{"id":11581,"date":"2018-11-15T08:48:59","date_gmt":"2018-11-15T07:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11581"},"modified":"2018-11-14T15:51:38","modified_gmt":"2018-11-14T14:51:38","slug":"mit-neuer-technik-gesund-und-autonom-durchs-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/mit-neuer-technik-gesund-und-autonom-durchs-leben\/","title":{"rendered":"Mit neuer Technik gesund und autonom durchs Leben"},"content":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung ist ein stark wachsendes Feld, in dessen Rahmen technische Assistenzsysteme eine wichtige Rolle spielen. So k\u00f6nnen etwa intelligente Gadgets oder B\u00f6den, die Ver\u00e4nderungen im Gangbild sowie St\u00fcrze erkennen, dazu beitragen, dass \u00e4ltere Menschen l\u00e4nger und mit m\u00f6glichst hoher Lebensqualit\u00e4t in ihrem pers\u00f6nlichen Umfeld leben k\u00f6nnen. Denkbar ist au\u00dferdem, dass f\u00fcr die Pflege im h\u00e4uslichen Umfeld k\u00fcnftig Roboter mit Assistenzfunktionen eingesetzt werden. Sowohl die bereits existierende neue Technik, als auch die Zukunftsvisionen in diesem Bereich gehen mit Chancen und Risiken einher, die reflektiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das interdisziplin\u00e4re Forschungsprojekt \u201eCognitive Village\u201c am Forschungskolleg der Universit\u00e4t Siegen hat sich in den letzten drei Jahren mit der partizipativen Gestaltung technischer Assistenzsysteme besch\u00e4ftigt. Um Anwendungen anbieten zu k\u00f6nnen, die den Bed\u00fcrfnissen der zuk\u00fcnftigen NutzerInnen entsprechen, wurden diese bei der Entwicklung einbezogen. Entstanden sind technische L\u00f6sungen, die das Verhalten von Menschen rund um die Uhr analysieren sowie ben\u00f6tigte Hilfestellungen schnell, individuell, gezielt und \u00fcberall anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines interdisziplin\u00e4reren Workshops mit renommierten WissenschaftsexpertInnen aus aller Welt wurden die im Projekt \u201eCognitive Village\u201c erreichten Fortschritte im Bereich intelligenter Algorithmen der Mustererkennung jetzt noch einmal vorgestellt. In mehreren Diskussionsrunden ging es um technologische Innovationen, zum Beispiel aus dem Feld k\u00fcnstliche Intelligenz, um gesellschaftliche Folgen und um die Verantwortung der Wissenschaft. Au\u00dferdem gab es eine \u00f6ffentliche Podiumsdiskussion zum Thema, an der Dr. Regina G\u00f6rner (Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen), Prof. Dr. Barbara Hammer (Universit\u00e4t Bielefeld, CITEC Center), Heiner Vogelsang (Landesvertreter der Techniker Krankenkasse NRW) und Dr. Martin Br\u00fcchert (BMBF-Projekttr\u00e4ger) teilnahmen. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von der Siegener Professorin Dr. Claudia M\u00fcller und ihrem Kollegen Prof. Dr. Marcin Grzegorzek (Universit\u00e4t zu L\u00fcbeck, Fellow am FoKoS).<\/p>\n<p>Einig waren die Diskutierenden sich vor allem in einer Hinsicht: Damit technische Assistenzsysteme zur L\u00f6sung zentraler Zukunftsaufgaben beitragen k\u00f6nnen, m\u00fcssen Forschende unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten \u2013 so werden f\u00fcr die Entwicklung eines Assistenzsystems nicht nur Informatiker ben\u00f6tigt, sondern zum Beispiel auch Psychologen. Dar\u00fcber hinaus sollen auch Akteure au\u00dferhalb der Wissenschaft einbezogen werden. \u201eSolche interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekte k\u00f6nnen einen ganz wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass man den Menschen wirklich in den Blick nimmt\u201c, bemerkte Dr. Regina G\u00f6rner in diesem Zusammenhang, \u201eIch bin sehr froh dar\u00fcber, dass die Ausrichtung auf die Nutzerperspektive in der Forschung jetzt eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt.\u201c<\/p>\n<p>Technische Assistenzsysteme sollten den Bed\u00fcrfnissen der EndnutzerInnen entsprechen und dabei transparent und verst\u00e4ndlich sein. Insbesondere im Kontext von k\u00fcnstlicher Intelligenz sei dies von Bedeutung, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Marcin Grzegorzek: \u201eOft werden Systeme entwickelt, die am Ende nicht einmal die Entwickler verstehen. Wir haben es dann mit einer Black Box zu tun und sto\u00dfen auf ein Nachvollziehbarkeits-Problem, das zahlreiche gesellschaftliche und rechtliche Schwierigkeiten mit sich bringt.\u201c Wichtig sei es deshalb, die Funktionsweise neuer Technik verst\u00e4ndlich zu machen. Die Wissenschaft habe hier eine gro\u00dfe Verantwortung und m\u00fcsse, wie Prof. Dr. Barbara Hammer hinzuf\u00fcgte, auch eine gewisse \u201eData Literacy\u201c der NutzerInnen f\u00f6rdern: Sie sollten verstehen k\u00f6nnen, wie die neuen Systeme funktionieren, und dar\u00fcber hinaus wissen, welche pers\u00f6nlichen Daten gespeichert werden und was mit diesen passiert.<\/p>\n<p>Prof. Hammer warnte auch vor falschen Erwartungshaltungen an k\u00fcnstliche Intelligenz: \u201eDie Rolle von maschinellem Lernen und k\u00fcnstlicher Intelligenz wird sowohl \u00fcber- als auch untersch\u00e4tzt. Es ist dringend notwendig, hier eine korrekte Erwartungshaltung zu erreichen \u2013 f\u00fcr das, was k\u00fcnstliche Intelligenz leisten kann, und f\u00fcr das, was sie nicht leisten kann. Wichtig ist au\u00dferdem ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass KI immer mit einer klaren Beschr\u00e4nkung kommt und kein Allheilmittel ist.\u201c Technische Assistenzsysteme, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Hammer weiter, sollten die AnwenderInnen\u00a0 unterst\u00fctzen \u2013 und nicht abh\u00e4ngig machen.<\/p>\n<p>Auch Heiner Vogelsang mahnte an, neben den M\u00f6glichkeiten neuer Technik auch deren Grenzen zu erkennen. Das Siegener Forschungsprojekt \u201eCognitive Village\u201c hob er positiv hervor: \u201eDass hier mit den Menschen gesprochen wird, ist wichtig. Es kann gefragt werden: \u201aWas braucht ihr denn eigentlich?\u2018 oder \u201aWelche Technologien k\u00f6nnten denn bei euch welches Problem l\u00f6sen?\u2018. Hier wird nicht am Bedarf der Menschen vorbeigeforscht, sondern bedarfsgerecht entwickelt. So k\u00f6nnen digitale L\u00f6sungen gefunden werden, die den Menschen wirklich weiterhelfen.\u201c<\/p>\n<p>Die Entwicklung und Erforschung moderner Technik profitiert einerseits von der Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, andererseits aber auch von der N\u00e4he zu den B\u00fcrgern. Dies hob auch FoKoS-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Olaf Gaus hervor. Er betonte dabei die besondere Rolle des Forschungskollegs: \u201eWir sind hier in der Region S\u00fcdwestfalen \u2013 und die ist uns wichtig. Unter dem Stichwort der zuk\u00fcnftigen gesundheitlichen Versorgung wollen wir wissen: Was ist zu tun, was wird von den Menschen verlangt? Und da darf man \u201agemischte Gef\u00fchle\u2018 haben. Wir alle m\u00f6chten unabh\u00e4ngig und selbstbestimmt leben \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob wir 20, 40 oder 80 Jahre alt sind. Das ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Um sie anzunehmen, m\u00fcssen wir uns in der Region S\u00fcdwestfalen eine Meinung dar\u00fcber bilden, wie unsere Zukunft aussehen kann.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung ist ein stark wachsendes Feld, in dessen Rahmen technische Assistenzsysteme eine wichtige Rolle spielen. 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