{"id":11752,"date":"2018-11-28T11:31:43","date_gmt":"2018-11-28T10:31:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11752"},"modified":"2018-11-28T11:31:43","modified_gmt":"2018-11-28T10:31:43","slug":"der-mensch-im-mittelpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/der-mensch-im-mittelpunkt\/","title":{"rendered":"Der Mensch im Mittelpunkt"},"content":{"rendered":"<p>Ein intelligenter Boden, der St\u00fcrze erkennt; smarte Brillen und Armb\u00e4nder, die die Haus\u00e4rztin beim Erkennen von Krankheiten unterst\u00fctzen k\u00f6nnen; der Freund, der via Videotelefonat Eink\u00e4ufe f\u00fcr einen erledigt, weil man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist: Im Rahmen des interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojektes \u201eCognitive Village \u2013 Vernetztes Dorf\u201c haben WissenschaftlerInnen im <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/fokos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschungskolleg (FoKos) der Universit\u00e4t Siegen<\/a> in den vergangenen drei Jahren an und mit zahlreichen technischen Anwendungen gearbeitet, die \u00e4lteren und kranken Menschen vor allem im l\u00e4ndlichen Raum den Alltag erleichtern sollen. Das Projekt und die Ergebnisse haben f\u00fcr Aufmerksamkeit gesorgt \u2013 auch, weil von Beginn an die potentiellen Nutzerinnen und Nutzer selbst im Mittelpunkt standen und miteinbezogen worden sind.<\/p>\n<p>So war es auch selbstverst\u00e4ndlich, dass einige SeniorInnen aus dem Bad Berleburger Ortsteil Elsoff zu Symposium und Podiumsdiskussion unter dem Titel \u201eGemischte Gef\u00fchle\u201c nach Siegen gekommen waren, wo zum Abschluss des Projektes WissenschaftsexpertInnen aus der ganzen Welt \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Grenzen von technischen Assistenzsystemen sprachen. In Elsoff wurde zum Beispiel im Gemeindehaus der intelligente Fu\u00dfboden \u201eSensFloor\u201c verlegt und SeniorInnen von den ForscherInnen in Workshops an die so n\u00fctzlichen, aber oftmals fremden technischen Helfer herangef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eWir haben sehr viel erreicht\u201c, freute sich Projektleiterin Prof. Dr. Claudia M\u00fcller zum Abschluss von Cognitive Village und bezog sich damit auf die technologischen Innovationen einerseits sowie die Fortschritte in Sachen Nutzerpartizipation andererseits. In dieser Hinsicht sei in Siegen Pionierarbeit geleistet worden. \u201eTechnikentwicklung kann nicht mehr im Elfenbeinturm stattfinden.\u201c H\u00e4ufig gehe es bei Entwicklungen vor allem um die Funktionalit\u00e4t der Technik, nicht aber um den eigentlichen Nutzen f\u00fcr den Menschen. Das sei der falsche Weg. Wichtig sei zudem, die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Region miteinzubeziehen. Wie positiv sich das letztlich auswirken kann, zeigte das Projekt anschaulich: \u201eDie anf\u00e4ngliche Ablehnung in Elsoff ist umgeschlagen in Begeisterung\u201c, berichtete Dipl.-Ing. Dana Kurz vom Team Cognitive Village \u00fcber den Umgang der \u00e4lteren Menschen mit den technischen Helfern.<\/p>\n<p>Elementarer Bestandteil des Projekts war die Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen aus verschiedensten Bereichen wie Wirtschaftsinformatik, Sozialwissenschaften oder Stadtplanung und Partnern aus der Industrie. Dadurch haben sich immer wieder neue Blickwinkel und M\u00f6glichkeiten ergeben. \u201eZu Beginn des Projektes dachte ich, ich besch\u00e4ftigte mich mit Mustererkennung. Letztlich ist daraus eine menschenbezogene Mustererkennung geworden\u201c, berichtete Prof. Dr. Marcin Grzegorzek, Sprecher des Konsortiums Cognitive Village und bis vor Kurzem an der Uni Siegen t\u00e4tig. Bei der Mustererkennung geht es darum, in einer Menge an Daten Regelm\u00e4\u00dfigkeiten oder Wiederholungen zu erkennen. Die vielf\u00e4ltigen Daten, die zum Beispiel eine smarte Uhr oder Brille liefern, werden durchgehend direkt vom Menschen f\u00fcr den Bedarf des Menschen ermittelt. Dabei wurden Algorithmen zur Mustererkennung aus dem Labor in der Praxis auf die Probe gestellt, weiterentwickelt und robuster gemacht. So ging aus dem Forschungsprojekt letztlich auch eine Promotionsarbeit zum Thema Mustererkennung hervor.<\/p>\n<p>Von den Erkenntnissen und Entwicklungen aus Cognitive Village zeigte sich auch Prof. Dr. Christian Tanislav angetan. Der Leiter der Geriatrie am Jung-Stilling-Krankenhaus nahm als Gast am Symposium teil. \u201eIch sehe gro\u00dfes Potential f\u00fcr die Erforschung von zum Beispiel neurodegenerativen Erkrankungen. Das k\u00f6nnte eine riesige Hilfe f\u00fcr \u00c4rzte sein\u201c, sagte er mit Blick auf die Menge an Daten, die rund um die Uhr \u2013 und vor allem auch zu Hause statt nur in der Klinik \u2013 von Patienten erfasst werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und so ist das Ende von \u201eCognitive Village\u201c der Startschuss f\u00fcr viele weitere Projekte, wie etwa die transnationale Studie \u201eAccess\u201c, die sich mit der digitalen Kompetenz \u00e4lterer Menschen besch\u00e4ftigt. Au\u00dferdem werden Handlungsempfehlungen an das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, welche das Projekt gef\u00f6rdert hat, gegeben. Das Ziel ist klar: Der Mensch soll im Mittelpunkt bleiben. Vor diesem Hintergrund sieht FoKos-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Olaf Gaus das Forschungskolleg in einer besonderen Rolle: \u201eWir sind hier in der Region S\u00fcdwestfalen \u2013 und die ist uns wichtig. Wir alle m\u00f6chten unabh\u00e4ngig und selbstbestimmt leben, unabh\u00e4ngig davon, ob wir 20, 40 oder 80 Jahre alt sind. Das ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Um sie anzunehmen, m\u00fcssen wir uns in der Region S\u00fcdwestfalen eine Meinung dar\u00fcber bilden, wie unsere Zukunft aussehen kann.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein intelligenter Boden, der St\u00fcrze erkennt; smarte Brillen und Armb\u00e4nder, die die Haus\u00e4rztin beim Erkennen von Krankheiten unterst\u00fctzen k\u00f6nnen; der Freund, der via Videotelefonat Eink\u00e4ufe&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":11754,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[30],"tags":[],"class_list":["post-11752","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vermischtes"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/cognitive2_WEB.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11752"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11752\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11757,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11752\/revisions\/11757"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11754"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}