauflaune, aber auch von gr\u00f6\u00dfer werdenden Risiken. Insbesondere der bevorstehende BREXIT und die Handelssanktionen belasten die Unternehmen dieser Branche\u201c, berichtet IHK-Referatsleiter Stephan H\u00e4ger. Entsprechend sinken die Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate. Nur noch 19 % der Gro\u00dfh\u00e4ndler erwarten steigende Ums\u00e4tze im Ausland. Ebenfalls 19 % rechnen mit einem schlechteren Auslandsgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Die Lagebeurteilung im Dienstleistungsgewerbe ist erneut sehr gut. 45 % der Unternehmen melden h\u00f6here Ums\u00e4tze im Vergleich zur Herbstumfrage. Auch die Erwartungen steigen. 27% der Dienstleistungsunternehmen rechnen mit steigenden Ums\u00e4tzen in den kommenden Monaten, eine Steigerung von 13 Prozentpunkten. Entsprechend erwarten 30 % der Unternehmen eine steigende Besch\u00e4ftigtenzahl. Hervorragend stellt sich weiterhin die Besch\u00e4ftigungslage im IHK-Bezirk dar. Die Arbeitslosenquote sank 2018 im Durchschnitt auf 4,2 %, 0,5 Prozentpunkte unter der des Vorjahres. Stephan H\u00e4ger: \u201eEtwa 175.000 Menschen arbeiten sozialversicherungspflichtig in der Region, 20.000 mehr als vor zehn Jahren und so viele wie noch nie zuvor. Die Einstellungsneigung ist in allen Wirtschaftszweigen gleichbleibend hoch. Das sind hervorragende Perspektiven vor allem f\u00fcr arbeitssuchende Menschen und Lehrstellenbewerber.\u201c 67 % der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden Besch\u00e4ftigtenzahl, 25 % sogar mit einer weiteren Zunahme. Der Fachkr\u00e4ftemangel stellt die heimischen Unternehmen vor immer gr\u00f6\u00dfere Herausforderungen. Erneut nennen 60 % der Unternehmen den Fachkr\u00e4ftemangel als gro\u00dfes Risiko f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie heimische Wirtschaft befindet sich alles in allem weiterhin in bemerkenswert guter Verfassung. \u00dcber alle Branchen hinweg wird die Lage gut eingesch\u00e4tzt. 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