{"id":11567,"date":"2018-11-14T14:19:33","date_gmt":"2018-11-14T13:19:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11567"},"modified":"2018-12-17T14:34:01","modified_gmt":"2018-12-17T13:34:01","slug":"datensteinbruch-fuer-attraktivere-zentren-in-siegen-wittgenstein-und-olpe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/datensteinbruch-fuer-attraktivere-zentren-in-siegen-wittgenstein-und-olpe\/","title":{"rendered":"Datensteinbruch f\u00fcr attraktivere Zentren in Siegen-Wittgenstein und Olpe"},"content":{"rendered":"<p>Einkaufen ist mit Abstand der Hauptgrund f\u00fcr den Besuch von Innenst\u00e4dten und Zentren in den Kommunen der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe. F\u00fcr die allgemeine Attraktivit\u00e4t sind den meisten Besuchern Sicherheit und Sauberkeit sowie ausreichende und g\u00fcnstige Parkm\u00f6glichkeiten und die Erreichbarkeit mit dem PKW wichtig. Ambiente und \u201eLebendigkeit der Zentren\u201c landen auf hinteren Pl\u00e4tzen. Wichtig f\u00fcr das allgemeine Angebot in den Innenst\u00e4dten sind vor allem das Angebot an \u00c4rzten\/Apotheken und Gesundheitseinrichtungen, die Freundlichkeit des Personals, das Einzelhandelsangebot und die Beratungskompetenz. Gerade in den drei letztgenannten Punkten f\u00e4llt die Beurteilung der Zentren verglichen mit ihrer Bedeutung eher mittelpr\u00e4chtig aus.<\/p>\n<p>Dies sind nur einige Ergebnisse des <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/fileadmin\/user_upload\/Zentrumsmonitor_2018_Druckversion.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eZentrumsmonitors 2018 f\u00fcr die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe\u201c<\/a>, einer neuen Studie zur Attraktivit\u00e4t von Innenst\u00e4dten und Zentren im IHK-Bezirk, die die Strategieberatung Prof. Schramm-Klein im Auftrag von Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) und den Arbeitsgemeinschaften der Sparkassen und Volksbanken in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe durchgef\u00fchrt hat. Ziel war es, einen validen Status quo der 23 untersuchten Innenst\u00e4dte\/Zentren zu erhalten und zu identifizieren, was die Attraktivit\u00e4t der betrachteten Innenstadt ausmacht. F\u00fcr den \u201eZentrumsmonitor 2018\u201c wurden von Ende April bis Mitte Juli 2018 insgesamt 4602 Personen in 23 Stadtgebieten der beiden Kreise repr\u00e4sentativ befragt. Das entspricht 1,3 % der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>\u201eDer Einzelhandel in den Innenstadtlagen und Zentren der 18 Kommunen in beiden Kreisen befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Die meisten unserer St\u00e4dte und Gemeinden verzeichnen Kaufkraftabfl\u00fcsse in Nachbar- oder weiter entfernte Kommunen\u201c, erl\u00e4utert IHK-Vizepr\u00e4sident Jost Schneider. \u201eDie \u00f6ffentliche Diskussion ist hier vor allem durch den Online-Handel gepr\u00e4gt. Dabei ist h\u00e4ufig eine nicht hinreichende Attraktivit\u00e4t ausschlaggebend f\u00fcr die Probleme in den Zentren. Die Studie liefert nun einen umfassenden \u201aDatensteinbruch\u2018, der Hinweise darauf gibt, wie der Weg zu attraktiveren Zentren im Einzelfall aussehen kann!\u201c<\/p>\n<p>Die Studie zeigt B\u00fcrgermeistern ebenso wie den \u00f6rtlichen Werbegemeinschaften, wo Handlungsbedarfe vor Ort bestehen. \u201eEine Erhebung in dieser Tiefe ist bundesweit wohl einmalig. F\u00fcr jedes Zentrum l\u00e4sst sich auf dieser Grundlage ermitteln, wo die \u201aTreiber\u2018 und die \u201aHemmschuhe\u2018 liegen, damit es von Kunden aufgesucht wird. Die Erkenntnisse sind f\u00fcr uns als Kreditinstitut und als Partner der Region von hohem Interesse\u201c, unterstreicht Burkhard Braach, Vertriebsdirektor Firmenkunden und Generalbevollm\u00e4chtigter der Sparkasse Siegen. Und Jens Brinkmann, Vorstand der Volksbank in S\u00fcdwestfalen eG, geht auf ein weiteres herausragendes Merkmal der Untersuchung ein: \u201eJedes Zentrum weist spezifische Rahmenbedingungen f\u00fcr seine Entwicklung auf. Gleichwohl erm\u00f6glicht die einheitliche Erhebung in allen 23 untersuchten Zentren der Region eine vergleichende Gegen\u00fcberstellung, die eine pr\u00e4zise Positionsbestimmung des jeweiligen Standortes erlaubt. Auf dieser Grundlage Diskussionen vor Ort anzusto\u00dfen, liegt im unmittelbaren Interesse der heimischen Volksbanken.\u201c<\/p>\n<p><em>Bewertung von Zentren, allgemeinem Angebot und Einzelhandelsangebot<\/em><br \/>\nEinige weitere Ergebnisse im Detail: Durchschnittlich halten sich Passanten und Anwohner zwischen 30 Minuten und zwei Stunden in einem Zentrum auf, wobei dies je nach Standort erheblich variieren kann. Dass die Aufenthaltsdauer in Siegen-Mitte hoch ist, \u00fcberrascht nicht: Das Oberzentrum konkurriert eher mit anderen Gro\u00dfst\u00e4dten im erreichbaren Umfeld und weniger mit den \u00fcbrigen Kommunen im Kammerbezirk. Interessant: Auch Bad Laasphe, Drolshagen und Erndtebr\u00fcck verzeichnen bei der Aufenthaltsdauer der Besucher hohe Werte. Typischerweise werden in allen Zentren durchschnittlich weniger als 30 \u20ac pro Besuch ausgegeben. Allerdings werden die Zentren im Mittel drei bis f\u00fcnf Mal im Monat aufgesucht.<\/p>\n<p>Die allgemeine Beurteilung der Zentren variiert erheblich: W\u00e4hrend das generelle innerst\u00e4dtische Ambiente etwa in Freudenberg besonders positiv beurteilt wird, erhalten Hilchenbach in der Bewertung der Gr\u00fcnanlagen und Neunkirchen in der Einsch\u00e4tzung der Sicherheit besonders gute Noten. Kirchhundem wird von den Befragten ebenso wie Neunkirchen eine gute Erreichbarkeit mit dem PKW zugeordnet. Weitere untersuchte Kriterien sind die Beurteilung der Sauberkeit und des Publikums sowie die Lebendigkeit der Innenst\u00e4dte. Auch mit Blick auf g\u00fcnstige und ausreichende Parkm\u00f6glichkeiten und die Verkehrsanbindung an den \u00d6PNV wurden die Passanten und Anwohner befragt. F\u00fcr jede Kommune bzw. jedes Zentrum konnte so ein Profil erstellt werden, das zeigt, wo sich der Standort im Vergleich heute befindet.<\/p>\n<p>Auf dieselbe Weise beurteilten die Befragten das generelle Angebot in den Zentren. Gefragt wurde nach der Attraktivit\u00e4t des Einzelhandelsangebotes ebenso wie nach dem Kultur- und Freizeitangebot sowie dem Gastronomie- und Dienstleistungsangebot. Auch die Einsch\u00e4tzungen zur Versorgung mit \u00c4rzten\/Apotheken und Angeboten der Gesundheitsbranche, die Laden\u00f6ffnungszeiten, die Attraktivit\u00e4t des generellen Warenangebotes, das Einkaufserlebnis, die Freundlichkeit des Personals und dessen Beratungskompetenz wurden jeweils ausgewertet. Potenziale liegen vor allem im Einzelhandel und hier besonders in den Bereichen \u201eSpiel\/Spa\u00df\/Hobby\u201c, \u201eMode\u201c und \u201eUnterhaltungselektronik\u201c. Das Lebensmittelangebot in den Zentren wird generell gut bewertet.<\/p>\n<p>Die Einstellung der Befragten wie auch die \u201aLoyalit\u00e4t\u2018 zum jeweiligen Zentrum werden zum allergr\u00f6\u00dften Teil durch das vorhandene Einzelhandelsangebot bestimmt. Hier zeigt sich ebenfalls ein differenziertes Bild: W\u00e4hrend beispielsweise das Modeangebot in Olpe eine gute Bewertung erhielt, liegen Siegen-Weidenau beim Angebot an Unterhaltungselektronik und Erndtebr\u00fcck beim Angebot regionaler Produkte vorne. Die Wirkung des Einzelhandelsangebotes auf Einstellung und \u201aLoyalit\u00e4t\u2018 zum Zentrum wird dabei massiv vom vorhandenen Modeangebot bestimmt.<\/p>\n<p><em>Differenziertes Bild f\u00fcr jede Stadt\/Gemeinde bzw. jedes Zentrum<\/em><br \/>\nDer Region steht mit dem Zentrumsmonitor aufgrund der sehr differenzierten Untersuchungsergebnisse ein einmaliges, umfassendes und strategisches Instrument f\u00fcr St\u00e4dte, Gemeinden, Kreise, Beh\u00f6rden und alle anderen gesellschaftlichen Institutionen und Gruppen zur Verf\u00fcgung. \u201eDie Zentren werden nicht generell als \u201agut\u2018 oder \u201aschlecht\u2018 bewertet. Vielmehr ergibt sich f\u00fcr jedes von ihnen ein aussagekr\u00e4ftiges St\u00e4rken\/Schw\u00e4chen-Profil. Wir haben als IHK kein Interesse daran, \u201aHaltungsnoten\u2018 f\u00fcr die Kommunen zu verteilen und diese gegeneinander auszuspielen. Davon h\u00e4tte niemand etwas. Im Gegenteil: Politik l\u00e4sst sich dort besonders gut gestalten, wo die gr\u00f6\u00dften Handlungsbedarfe liegen. Jetzt ist es an den St\u00e4dten und Gemeinden, den Ball in Zusammenarbeit mit den \u00f6rtlichen Werbegemeinschaften aufzunehmen und die notwendigen Entwicklungsimpulse zu setzen\u201c, stellt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener klar.<\/p>\n<p>Aus wissenschaftlicher Sicht sollten die Verantwortlichen dabei beachten: Das Kaufverhalten wird sich weiter ver\u00e4ndern. J\u00fcngere Menschen sind internetaffiner und wesentlich kritischer bei der Beurteilung des Zentren- und vor allem des Einzelhandelsangebotes. In Siegen-Wittgenstein und Olpe gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land beim Kaufverhalten. Die Menschen erwarten weitgehende \u201eGleichberechtigung\u201c in den Angeboten. \u201eZudem sollte man nicht der Illusion erliegen, dass eine gesteigerte Attraktivit\u00e4t die Onlineeink\u00e4ufe einschr\u00e4nkt. Im Internet wird vor allem wegen seiner hohen Zentralit\u00e4t eingekauft: Es bietet einen breiten und gro\u00dfen Zugang zu Angeboten in fast allen Kategorien\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein. Dennoch: Alle Verbraucher, auch die jungen, kaufen gerne im station\u00e4ren Einzelhandel ein \u2013 wenn das Angebot, insbesondere das Sortiment, stimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einkaufen ist mit Abstand der Hauptgrund f\u00fcr den Besuch von Innenst\u00e4dten und Zentren in den Kommunen der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe. 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