{"id":11432,"date":"2018-11-05T11:01:14","date_gmt":"2018-11-05T10:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11432"},"modified":"2018-11-05T11:01:14","modified_gmt":"2018-11-05T10:01:14","slug":"fachkraeftemangel-macht-deutschem-mittelstand-mehr-und-mehr-zu-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/fachkraeftemangel-macht-deutschem-mittelstand-mehr-und-mehr-zu-schaffen\/","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftemangel macht deutschem Mittelstand mehr und mehr zu schaffen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland wird die Besetzung offener Stellen mehr und mehr zum Problem, wie eine aktuelle Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels 2018 zeigt. Zwei Drittel aller mittelst\u00e4ndischen Betriebe wollen in den n\u00e4chsten drei Jahren neue Fachkr\u00e4fte einstellen (66 %). Davon rechnen knapp zwei Drittel (65 %) mit Problemen bei der Rekrutierung &#8211; bef\u00fcrchten also, dass Stellen nur mit Abstrichen, verz\u00f6gert oder \u00fcberhaupt nicht besetzt werden k\u00f6nnen. Der Mittelstand ist damit seit der letzten Untersuchung von KfW Research zu diesem Thema im Jahr 2014 deutlich pessimistischer geworden. Vor vier Jahren sahen sich &#8222;nur&#8220; 57% der einstellenden Unternehmen mit Rekrutierungsschwierigkeiten konfrontiert.<\/p>\n<p>Hauptgrund f\u00fcr die Sorgen der Firmen ist der quer durch alle Branchen zunehmende Mangel an Fachkr\u00e4ften. Im Jahr 2018 begr\u00fcnden 77 % der betroffenen Mittelst\u00e4ndler ihre Rekrutierungsprobleme mit &#8222;Bewerbermangel im gesuchten Beruf&#8220;, vier Jahre zuvor waren es noch 57 %. Dieser Anstieg ist nicht nur eindeutig, er ist auch einseitig, denn andere Gr\u00fcnde f\u00fcr Rekrutierungsschwierigkeiten spielen eine geringere Rolle als 2014: Die Stellenbesetzung scheitert heute deutlich seltener an zu hohen Lohnforderungen (R\u00fcckgang von 44% auf 38 %) und etwas seltener an fehlenden Zusatzqualifikationen der Bewerber (von 37% auf 35 %).<\/p>\n<p>Zwar w\u00e4re die Diagnose eines fl\u00e4chendeckenden Fachkr\u00e4ftemangels in Deutschland nach wie vor \u00fcbertrieben. Doch die aktuelle Analyse von KfW Research zeigt, dass sich die Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse seit 2014 in allen Wirtschaftssektoren versch\u00e4rft haben, obwohl in diesem Zeitraum die Erwerbsbeteiligung von Frauen und \u00c4lteren deutlich gestiegen ist. Denn der konjunkturbedingt gro\u00dfe Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften \u00fcbersteigt diese Zugewinne noch. Besonders stark betroffen ist der Bausektor, in dem heute neun von zehn mittelst\u00e4ndischen Firmen mit Rekrutierungsproblemen Bewerbermangel bef\u00fcrchten (2014: 75%). Zus\u00e4tzlich zur Sanit\u00e4rtechnik und dem Trockenbau werden nun auch die Fachkr\u00e4fte im Tiefbau knapp.<\/p>\n<p>Die Verschiebung der Rekrutierungsprobleme in Richtung berufsspezifischen Fachkr\u00e4ftemangels und weg von anderen Gr\u00fcnden ist im forschungs- und entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbe besonders ausgepr\u00e4gt. Auch hier wird weitaus h\u00e4ufiger Bewerbermangel bef\u00fcrchtet als vor vier Jahren (81% gegen\u00fcber 60%). Zu hohe Lohnvorstellungen und fehlende Zusatzqualifikationen waren im Jahr 2014 noch fast gleichrangige Probleme, fallen nun aber weit hinter den Bewerbermangel zur\u00fcck (auf 40% bzw. 38%).<\/p>\n<p>Im Dienstleistungssektor ist die Versch\u00e4rfung des Bewerbermangels gegen\u00fcber 2014 am drastischsten. In der wissensintensiven H\u00e4lfte des Sektors mit gro\u00dfem Akademikeranteil ist die H\u00e4ufigkeit von 55% auf 75% gestiegen, bei den &#8222;Sonstigen Dienstleistern&#8220; springt der Wert sogar um 27 Prozentpunkte (von 46% auf 73%). Vor vier Jahren waren hohe Lohnforderungen dort noch das h\u00e4ufigste Problem (48%). Im Bereich der Gesundheitsdienstleistungen fehlen bekanntlich seit Jahren Pfleger und \u00c4rzte, hinzu kommen neuerdings u. a. Hebammen, Physio- und Sprachtherapeuten. Au\u00dferdem gibt es Engp\u00e4sse in der Softwareentwicklung, Steuerberatung, Ver- und Entsorgung sowie bei Friseurmeistern und Fahrlehrern. Im KfW-Mittelstandspanel zeichnen sich zudem Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse bei Reinigungsdiensten, in der Verkehrsbranche sowie in Bildungseinrichtungen ab.<\/p>\n<p>&#8222;Die Ursachen von Rekrutierungsproblemen haben sich in den vergangenen Jahren verschoben: Den Unternehmen fehlen zunehmend die Bewerber. Das ist die Kehrseite eines erfreulichen Arbeitsmarktbooms und voller Auftragsb\u00fccher im Mittelstand&#8220; sagt Dr. J\u00f6rg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. &#8222;Von der aktuellen Konjunktur abgesehen droht aber mittelfristig ein fl\u00e4chendeckender Fachkr\u00e4ftemangel, wenn ab ca. 2025 die Baby-Boomer in Rente gehen. Um die Folgen abzufedern, m\u00fcssen Erwerbsquote und Weiterbildungsbeteiligung weiter steigen. Ein leergefegter Arbeitsmarkt ist ein guter Anreiz, um in Kita-Ausbau, Ganztagsschulen und Weiterbildung zu investieren. Ich kann mir auch vorstellen, dass die heutigen Berufsanf\u00e4nger angesichts steigender Lebenserwartung sp\u00e4ter in Rente gehen werden als mit 67 Jahren. So oder so braucht Deutschland in den kommenden Jahren zweifellos viel mehr qualifizierte Zuwanderer als zuvor&#8220;, so Zeuner.<\/p>\n<p>Die Analyse von KfW Research zum Fachkr\u00e4ftemangel im Mittelstand ist abrufbar unter:\u00a0<a class=\"uri-ext outbound\" href=\"http:\/\/ots.de\/vXGauK\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/ots.de\/vXGauK<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland wird die Besetzung offener Stellen mehr und mehr zum Problem, wie eine aktuelle Analyse von KfW Research&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9950,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,11],"tags":[],"class_list":["post-11432","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/worker-cnc.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11432"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11433,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11432\/revisions\/11433"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9950"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}