{"id":11460,"date":"2018-11-07T09:09:17","date_gmt":"2018-11-07T08:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11460"},"modified":"2018-11-07T09:09:17","modified_gmt":"2018-11-07T08:09:17","slug":"e-klausuren-setzen-sich-an-der-uni-siegen-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/e-klausuren-setzen-sich-an-der-uni-siegen-durch\/","title":{"rendered":"E-Klausuren setzen sich an der Uni Siegen durch"},"content":{"rendered":"<p>22.000 \u2013 so viele E-Klausuren haben die Studierenden an der Uni Siegen in den vergangenen vier Jahren abgelegt. F\u00fcr sie hie\u00df es: Laptop statt Papier. Die Pilotphase ist so erfolgreich gelaufen, dass das Rektorat der Uni Siegen entschieden hat, die E-Klausuren dauerhaft einzusetzen.<\/p>\n<p>\u201eE-Klausuren sind mehr als nur Multiple-Choice-Fragen am PC\u201c, erkl\u00e4rt Marc Sauer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Siegen. Er koordiniert die E-Klausuren und unterst\u00fctzt DozentInnen bei der Planung und Umsetzung. Heute sind auch Freitext- und Multimedia-Aufgaben m\u00f6glich, in denen Studierende w\u00e4hrend der Klausur in individueller Geschwindigkeit Ton- oder Videoaufnahmen abspielen und Fragen dazu beantworten m\u00fcssen. In vielen Studienbereichen gibt es die E-Klausuren an der Uni Siegen schon: Von Wirtschaftsrecht \u00fcber Germanistik und Psychologie bis hin zu den Wirtschaftswissenschaften ist alles dabei. In einigen Bereichen finden mittlerweile sogar fast ausschlie\u00dflich Pr\u00fcfungen in digitaler Form statt. Die Medienwissenschaft und das Zentrum f\u00fcr \u00f6konomische Bildung in Siegen (Z\u00f6BiS) sind Vorreiter.<\/p>\n<p>Die MaschinenbauerInnen und InformatikerInnen starten gerade mit den E-Klausuren. \u201eIn naturwissenschaftlichen F\u00e4chern ist es manchmal etwas schwieriger, da man Aufgaben nicht unbedingt eins zu eins vom Papier ins Digitale \u00fcbertragen kann\u201c, erkl\u00e4rt Sauer. \u201eDas muss aber in den meisten F\u00e4llen gar nicht unbedingt sein. Man kann pauschal nie sagen, dass eine E-Klausur f\u00fcr gewisse Bereiche nicht m\u00f6glich ist, denn oftmals bietet das System ungeahnte Alternativen zu einer 1:1-Umsetzung der Papier-Klausur.\u201c In einigen naturwissenschaftlichen Bereichen wird die Software daher zun\u00e4chst in \u00dcbungsklausuren getestet. In Zukunft soll es kleine Forschungsprojekte geben, in denen Teams von DozentInnen gemeinsam die genauen Anforderungen an Aufgabenformate stellen und damit die Richtung f\u00fcr neue Entwicklungen vorgeben. Sauer sucht dazu gerade potentielle PartnerInnen, zum Beispiel aus den Bereichen Informatik, Mathematik oder Maschinenbau. \u201eMaschinenbauerInnen m\u00fcssen in ihren Pr\u00fcfungen zum Beispiel CAD-Zeichnungen anfertigen\u201c, erkl\u00e4rt der Experte f\u00fcr E-Klausuren. CAD ist eine Technologie, um reale Objekte am PC zu konstruieren. \u201eWir werden da gemeinsam M\u00f6glichkeiten entwickeln, wie wir solche Aufgaben in einer Klausur darstellen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Alleine im vergangenen akademischen Jahr haben 30 Lehrende die M\u00f6glichkeit genutzt und digitale Klausuren gestellt. \u201eUnsere Zahlen sind sehr gut, auch im Vergleich zu anderen Hochschulen in NRW\u201c, sagt Sauer. Weder in der Pilotphase, noch danach entstehen Kosten f\u00fcr einzelne Lehrst\u00fchle. Alle anfallenden Kosten werden vom Rektorat \u00fcbernommen. F\u00fcr DozentInnen hat das digitale Pr\u00fcfungssystem viele Vorteile. Der offensichtlichste sei, dass sie keine unleserlichen Schriften mehr entziffern m\u00fcssten, sagt Sauer. Aber das System bietet weitere Services: Automatisiert gibt es Statistiken zur Pr\u00fcfung und zu einzelnen Aufgaben aus. Damit k\u00f6nnen DozentInnen zum Beispiel den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe erkennen. Sie k\u00f6nnen auch sehen, welche Fragen gut geeignet sind, um zwischen sehr guten und im Vergleich relativ schlechten Pr\u00fcfungsleistungen zu unterscheiden. Im Fachjargon wird das Trennsch\u00e4rfe genannt. Au\u00dferdem gibt das System aus, wie oft eine Aufgabe in den vergangenen Jahrg\u00e4ngen schon gestellt wurde und in welchen Jahren sie Teil einer Pr\u00fcfung war.<\/p>\n<p>Als die derzeit besten R\u00e4ume haben sich w\u00e4hrend der Pilotphase das Audimax und die Sporthalle bew\u00e4hrt. In der Sporthalle k\u00f6nnen gro\u00dfe Tische aufgestellt werden. Damit haben zum Beispiel angehende WirtschaftsrechtlerInnen nicht nur Platz f\u00fcr den Laptop, sondern auch f\u00fcr ihre vielen Gesetzesb\u00fccher. In beiden R\u00e4umen spiele die W\u00e4rmeentwicklung der Laptops keine gro\u00dfe Rolle, sagt Sauer. Im Audimax, dem gr\u00f6\u00dften H\u00f6rsaal der Uni, gibt es eine Klimaanlage, in der Sporthalle lassen sich die Oberlichter und Ger\u00e4ter\u00e4ume zum Querl\u00fcften \u00f6ffnen. Durch die Gr\u00f6\u00dfe der R\u00e4ume k\u00f6nnen bis zu 300 Pr\u00fcflinge gleichzeitig ihre Klausur schreiben. Insgesamt sind so mit einem Aufgabenset Klausuren f\u00fcr bis 600 Personen m\u00f6glich und grunds\u00e4tzlich sind mit mehreren Kohorten nach oben keine Grenzen gesetzt. Aber auch eine Pr\u00fcfung f\u00fcr nur f\u00fcnf Studierende ist kein Problem. \u201eF\u00fcr kleine Gruppen wurde die Software zus\u00e4tzlich im Uni-eigenen PC-Pool installiert.\u201c, sagt Sauer.<\/p>\n<p>Die Software f\u00fcr die E-Klausuren wird laufend verbessert. \u201eAlle Kinderkrankheiten sind vom Tisch\u201c, versichert der Experte. Nachmeldungen zu Pr\u00fcfungen zum Beispiel sind jetzt technisch viel einfacher m\u00f6glich als noch am Anfang der Pilotphase. Einige Studierende hatten in Befragungen ge\u00e4u\u00dfert, dass das Design bisher recht altmodisch wirkt. Das wird ab der n\u00e4chsten Pr\u00fcfungsphase anders sein. Das Design wurde komplett modernisiert. Auch die Barrierefreiheit wurde verbessert. Demn\u00e4chst kann jeder Pr\u00fcfling w\u00e4hrend der Klausur die Schriftgr\u00f6\u00dfe und die Bildschirmdarstellung vergr\u00f6\u00dfern oder verkleinern. Sollte wider Erwarten doch mal ein Akku leer gehen, gibt es keine Probleme: Jeder Schritt wird automatisch gespeichert und Ersatzlaptops stehen immer bereit, um genau dort weiterzuschreiben, wo man aufgeh\u00f6rt hat. Die Software f\u00fcr die Laptops hat der mobile Dienstleister IQUL entwickelt. Er stellt auch das WLAN und ist f\u00fcr die Sicherheit zust\u00e4ndig. Wer annimmt, er k\u00f6nnte w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung die Antworten googlen, irrt sich \u00fcbrigens: Die Laptops sind nur f\u00fcr die Pr\u00fcfungssoftware nutzbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22.000 \u2013 so viele E-Klausuren haben die Studierenden an der Uni Siegen in den vergangenen vier Jahren abgelegt. 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