{"id":11353,"date":"2018-10-27T08:42:30","date_gmt":"2018-10-27T06:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11353"},"modified":"2018-10-27T08:42:30","modified_gmt":"2018-10-27T06:42:30","slug":"die-wirtschaft-in-wittgenstein-ist-bestens-aufgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-wirtschaft-in-wittgenstein-ist-bestens-aufgestellt\/","title":{"rendered":"Die Wirtschaft in Wittgenstein ist bestens aufgestellt"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die Industrie ist das Herz unserer Wirtschaft. Die gut aufgestellten mittelst\u00e4ndischen Familienunternehmen auch hier in Wittgenstein sind die Grundlage unseres Wohlstandes. Sie haben uns gut durch die letzte Krise gebracht. Sie gilt es zukunftsfest zu machen. Digitalisierung und Globalisierung sind dabei die entscheidenden Herausforderungen&#8220;, so NRW-Arbeitgeberpr\u00e4sident Arndt G. Kirchhoff beim 1. Wittgensteiner Wirtschaftstreff. Auf Einladung einer Veranstaltergemeinschaft von Volksbank Wittgenstein, Sparkasse Wittgenstein, Industrie- und Handelskammer Siegen und der Kreishandwerkerschaft war er Freitag Abend ins Autohaus M\u00fcller im Industriepark Wittgenstein in Erndtebr\u00fcck-Schameder gekommen, ebenso wie rund 150 geladene Unternehmerinnen und Unternehmer, Handwerker und weitere Vertreter der Wittgensteiner Wirtschaft. Unter den G\u00e4sten waren auch die B\u00fcrgermeister der drei Wittgensteiner Kommunen sowie die Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach.<\/p>\n<p>&#8222;Nach dem letzten Jahresempfang der IHK Siegen hatten wir die Idee, so etwas auch in Wittgenstein zu organisieren&#8220;, begr\u00fc\u00dfte Klaus L\u00f6cker, Inhaber des Autohaus M\u00fcller, die G\u00e4ste im Namen der Veranstaltergemeinschaft. &#8222;Wir wollen uns austauschen und die Gelegenheit bieten, Netzwerke zu kn\u00fcpfen&#8220;, was im Anschluss an den Vortrag von Arndt G. Kirchhoff bei Suppe, Schnittchen und Krombacher Pils auch ausgiebig genutzt wurde.<\/p>\n<p>Das Wittgensteiner Land habe sich in den letzte 25 Jahren beeindruckend entwickelt, stellte der Pr\u00e4sident des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen e.V. und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter und CEO der KIRCHHOFF Holding GmbH &amp; Co. KG fest. S\u00fcdwestfalen insgesamt geh\u00f6re heute zu den f\u00fchrenden Industrieregionen in Deutschland. &#8222;Das ist vor allem ein Verdienst des Mittelstands.&#8220; Der Industrieanteil liege bei 45 Prozent. Im Vergleich dazu habe das Ruhrgebiet nur noch einen Industrieanteil von 17 Prozent. &#8222;Das Ruhrgebiet befindet sich schon seit Jahren in einem wirtschaftlichen Umbruch. Wir haben jetzt die Chance, daraus eine zukunftsf\u00e4hige digitale Region zu machen, von der wir auch in S\u00fcdwestfalen profitieren.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die Herausforderung, die durch die Digitalisierung auf uns zukommen, m\u00fcssen wir erkennen und mit Zuversicht angehen&#8220;, so Arndt G. Kirchhoff weiter. Ganz wichtig sei dabei, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen mitzunehmen. Nur gemeinsam k\u00f6nne man die Entwicklung meistern, die schon heute, aber noch st\u00e4rker in den n\u00e4chsten Jahren, die Arbeitswelt ver\u00e4ndern werde. &#8222;Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich eine leistungsf\u00e4hige Infrastruktur. Die wird zur Zeit geschaffen. Allerdings w\u00e4re es sinnvoller, zuerst die Industriegebiete und die Unternehmen an die schnellen Datennetze anzuschlie\u00dfen, als die gro\u00dfen St\u00e4dte.&#8220;<\/p>\n<p>Viele Arbeitspl\u00e4tze w\u00fcrden sich durch die Digitalisierung ver\u00e4ndern, ganz wegfallen oder neu entstehen. Auch diese Entwicklung m\u00fcsse man erkennen, aktiv begleiten und den Besch\u00e4ftigten die damit verbundenen \u00c4ngste nehmen. &#8222;Wir hatten bisher nach jeder gro\u00dfen industriellen Revolution mehr Arbeitspl\u00e4tze als vorher. Das wird auch mit der Digitalisierung so sein.&#8220; Die entsprechenden Arbeitsbedingungen flexibel und zukunftsf\u00e4hig auszugestalten sei nicht zuletzt Aufgabe der Tarifparteien. &#8222;Auch das werden wir gemeinsam mit der IG Metall mit Zuversicht angehen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Globalisierung war das zweite Thema im Vortrag von Arndt G. Kirchhoff. Er betonte dabei zun\u00e4chst die Schwierigkeiten, die sich durch den zunehmenden Protektionismus f\u00fcr die deutsche Exportwirtschaft erg\u00e4ben. &#8222;Globalisierung bedeutet nach meinem Verst\u00e4ndnis nichts anderes als freien Welthandel. Der wird aber derzeit durch die Politik des amerkanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump und die entsprechenden Reaktionen aus China deutlich erschwert. Hinzu kommt der 2019 anstehenden Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der Europ\u00e4ischen Union mit noch nicht vollst\u00e4ndig absehbaren Folgen f\u00fcr unseren Au\u00dfenhandel&#8220;, meinte der NRW-Arbeitgeberpr\u00e4sident. Und dennoch liege Deutschland nach wie vor an der Spitze aller Exportnationen. &#8222;Das muss man sich einmal vorstellen: Wir stellen gerade einmal ein Prozent der Weltbev\u00f6lkerung und sind trotzdem Exportweltmeister.&#8220; Die Produkte der deutschen Industrie seien weltweit gefragt, obwohl sie zumeist teurer sind als andere, aber h\u00e4ufig auch besser. &#8222;Deshalb sind unsere Kunden auch bereit, einen h\u00f6heren Preis daf\u00fcr zu bezahlen.&#8220; Wir sollten daher alles daf\u00fcr tun, die zunehmenden Abschottungstendenzen in der Welt zu bek\u00e4mpfen. Deutschland m\u00fcsse sich einmischen. Und das gehe nur mit einer gut funktionierenden Wirtschaft.<\/p>\n<p>Neben der Digitalisierung und der Globalisierung besch\u00e4ftige die Unternehmen auch die Frage, wie sie den zuk\u00fcnftigen Fachkr\u00e4ftebedarf decken k\u00f6nnen. Gerade in den l\u00e4ndlichen Regionen sei das ein gro\u00dfes Problem. &#8222;Auch hier m\u00fcssen wir Unternehmer aktiv werden und f\u00fcr unsere guten Arbeitspl\u00e4tze werben. Aber wir m\u00fcssen auch daf\u00fcr sorgen, dass den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler schon an der Schule eine fundiertes digitales Wissen vermittelt wird. Wir haben in unseren Unternehmen hervorragende und gut bezahlte Ausbildungs- und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten. Es muss also nicht in jedem Fall immer ein Hochschulstudium sein&#8220;, unterstrich Arndt G. Kirchhoff. Das gelte auch f\u00fcr das Handwerk. Ohne Nachwuchs f\u00fcr die Handwerksbetriebe bek\u00e4men wir langfristig ein Riesenproblem. Schon heute m\u00fcsse man lange auf einen Handwerkertermin warten. Wenn das zuk\u00fcnftig niemand mehr machen wolle, dann werde es auch f\u00fcr die Industrie schwierig.<\/p>\n<p>In der abschlie\u00dfenden Fragerunde gingen einige Vertreter des Handwerks auf diesen Punkt n\u00e4her ein und bem\u00e4ngelten insbesondere die Abwanderung von Fachkr\u00e4ften aus dem Handwerk in die Industrie, nicht zuletzt wegen der besseren Bezahlung. Dies beginne schon bei den Ausbildungsverg\u00fctungen. Hier riet Arndt G. Kirchhoff den Handwerksbetrieben, dieser Entwicklung mit besseren Rahmenbedingungen entgegen zu wirken. &#8222;Es ist richtig, das wir in der Industrie deutlich h\u00f6here Entgelte zahlen als im Handwerk. Es ist aber auch klar, dass wir mit unserem Tarifpartner IG Metall keine Absenkung hinbekommen werden. Deshalb muss das Handwerk selber etwas tun, um die Attraktivit\u00e4t der Handwerksberufe zu steigern. Und das muss nicht immer nur mehr Geld bedeuten.&#8220;<\/p>\n<p>Musikalisch umrahmt wurde der 1. Wittgensteiner Wirtschaftstreff von der Band Silent Seven.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Industrie ist das Herz unserer Wirtschaft. Die gut aufgestellten mittelst\u00e4ndischen Familienunternehmen auch hier in Wittgenstein sind die Grundlage unseres Wohlstandes. 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