{"id":12651,"date":"2019-02-04T08:54:54","date_gmt":"2019-02-04T07:54:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=12651"},"modified":"2019-02-04T08:54:54","modified_gmt":"2019-02-04T07:54:54","slug":"in-drei-schritten-zur-berufswahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/in-drei-schritten-zur-berufswahl\/","title":{"rendered":"In drei  Schritten zur Berufswahl"},"content":{"rendered":"<p>Wie denken Jugendliche \u00fcber ihre berufliche Zukunft? Welche M\u00f6glichkeiten haben sie, sich dar\u00fcber zu informieren? Diese Fragen versucht\u00a0Alexandra Schmitz-K\u00e4mpfer von der <a href=\"https:\/\/www.siegen-wittgenstein.de\/?object=tx%7c2170.373.1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommunalen Koordinierungsstelle (KoKo)<\/a> des Kreises Siegen-Wittgenstein in einem Gespr\u00e4ch mit Amelie Bechheim aus Kreuztal zu kl\u00e4ren.\u00a0Au\u00dferdem m\u00f6chte sie erfahren, wie und wo Amelie von ihren Eltern, Lehrern und von staatlicher Seite unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_12652\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Amelie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12652\" class=\"size-medium wp-image-12652\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Amelie-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Amelie-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Amelie.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12652\" class=\"wp-caption-text\">Amelie Bechheim<\/p><\/div>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Hallo, liebe Amelie! Es ist wirklich sehr nett, dass Du Dir die Zeit nimmst, Dich ein wenig mit mir \u00fcber Dich und Deine Berufspl\u00e4ne und -w\u00fcnsche zu unterhalten.<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Hallo! Das mache ich doch gerne!<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Du bist eine von ungef\u00e4hr 2700 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus Siegen-Wittgenstein, die im vergangenen Schuljahr im Zuge der beruflichen Orientierung an einer sogenannten \u201ePotenzialanalyse\u201c und an \u201eBerufsfelderkundungstagen\u201c teilgenommen hat. Dazu will ich Dir gleich ein paar Fragen stellen. Wie alt bist Du eigentlich und welche Schule besuchst Du zurzeit?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Ich bin 14 Jahre alt und besuche die neunte Klasse des St\u00e4dtischen Gymnasiums Kreuztal.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Hast Du bereits eine Vorstellung davon, was Du beruflich gerne einmal machen m\u00f6chtest?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Ja, die habe ich, auch schon recht lange! So bin ich eben. Der Beruf soll zu mir passen: Ich habe sehr gerne Kontakt zu anderen Menschen. Und es ist mir immer schon wichtig gewesen, etwas Sinnvolles zu tun. Dazu kommt au\u00dferdem, dass ich gerne helfe. Tja, und dann interessiere ich mich sehr f\u00fcr Sport und medizinische Themen.<\/p>\n<p>In ihrer Schule hat Amelie vor einem Jahr, gemeinsam mit ihren Klassenkameraden, mit dem Prozess der Berufsorientierung begonnen. Daf\u00fcr sieht das Land NRW, fl\u00e4chendeckend f\u00fcr alle Achtkl\u00e4ssler, zun\u00e4chst eine Potenzialanalyse vor: Au\u00dferhalb von Schule, an einem neutralen Ort, ganz ohne Lehrer, mit unbekannten Personen, durchlaufen die Sch\u00fcler einen Tag lang ein handlungsorientiertes Testverfahren. Eigens daf\u00fcr engagierte und geschulte Personen beobachten die Sch\u00fclerteams w\u00e4hrend sie ihre Aufgaben l\u00f6sen und k\u00f6nnen durch ihre Beobachtungen wichtige R\u00fcckschl\u00fcsse auf die einzelnen Pers\u00f6nlichkeiten sowie ihre St\u00e4rken und Neigungen ziehen.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Im vergangenen Schuljahr hast Du ja eine Potenzialanalyse mitgemacht. Wie hat Dir das gefallen?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Es hat mir echt gut gefallen. Eigentlich mehr noch, es hat mir richtig Spa\u00df gemacht! Schade, dass nur ein Tag f\u00fcr die verschiedenen Aufgaben und Tests eingeplant war! Ich h\u00e4tte gerne noch mehr \u00fcber mich selbst erfahren. Gerade bei den Aufgaben, die im Team gel\u00f6st werden sollten, habe ich Seiten von mir kennengelernt, die ich vorher noch nicht so kannte.<\/p>\n<p>Damit alle Sch\u00fcler auch erfahren, welche ihrer St\u00e4rken und F\u00e4higkeiten sich bei dem Testverfahren gezeigt haben, werden sie und ihre Eltern zu einem gemeinsamen Auswertungsgespr\u00e4ch eingeladen.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Du und Deine Eltern seid kurz nach dem Tag der Potenzialanalyse zu einem Auswertungsgespr\u00e4ch eingeladen worden. Wie war das Gespr\u00e4ch?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Der Berater, der w\u00e4hrend der Potenzialanalyse die ganze Zeit unser Sch\u00fclerteam beobachtet hatte, erwartete meinen Vater und mich bereits, als wir kamen. In dem Auswertungsgespr\u00e4ch dann hat er erz\u00e4hlt, welche besonderen Merkmale, Verhaltensweisen und auch St\u00e4rken ihm bei mir w\u00e4hrend des Testverfahrens aufgefallen waren.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Und? Gab es \u00dcbereinstimmungen zwischen den Beobachtungen eines eigentlich fremden Menschen und dem, wie Du Dich selbst siehst?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Alles in Allem glaube ich, dass er mich mit seiner Beschreibung ganz gut getroffen hat. Es gab also keine gro\u00dfen \u00dcberraschungen f\u00fcr mich und ich sehe mich in meinem Selbstbild best\u00e4tigt. Meine Erwartungen haben sich erf\u00fcllt. Ich habe hinterher auch mit meinen Freunden und Klassenkameraden gesprochen. Die haben das bei sich ganz \u00e4hnlich empfunden.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Dein Vater hat Dich ja zu dem Auswertungsgespr\u00e4ch begleitet. Konnte er das best\u00e4tigen, was der Beobachter bei Dir wahrgenommen hat?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Ja, auch aus seiner Sicht hat er mich in wesentlichen Punkten gut getroffen. Ich finde das schon erstaunlich, nach so einer kurzen Zeit.<\/p>\n<p>Nach der Potenzialanalyse bewerben sich alle Sch\u00fcler in Unternehmen um sogenannte \u201eBerufsfelderkundungstage\u201c. Das Bewerbungsverfahren wird von einer Online-Datenbank (bfe-siwi.de) unterst\u00fctzt, \u00fcber die sich die Jugendlichen direkt bewerben k\u00f6nnen. Die Praxis zeigt aber auch, dass sich die Sch\u00fcler oft direkt in ihrem Wunsch-Unternehmen vorstellen beziehungsweise auch bereits vorhandene, pers\u00f6nliche Kontakte nutzen. Durch die Berufsfelderkundungstage erhalten die jungen Menschen Gelegenheit, an insgesamt drei Tagen in drei verschiedene Berufsfelder hinein zu schnuppern.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Amelie, wie hast Du eigentlich die drei Schnuppertage, die sich an die Potenzialanalyse angeschlossen haben, genutzt? In welchen Unternehmen warst Du und welche Berufe hast Du kennengelernt?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Auch die Schnuppertage haben sich f\u00fcr mich gelohnt: Einen Tag lang war ich bei einem Arzt und habe dort seine Arbeit kennengelernt. Einen zweiten Tag habe ich in einer Bewegungsschule verbracht. Dort habe ich erfahren, wie Kinder mit Bewegungsproblemen ihre F\u00e4higkeiten verbessern k\u00f6nnen. Das ist ein ganz spannendes Thema und verbindet mein Interesse f\u00fcr Sport- und Medizinthemen! Meinen dritten Schnuppertag habe ich ganz dem Handwerk gewidmet. Ich war n\u00e4mlich bei einem Tischler.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: W\u00e4re denn so ein handwerklicher Beruf f\u00fcr Dich auch eine Option oder warum hast Du Dir dieses Unternehmen ausgesucht?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Diese Arbeit steht f\u00fcr mich in einem gro\u00dfen Kontrast zu den Erfahrungen an den beiden anderen Tagen! Der Tag war von mir aber trotzdem bewusst ausgew\u00e4hlt und sehr wertvoll f\u00fcr mich, weil er mir eindeutig best\u00e4tigt hat, dass mein Berufswunsch weiterhin in Richtung Medizin und die Arbeit an und mit Menschen weist.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Wie ist der Plan, wie soll es nun f\u00fcr Dich weitergehen?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Also, demn\u00e4chst w\u00fcrde ich gerne mein dreiw\u00f6chiges Sch\u00fclerpraktikum bei dem Sportarzt machen, den ich bereits vom Schnuppertag her kenne. So kann ich den Ablauf in der Arztpraxis etwas n\u00e4her kennenlernen. Ich bin gespannt darauf, welche Erfahrungen ich dabei machen werde. Ich bin mir aber sicher, dass mich diese in meiner Berufswahl nur best\u00e4tigen wird. Mein n\u00e4chstes Ziel ist es also, unbedingt ein gutes Abitur zu machen, damit ich weiter in diese Richtung gehen kann.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Und dann? Wie soll es f\u00fcr Dich weitergehen?<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich Medizin studieren. Besonders gut gef\u00e4llt mir Sportmedizin oder Orthop\u00e4die. Die Forschung finde ich spannend und auch, dass es sehr gute Karriereaussichten gibt.<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Da hast Du ja sehr ehrgeizige und anspruchsvolle Pl\u00e4ne, Hut ab! Ich kann mir gut vorstellen, dass Dir das auch gelingen wird. Nun aber noch eine abschlie\u00dfende Frage an Dich: Mich interessiert, wie Dir die einzelnen Phasen der Berufsorientierung bisher gefallen haben und ob sie Dich auch weitergebracht haben.<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Ich finde das Thema wirklich wichtig und gut f\u00fcr uns Sch\u00fcler \u2013 auch dass es schon so fr\u00fch in der Schule angesiedelt ist! Im R\u00fcckblick w\u00fcrde ich das Thema sogar eher noch weiter vertiefen! Die Berufsorientierung k\u00f6nnte ja im Unterricht noch ein weiteres Mal aufgegriffen werden. Und dann w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn man den Sch\u00fclern noch eine weitere Potenzialanalyse in der 11. oder 12. Klasse anbieten w\u00fcrde. Schlie\u00dflich gibt es doch bei uns Jugendlichen zwischen der 8. und der 11. Klasse sicher noch einige Entwicklungsschritte, die wir mitmachen!<\/p>\n<p><strong>KoKo<\/strong>: Liebe Amelie, ich danke Dir f\u00fcr das nette und interessante Gespr\u00e4ch heute. Ich w\u00fcnsche Dir alles Gute f\u00fcr Deinen weiteren Weg und hoffe, dass Du eine gute \u00c4rztin wirst! Und dass Du in Deinem Beruf die Berufung und Zufriedenheit findest, die Du Dir erhoffst!<\/p>\n<p><strong>Amelie<\/strong>: Danke! Ihnen auch alles Gute!<\/p>\n<p>&#8222;Kein Kind zur\u00fccklassen\u201c \u2013 Kein Sch\u00fcler soll die Schule verlassen, ohne zu wissen wie es weitergeht. \u201eKein Abschluss ohne Anschluss\u201c (KAoA), so lautet das Motto, mit dem in Nordrhein-Westfalen seit 2012 eine transparente und strategisch ausgerichtete fr\u00fche Berufs- und Studienorientierung in allen allgemeinbildenden Schulen etabliert werden soll. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist als eine von sieben Referenzkommunen mit seiner Kommunalen Koordinierung von Anfang dabei. Die hervorragende Vernetzung der aktiven arbeitsmarktpolitischen Akteure macht es m\u00f6glich, dass durch gute Zusammenarbeit bereits im ersten Jahr eine breite Unterst\u00fctzung durch die Wirtschaft eingeworben wurde. \u201eKein Abschluss ohne Anschluss\u201c ist schon lange kein Fremdwort mehr; alle Schulen sind aktiv im Prozess und setzen die Standardelemente um. Alle Kinder erhalten in der achten Klasse ihre Potenzialanalysen, gefolgt von praxisnahen Berufsfelderkundungstagen in zahlreichen Unternehmen und Betrieben in der Region. Eine schriftliche Anschlussvereinbarung begleitet die Sch\u00fcler im \u00dcbergang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie denken Jugendliche \u00fcber ihre berufliche Zukunft? Welche M\u00f6glichkeiten haben sie, sich dar\u00fcber zu informieren? 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