{"id":11940,"date":"2018-12-10T15:12:36","date_gmt":"2018-12-10T14:12:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11940"},"modified":"2018-12-10T15:12:36","modified_gmt":"2018-12-10T14:12:36","slug":"praxis-erfahrungen-zu-unternehmensnachfolgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/praxis-erfahrungen-zu-unternehmensnachfolgen\/","title":{"rendered":"Praxis-Erfahrungen zu Unternehmensnachfolgen"},"content":{"rendered":"<p>Erfahrungen im Umgang mit der Unternehmensnachfolge und Einblicke in die erforderlichen Unternehmensentscheidungen sowie das Verh\u00e4ltnis zu Familie und Mitarbeitern bot die Veranstaltung \u201eNachfolge zielgerichtet planen \u2013 Wie Unternehmen den \u00dcbergang meistern\u201c in der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Henrik Enders (Maiworm Mode KG), Peter W. Schauerte (ARIANE Aluminium-Systeme GmbH &amp; Co. KG) und Teresa Mason-Hermann (KRAH Unternehmensgruppe) berichteten den mehr als 30 G\u00e4sten unter der Moderation von IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen.<\/p>\n<p>Der Einstieg in das Familienunternehmen Maiworm Mode KG hatte f\u00fcr Henrik Enders zu Beginn seiner Berufslaufbahn absolut keine Priorit\u00e4t. In der Wahl des Berufes konnte er frei entscheiden. Die Eltern sagten nur: \u201eMach, was du m\u00f6chtest.\u201c Henrik Enders durchlief eine Ausbildung zum Energieelektroniker und plante, Elektroingenieurwesen zu studieren. Dann kam eine Umorientierung. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem Modekonzern folgte ein duales Studium an der Textilfachschule in Nagold. Durch die anschlie\u00dfende T\u00e4tigkeit in einem gro\u00dfen mittelst\u00e4ndischen Modehaus konnte er hautnah erleben, wie ein Familienunternehmen mit mehreren Filialen tickt. 2004 startete Henrik Enders dann bei Maiworm Mode. \u201ePositiv war, dass ich vor dem Eintritt viel gesehen und viele Erfahrungen gemacht habe. Beim Start in Olpe haben wir gemeinsam besprochen, dass wir expandieren wollten\u201c, berichtete Henrik Enders. So wurden noch 2004 je eine Filiale in Attendorn und Plettenberg er\u00f6ffnet, weitere Filialen in der Region folgten. Mit seinen Eltern pflegt der Junior einen fairen, respektvollen und authentischen Umgang. Alle ziehen an einem Strang: \u201eWenn es irgendwo hakt, hilft es nur, miteinander zu reden. Wir haben die Aufgaben so verteilt, dass wir uns m\u00f6glichst wenig ins Gehege kommen. Das ist unser Erfolg.\u201c Weiter f\u00fchrte Henrik Enders aus: \u201eEs war gut, dass mein Vater fr\u00fchzeitig das Thema Nachfolge angesprochen hat. Ich bin sehr schnell gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter geworden, und wir haben gemeinsam mit Beratern die schrittweise \u00dcbernahme eingeleitet. In den letzten Jahren hat sich mein Vater schon teilweise zur\u00fcckgezogen. In den Sommermonaten ist er regelm\u00e4\u00dfig l\u00e4nger zum Segeln unterwegs, und er engagiert sich im Stadtmarketing sowie im Vereinsleben.\u201c<\/p>\n<p>Peter W. Schauerte trug den Wunsch der Selbstst\u00e4ndigkeit schon lange in sich. Der Sauerl\u00e4nder stammt aus einer Unternehmerfamilie. Die Bedeutung einer Selbstst\u00e4ndigkeit war ihm also bewusst. Er streute sein Anliegen auf mehreren Kan\u00e4len \u2013 IHK, Banken, Unternehmensberater usw. \u2013 und fand so vor \u00fcber zwei Jahren eher per Zufall ein passendes Unternehmen, die ARIANE Aluminium-Systeme GmbH &amp; Co. KG aus Lennestadt. Mit einer \u201esauerl\u00e4ndisch klaren Formulierung\u201c haben die (geheimen) Verhandlungen mit dem bisherigen Inhaber etwa ein halbes Jahr gedauert. \u201eWir waren uns beide einig, dass wir einen klaren Schnitt des \u00dcbergangs vereinbaren. Wir haben Grenzen gezogen, wer was bis wann und wo macht. Formell hat sich unsere T\u00e4tigkeit lediglich ein paar Wochen \u00fcberschnitten\u201c, so Schauerte. Auch in puncto Kaufbetrag waren sich beide Parteien schnell einig \u2013 einmal wurde nachjustiert. Peter W. Schauerte ist sehr dankbar f\u00fcr die vielen Unterst\u00fctzer in dieser Zeit. Neben dem Austausch mit der Familie und guten Freunden haben die Banken, aber auch Juristen und Steuerberater geholfen. Die 20 Mitarbeiter haben zwar auf die Bekanntgabe der Nachfolgeregelung \u00fcberrascht und zun\u00e4chst etwas verunsichert reagiert. Durch einen vertrauensvollen Umgang miteinander sowie Verl\u00e4sslichkeit konnte diese erste Reaktion schnell ad acta gelegt werden. Auch f\u00fcr den Notfall ist Peter W. Schauerte gewappnet: \u201eIch habe bereits alles geregelt, wie es mit dem Unternehmen und privat weitergehen soll, wenn mir etwas passieren sollte. Das macht frei!\u201c<\/p>\n<p>In die KRAH Unternehmensgruppe aus Drolshagen sind drei Gesellschafterfamilien eingebunden. So sind im Unternehmen auch drei verschiedene Varianten der \u00dcbergabe Realit\u00e4t: Von den drei Gr\u00fcndern schied einer gesundheitsbedingt aus. Der Zweite \u00fcbergab seinen Aufgabenbereich an eine familienexterne Person, und der Dritte ist nach wie vor im Unternehmen aktiv. Das Thema Nachfolge sei facettenreich und anspruchsvoll, unterstrich Teresa Mason-Hermann, Gesellschafterin und Personalleiterin der KRAH Unternehmensgruppe. In jedem Fall sei es ratsam, umfangreiche Gespr\u00e4che mit Steuerberatern, Rechtsanw\u00e4lten und Unternehmensberatern zu f\u00fchren, um den Gesamtkomplex Nachfolge f\u00fcr alle Beteiligten ad\u00e4quat zu regeln. Aktuell sind bei der KRAH Unternehmensgruppe vier, zuk\u00fcnftig f\u00fcnf Personen der zweiten Generation in verschiedenen Positionen im Unternehmen t\u00e4tig. \u201eWir verstehen uns gut, kennen die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen des anderen. Wir sind ja gemeinsam und mit dem Unternehmen aufgewachsen. Unsere Eltern haben uns vorgelebt, wie erfolgreiche Kooperation in Familie und Unternehmen funktionieren kann. Und: Wir haben ja nahezu jeden Tag in der Mittagspause Gesellschafterversammlung\u201c, beschrieb Teresa Mason-Hermann die Situation der Gesellschafterfamilien augenzwinkernd. Zus\u00e4tzlich zu diesem t\u00e4glichen Treffen stimme sich die zweite Generation w\u00f6chentlich zu relevanten Themen ab. Allen Beteiligten legt Teresa Mason-Hermann ans Herz, sich fr\u00fchzeitig mit der Unternehmensnachfolge zu besch\u00e4ftigen und immer in der Kommunikation zwischen den Generationen zu bleiben. Die Rolle \u201eKind\u201c oder \u201eGeschwisterteil\u201c sei eine andere als \u201eGesch\u00e4ftspartner\u201c. Hier m\u00fcsse man sich neu ann\u00e4hern. Auch Aspekte wie eine Notfallplanung f\u00fcr das Unternehmen und privat sowie ein Ehevertrag seien mit viel Arbeit verbunden, aber unerl\u00e4sslich, wenn das Projekt \u201eNachfolge\u201c zum Erfolg f\u00fchren soll.<\/p>\n<p>Hilfreiche Impulsvortr\u00e4ge begleiteten die Praxisbeispiele. Tobias Schmidt (Tobias Schmidt Steuerberatungsgesellschaft mbH) gab wichtige Tipps, die er als Steuerberater und Rechtsanwalt bei Beratungen von familieninternen Nachfolgen und Planungen f\u00fcr Notfallsituationen, z. B. verursacht durch einen schweren Unfall des Firmeninhabers, in der Praxis einsetzt. Hans-Georg Mertens, Mentor der IHK Siegen, stellte das IHK-Mentorenprogramm und die Vielzahl an Einsatzm\u00f6glichkeiten vor: Die ehrenamtlichen Berater, allesamt ehemalige Unternehmer\/-innen oder F\u00fchrungskr\u00e4fte, geben praktische Hilfestellungen und Einsch\u00e4tzungen aus ihrer Erfahrung und helfen bei der Suche nach L\u00f6sungsans\u00e4tzen \u2013 auch bei Fragen zur Unternehmensnachfolge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungen im Umgang mit der Unternehmensnachfolge und Einblicke in die erforderlichen Unternehmensentscheidungen sowie das Verh\u00e4ltnis zu Familie und Mitarbeitern bot die Veranstaltung \u201eNachfolge zielgerichtet planen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11941,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-11940","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/110-18-Nachfolge.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11940"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11940\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11942,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11940\/revisions\/11942"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11941"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}