{"id":12360,"date":"2019-01-16T12:38:06","date_gmt":"2019-01-16T11:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=12360"},"modified":"2019-01-16T12:42:15","modified_gmt":"2019-01-16T11:42:15","slug":"ein-roboter-als-mitbewohner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ein-roboter-als-mitbewohner\/","title":{"rendered":"Ein Roboter als Mitbewohner"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Frieda nach dem Einkaufen nach Hause kommt, wartet in der Wohnung der 75-J\u00e4hrigen ein Roboter auf sie. Sympartner hei\u00dft er, ist 1,50 m gro\u00df, begr\u00fc\u00dft die Seniorin und fragt, ob er ihre Wohnungsschl\u00fcssel aufbewahren soll. Der untere Teil des Roboters besteht aus Holz, darauf k\u00f6nnen SeniorInnen zum Beispiel ein Buch oder Magazin ablegen. Vorn ist ein Tablet eingebaut, das SeniorInnen im Sitzen bedienen k\u00f6nnen. Das Besondere an Sympartner ist seine soziale Funktion. Er soll daf\u00fcr sorgen, dass SeniorInnen sich nicht einsam f\u00fchlen, wenn sie im Alter alleine wohnen, und dabei unterst\u00fctzen, dass sie l\u00e4nger selbstst\u00e4ndig im eigenen Haus leben k\u00f6nnen. Beides sind W\u00fcnsche, die \u00e4ltere Menschen immer wieder \u00e4u\u00dfern. In einem Kooperationsprojekt, unter anderem mit der TU Ilmenau, haben Forscher der Uni Siegen den Roboter entwickelt. Die Siegener Wissenschaftler waren f\u00fcr das Design des Roboters zust\u00e4ndig. Sie haben entschieden, wie er aussehen soll, welche Emotionen er wie zeigt und wie die SeniorInnen ihn bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_12362\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Sympartner_medien_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12362\" class=\"size-medium wp-image-12362\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Sympartner_medien_WEB-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Sympartner_medien_WEB-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Sympartner_medien_WEB-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Sympartner_medien_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12362\" class=\"wp-caption-text\">\u201eWir haben Sympartner absichtlich praktisch und pragmatisch entwickelt, nicht zu niedlich oder menschen\u00e4hnlich\u201c, erz\u00e4hlt Psychologe Prof. Dr. Marc Hassenzahl. (Foto: SIBIS Institut f\u00fcr Sozialforschung, Berlin)<\/p><\/div>\n<p>\u201eWir haben Sympartner absichtlich praktisch und pragmatisch entwickelt, nicht zu niedlich oder menschen\u00e4hnlich\u201c, erz\u00e4hlt Psychologe Prof. Dr. Marc Hassenzahl. Er ist verantwortlich f\u00fcr den Siegener Part der Forschungskooperation. Sympartner sei eine Sache, die keine Menschen ersetzen oder Lebewesen imitieren solle. Die Wissenschaftler fragten sich: Was kann eine Maschine, was ein Mensch nicht kann? Diese Charakterz\u00fcge nennen die Forscher \u201eSuperkr\u00e4fte\u201c und haben Sympartner damit ausgestattet. Eine Maschine ist unendlich geduldig, kann zum Beispiel Witze f\u00fcnfmal erz\u00e4hlen oder sehr langsam fahren. Maschinen beurteilen nicht und nehmen Menschen so, wie sie sind. Au\u00dferdem muss sich niemand beim Roboter bedanken. \u201eDie SeniorInnen m\u00fcssen kein schlechtes Gewissen haben, dass sie eine Last f\u00fcr den Roboter sind\u201c, sagt Hassenzahl.<\/p>\n<p>Jeder Mensch kann mit Sympartner anders umgehen. Wer den Roboter als Gegenstand betrachtet, kann eine sehr distanzierte Beziehung haben. Wer eine enge Beziehung aufbauen will, kann dem Roboter zum Beispiel einen pers\u00f6nlichen Namen geben. In einer Testwohnung im Labor haben echte Personen Situationen mit Sympartner durchgespielt. Sie haben imitiert, im Schlafzimmer aufzuwachen und den Forschern R\u00fcckmeldungen zu ihren Eindr\u00fccken gegeben. Die Wissenschaftler hatten urspr\u00fcnglich \u00fcberlegt, dass der Roboter ins Zimmer kommt und die SeniorInnen weckt. F\u00fcr die SeniorInnen war das ein Tabu. Also programmierten die Wissenschaftler den Roboter um. Wenn es Zeit f\u00fcrs Aufstehen ist, beginnt Sympartner im Wohnzimmer auf und ab zu fahren, um gesch\u00e4ftig zu wirken. Danach kann der Roboter gegen die T\u00fcr klopfen.<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt wollen die Wissenschaftler der Uni Siegen jetzt erforschen, welche Form von sozialem Miteinander sich entwickelt, wenn ein Service- und Assistenzroboter anwesend ist \u2013 nicht nur zwischen Mensch und Roboter, sondern auch zwischen Menschen. Das Forschungsprojekt GINA (Hochwertig <u>g<\/u>estaltete <u>In<\/u>teraktionsstrategien f\u00fcr Service- und <u>A<\/u>ssistenzrobotik) startete im Oktober 2018.<\/p>\n<p>In diesem Projekt geht es neben der Ausgestaltung des Aussehens und der Pers\u00f6nlichkeiten des Roboters auch um rechtliche und ethische Fragen, zum Beispiel zum Datenschutz und zur Haftung. Weil es sehr teuer ist, Roboter zu entwickeln und sie mit allen Komponenten und Funktionalit\u00e4ten auszustatten, planen die Siegener Forscher, Robotik in einer virtuellen Realit\u00e4t zu simulieren. Testpersonen k\u00f6nnten dann mit Hilfe einer Brille die Interaktion mit einem simulierten Roboter erleben und zum Beispiel austesten, ob der Roboter \u00fcberhaupt in der eigenen Wohnung genug Platz h\u00e4tte. Erst sp\u00e4ter m\u00fcssten die Wissenschaftler entscheiden, ob es sinnvoll ist, den Roboter in der Art und Weise tats\u00e4chlich zu entwickeln.<\/p>\n<p>Das GINA-Forschungsprojekt l\u00e4uft bis September 2021. Das Projektvolumen umfasst 2,83 Mio. Euro und 90 Prozent werden durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert. Neben der Universit\u00e4t Siegen sind auch die Universit\u00e4t Stuttgart, die Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, das Deutsches Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt e.V., die Hochschule D\u00fcsseldorf und die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen LAVAlabs Moving Images GmbH &amp; Co. KG und User Interface Design GmbH beteiligt. Projektfortschritte werden auf dem Projektblog unter <a href=\"http:\/\/ginarobot.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ginarobot.com<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Frieda nach dem Einkaufen nach Hause kommt, wartet in der Wohnung der 75-J\u00e4hrigen ein Roboter auf sie. 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