{"id":1192,"date":"2013-02-06T13:51:09","date_gmt":"2013-02-06T12:51:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1192"},"modified":"2013-02-06T13:51:09","modified_gmt":"2013-02-06T12:51:09","slug":"die-krise-ist-vorerst-abgesagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-krise-ist-vorerst-abgesagt\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Krise ist vorerst abgesagt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer bef\u00fcrchtete Abschwung bleibt offenbar aus. Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Siegen hat wieder Fu\u00df gefasst\u201c, kommentiert IHK-Pr\u00e4sident Klaus Vetter die j\u00fcngste Umfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), an der sich 550 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligt haben.<\/p>\n<p>Das Jahr 2012 ist zwar wirtschaftlich f\u00fcr die regionalen Unternehmen nicht so gl\u00e4nzend zu Ende gegangen, wie es begann. So schw\u00e4chelte zum Beispiel der Export der Industrieunternehmen, der bis zum November um fast 13 Prozent hinter dem Vorjahr zur\u00fcckblieb. Auch in den \u00fcbrigen Wirtschaftszweigen \u2013 mit Ausnahme des Einzelhandels \u2013 sind die Unternehmen mit ihrer wirtschaftlichen Situation im Januar nicht so zufrieden wie im Herbst, so Vetter. Deshalb verschlechterte sich auch der Saldo aus positiver und negativer Einsch\u00e4tzung der Lagebeurteilung aller Unternehmen gegen\u00fcber dem Herbst von plus 16 Prozentpunkten auf plus acht Ende Januar.<\/p>\n<p>\u201eDas Bild \u00e4ndert sich aber beim Blick nach vorne: Alle Wirtschaftszweige erwarten im n\u00e4chsten halben Jahr eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung\u201c, betont Franz J. Mockenhaupt, IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Seit dem Sommer hat die Zahl der Konjunkturoptimisten um vier Prozentpunkte zugenommen, die der Pessimisten hat sich um acht Prozentpunkte reduziert. Demzufolge steigt auch der Klimaindex, der Lagebeurteilungen und Erwartungen zusammenfasst, von 100 auf 103 Punkte.<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt geht die regionale Wirtschaft selbstbewusst und mit einer Portion Zuversicht in das neue Jahr. Alles deutet darauf hin, dass sich die Konjunktur wieder aufw\u00e4rts bewegt, wenn auch die exorbitanten Zuwachsraten der Jahre 2010 und 2011 nicht erwartet werden\u201c, fasst Mockenhaupt zusammen.<\/p>\n<p>Unbestritten hat die Schw\u00e4chephase im letzten Quartal 2012 ihre Spuren hinterlassen. So ist zuletzt die Auslastung der Industrieunternehmen deutlich hinter den Angaben vom Herbst zur\u00fcckgeblieben. Sie liegt jetzt wieder auf dem Niveau vom Januar 2011. Ein Drittel der Industriebetriebe meldet eine Auslastung von \u00fcber 85 Prozent, \u00fcber drei Viertel der Betriebe sind immer noch zu \u00fcber 70 Prozent ausgelastet. W\u00e4hrend zuletzt die Exporte schw\u00e4chelten, lief das Inlandsgesch\u00e4ft insgesamt deutlich besser: Es legte im Jahresverlauf gegen\u00fcber 2011 um 2,6 Prozent zu. Ihre Investitionsausgaben wollen die Unternehmen in den kommenden Monaten etwas nach unten anpassen.<\/p>\n<p>Der zuversichtliche Blick in das neue Jahr gilt f\u00fcr alle Wirtschaftszweige. Zwar ist das Niveau vom Januar 2012 noch nicht wieder erreicht. Gegen\u00fcber dem Herbst ist jedoch eine deutliche Trendumkehr bei den Erwartungen festzustellen. Fast ein F\u00fcnftel aller befragten Unternehmen erwartet k\u00fcnftig bessere Gesch\u00e4fte. Die Zahl der Pessimisten ist mit 21 Prozent nur unwesentlich h\u00f6her. Im Herbst lag die \u201ePessimistenquote\u201c noch bei fast 30 Prozent. Die gro\u00dfe Mehrzahl der Unternehmen von 60 Prozent setzt auf eine stabile Entwicklung. Fundament daf\u00fcr ist eine wieder deutlich bessere Einsch\u00e4tzung des Exportgesch\u00e4ftes. Trotz der nach wie vor nicht erledigten Risiken in Euroland mit den insbesondere im s\u00fcdeurop\u00e4ischen Raum gebeutelten Volkswirtschaften, erwarten die Unternehmen aber von den internationalen M\u00e4rkten in Asien und vor allen Dingen Nordamerika deutliche Impulse. F\u00fcr das Inlandsgesch\u00e4ft erwarten Industrie, Handel und Dienstleistung eine Fortsetzung der zufriedenstellenden Entwicklung.<\/p>\n<p>Eine gewisse Beruhigung stellen die Unternehmen rund um die Diskussion der Schuldenkrise fest, ohne dass dort bereits Entwarnung gegeben wird. Die Krise ist nicht ausgestanden und die Risiken sind nach wie vor vorhanden. Die Schritte im Euro-Krisenmanagement haben allerdings zur Beruhigung der Kapitalm\u00e4rkte beigetragen. Dies gibt Luft zur Umsetzung von Reformen, was dringend notwendig ist um die Schuldenkrise zu bew\u00e4ltigen. Besorgt sind die Betriebe insbesondere \u00fcber Ausgang und finanzielle Konsequenzen der Energiewende. Ein weiteres Risiko sehen die Unternehmen in \u00fcbertriebenen Lohnaufschl\u00e4gen. 2012 sind die Realeinkommen gestiegen und die Besch\u00e4ftigung liegt auf Rekordniveau. Diese Erfolge am Arbeitsmarkt d\u00fcrften nicht durch unrealistische Tarif- und Gehaltsforderungen konterkariert werden.<\/p>\n<p>Zu den Ergebnissen im Einzelnen: \u00dcber ein Viertel der Industriebetriebe sch\u00e4tzt die Lage \u201egut\u201c ein. Das ist sp\u00fcrbar weniger als im Herbst 2012. Fasst man aktuell aber die Urteile \u201egut\u201c und \u201ebefriedigend\u201c zusammen, so sind das \u00fcber 80 Prozent der Unternehmen. Allerdings machen den Firmen die steigenden Kosten und zunehmender Preiswettbewerb zu schaffen. Die Inlandsauftr\u00e4ge fallen d\u00fcrftiger aus als zuvor. Daf\u00fcr werden die Exportimpulse wieder besser eingestuft. Insgesamt nimmt das Vertrauen in die weitere Entwicklung wieder zu: 22 Prozent erwarten bessere Gesch\u00e4fte, nur etwas mehr schlechtere (23 Prozent). 56 Prozent setzen auf einen stabilen Verlauf. Im Herbst lag der Anteil der Pessimisten mit einem Drittel noch deutlich h\u00f6her.<\/p>\n<p>Im Baugewerbe halten sich die vorrangig saisonal d\u00e4mpfenden Effekte im Rahmen: Immerhin ein Viertel der Bauunternehmen melden eine gute Lage (Herbst 2012: 39 Prozent), f\u00fcr \u00fcber die H\u00e4lfte ist sie befriedigend. Nur 22 Prozent urteilen negativ. Der Umsatz der regionalen Bauwirtschaft stieg bis November 2012 um 10 Prozent. Den h\u00f6chsten Anteil daran hatte der gewerbliche Bau. Angesichts der Winterwitterung sind die Erwartungen der Baubetriebe nicht \u00fcberschw\u00e4nglich, doch der Gro\u00dfteil von 84 Prozent setzt auf k\u00fcnftig stabile bis bessere Gesch\u00e4fte. Nur 16 Prozent sind skeptisch.<\/p>\n<p>\u00dcber ein F\u00fcnftel der Einzelh\u00e4ndler sch\u00e4tzt die Situation als gut ein, mehr als jeder Zweite befriedigend. Zwar melden 27 Prozent eine schlechte Lage, das sind aber deutlich weniger als im vergangenen Herbst (33 Prozent). Sowohl Weihnachts- als auch Wintergesch\u00e4ft konnten im Endspurt noch zulegen. Trotz des stabilen Arbeitsmarktes in Verbindung mit steigendem Kaufkraftpotenzial bleibt das Kaufverhalten aber hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Auch Preiswettbewerbe bei steigenden Kosten dr\u00fccken die Ertr\u00e4ge. Auf gro\u00dfe Spr\u00fcnge setzt der Einzelhandel deswegen nicht: Nur 11 Prozent der Betriebe bauen auf Besserungen, 24 Prozent bef\u00fcrchten Einbu\u00dfen. Immerhin knapp zwei Drittel sehen stabile Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>Jeder dritte Gro\u00dfh\u00e4ndler beurteilt seine Lage als gut, nur 11 Prozent als schlecht. Positive Stimmen kommen besonders aus dem produktionsnahen Bereich und weniger aus dem konsumnahen. Hier ist auch der Blick nach vorne nicht so optimistisch. Trotzdem w\u00e4chst unter dem Strich die Zuversicht im gesamten Gro\u00dfhandel: Mehr als ein Viertel der Betriebe erwarten k\u00fcnftig g\u00fcnstigere Gesch\u00e4fte (Herbst 2012: 20 Prozent), knapp die H\u00e4lfte best\u00e4ndige. Allerdings sind 27 Prozent auch noch skeptisch eingestellt.<\/p>\n<p>Im Dienstleistungsgewerbe stuft jeder Dritte die Lage als gut ein, nur 13 Prozent als schlecht. Positiv urteilen vor allem die unternehmensnahen und die sonstigen Dienstleister (Kredit- und Versicherungsgewerbe, Grundst\u00fcckwesen etc.). Trotz gewisser Impulse aus der Industrie machen sich f\u00fcr einige Verkehrsdienstleister Preiswettbewerbe und steigende Kosten negativ bei den Ertr\u00e4gen bemerkbar. Die Branche hofft f\u00fcr die nahe Zukunft aber auf Besserung. Insgesamt steigt die Zuversicht bei allen Dienstleistern: Knapp ein F\u00fcnftel setzen auf bessere und \u00fcber zwei Drittel auf stabile Gesch\u00e4fte. Nur 14 Prozent sind pessimistisch.<\/p>\n<p>Der regionale Arbeitsmarkt zeigt eine relativ robuste Entwicklung auf solidem Niveau. Im Januar 2013 stieg die Zahl der Arbeitslosen durch saisonale Effekte auf 12.470. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,5 Prozent fast so niedrig wie im Vorjahr (5,4 Prozent). Damit ist sie geringer als im Boomjahr 2008 und in NRW die drittniedrigste aller Arbeitsagenturbezirke \u00fcberhaupt. In der mittelst\u00e4ndischen Industrie sind im vergangenen Jahr \u00fcber 1000 Arbeitspl\u00e4tze entstanden. Die Tendenz, mehr Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, hat zwar nachgelassen, drei Viertel aller Betriebe wollen ihre Mitarbeiterzahl aber halten. Gro\u00dfh\u00e4ndler und Dienstleister wollen sogar weiterhin mehr einstellen, als abbauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer bef\u00fcrchtete Abschwung bleibt offenbar aus. 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