{"id":11274,"date":"2018-10-22T14:11:56","date_gmt":"2018-10-22T12:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11274"},"modified":"2018-10-22T14:11:56","modified_gmt":"2018-10-22T12:11:56","slug":"ihk-konjunkturumfrage-lage-gut-luft-wird-duenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-konjunkturumfrage-lage-gut-luft-wird-duenner\/","title":{"rendered":"IHK-Konjunkturumfrage: Lage gut, Luft wird d\u00fcnner"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer Aufschwung in der heimischen Wirtschaft verliert an Fahrt. \u00dcber alle Branchen hinweg ist die Lage nach wie vor gut. Die Luft wird jedoch deutlich d\u00fcnner. Die Unsicherheiten nehmen zu, vor allem in der Industrie. Zugleich profitiert der Handel von einer anhaltend guten Konsumstimmung, die von der steigenden Besch\u00e4ftigung und Einkommenszuw\u00e4chsen getragen wird\u201c, kommentiert IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der j\u00fcngsten Konjunkturumfrage, an der sich 400 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten. \u201eNur\u201c noch rund ein F\u00fcnftel der Betriebe geht in den kommenden Monaten von besseren Gesch\u00e4ften aus. Zum Jahresanfang gaben das noch 32 % der Unternehmen an. \u201eDie regionale Wirtschaft ist dennoch gut aufgestellt: 53 % der Unternehmen geben eine gute Lage an, unwesentlich weniger als zu Jahresbeginn. Trotz der Abk\u00fchlung bewegen wir uns auf einem hohen konjunkturellen Niveau\u201c, betont Felix G. Hensel weiter. Zwei Drittel der Betriebe erwarten zudem eine k\u00fcnftig stabile Entwicklung. Jedoch sei in Summe der regionale Klimaindex als Zusammenfassung von Lagebeurteilungen und Erwartungen im Vergleich zum Jahresanfang von 137 auf 126 Punkten sp\u00fcrbar zur\u00fcckgegangen. Damit liege der Index aber noch deutlich \u00fcber dem langfristigen Mittel.<\/p>\n<p>Die Industriebetriebe sind weiterhin \u00fcber alle Branchen hinweg sehr gut ausgelastet. Sie geben sogar unter dem Strich eine deutlich gestiegene Investitionsneigung an. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201e39 % der Industrieunternehmen wollen in den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monaten im Inland mehr investieren als zuvor. Nur wer zuversichtlich ist und wachsen will, nimmt Geld in die Hand. Dieses Wachstum m\u00fcssen die M\u00e4rkte hergeben. Die steigende Investitionsneigung wird sicher auch dadurch getragen, dass In- und Auslandsums\u00e4tze der heimischen Industrie bis einschlie\u00dflich August dieses Jahres um 8 % angestiegen sind. Auch das ist sehr erfreulich.\u201c Zwar bedeuten h\u00f6here Ums\u00e4tze nicht immer auch gestiegene Ertr\u00e4ge und nicht allen Firmen geht es gut. Bleiben aber einschneidende \u00dcberraschungen aus, d\u00fcrfte 2018 f\u00fcr die regionale Industrie nach Einsch\u00e4tzung der IHK ein insgesamt gutes Jahr werden, auch wenn die Erwartungen der Firmen nun zur\u00fcckgingen. Unz\u00e4hlige Kriege und Krisen d\u00e4mpften die Stimmung. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDass es nach unten geht, hat uns nicht wirklich \u00fcberrascht, zumal auch der Bund eine konsequent mittelstandsorientierte Politik nach wie vor schuldig bleibt. Eine Unternehmenssteuerreform wird nicht angefasst, nach sieben Jahren besteht bei der Energiewende immer noch kein gesellschaftlicher Konsens \u00fcber deren konkrete Umsetzung und vom Schuldenabbau h\u00f6rt man auch angesichts von Milliarden\u00fcbersch\u00fcssen insgesamt zu wenig.\u201c<\/p>\n<p>Die Stimmung dr\u00fcckt zudem, dass der Protektionismus weltweit zunimmt. Die durch den US-Pr\u00e4sidenten Trump ausgel\u00f6sten internationalen Zoll- und Handelsstreitigkeiten betreffen vor allem die wichtigen M\u00e4rkte in China und den USA. Sie belasten auch hiesige Exportunternehmen direkt und indirekt ganz erheblich. IHK-Konjunkturexperte Stephan J\u00e4ger: \u201eAllein der heimische Maschinenbau d\u00fcrfte rund 500 Mio. \u20ac Umsatz in diesen beiden wichtigen Ziell\u00e4ndern realisieren. Dies verdeutlicht das Problem.\u201c Etliche Exportchancen w\u00fcrden vereitelt, weil z. B. Banken angesichts drohender US-Sanktionen bei der finanziellen Abwicklung etwa im Iran oder in Russlamd nicht mehr mitspielten oder internationale Produktionsketten empfindlich gest\u00f6rt w\u00fcrden. Felix G. Hensel: \u201eNicht ohne Grund hat der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) die weltweiten Wachstumsaussichten f\u00fcr dieses und n\u00e4chstes Jahr nach unten angepasst.\u201c Auch den bevorstehenden Brexit betrachten die heimischen Unternehmen nach wie vor als hohes Risiko: Noch immer droht ein harter Ausstieg Gro\u00dfbritanniens aus der EU. Das Vereinigte K\u00f6nigreich ist der drittwichtigste Exportmarkt f\u00fcr die NRW-Wirtschaft. Des Weiteren stellt der gestiegene Au\u00dfenwert des Dollars f\u00fcr viele Schwellenl\u00e4nder verbunden mit ihren hohen Auslandverschuldungen eine Last dar und hemmt dort die Wirtschaftsentwicklung. Stephan J\u00e4ger: \u201eDas alles bremst ebenfalls heimische Exporte aus. F\u00fcr die EU selbst sind die hohen Verschuldungen in s\u00fcdeurop\u00e4ischen Staaten ein Manko f\u00fcr die fiskalische Stabilit\u00e4t. Derzeit gilt dies besonders f\u00fcr Italien. Schlie\u00dflich sorgen die gestiegenen \u00d6l- und Rohstoffpreise f\u00fcr weitere Unabw\u00e4gbarkeiten.\u201c<\/p>\n<p>Im hiesigen Einzelhandel klettert im Vergleich dazu das Konjunkturklima nach oben. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Konsumstimmung f\u00e4llt in weiten Teilen positiv aus. Sie wird trotz \u00fcberdurchschnittlich ansteigender Verbraucherpreise durch niedrige Zinsen und vor allem durch die gute Arbeitsmarktlage beg\u00fcnstigt. Wir n\u00e4hern uns der Vollbesch\u00e4ftigung.\u201c Der Bau boomt nach wie vor. F\u00fcr die kommenden Monate erwartet die Branche eine ruhigere Entwicklung, auch saisonal bedingt. Gro\u00dfh\u00e4ndler und Dienstleister sch\u00e4tzen ihre Lage noch einmal besser ein als zu Jahresbeginn. Dagegen nehmen sie ihre Erwartungen f\u00fcr die nahe Zukunft sp\u00fcrbar zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Zu den Ergebnissen im Einzelnen:<\/strong><br \/>\nMehr als die H\u00e4lfte der Industriebetriebe meldet eine gute Lage, nur 8 % eine schlechte. 56 % sind bis zur Spitze ausgelastet, nur unbedeutend weniger als im Januar 2018. Fast neun von zehn Betrieben geben Auslastungsgrade von \u00fcber 70 % an. Deutlich mehr als jedes dritte Unternehmen m\u00f6chte zudem die Inlandsinvestitionen in den kommenden Monaten ausweiten, nur 12 % senken. Allerdings werden die Auftragseing\u00e4nge aus In- und Ausland im Saldo negativer eingestuft als zu Jahresbeginn. Die regionalen Automobilzulieferer erwarten etwa auf hohem Niveau eine Beruhigung. Neben der Dieseldiskussion sp\u00fcren sie die Probleme bei deutschen Autoherstellern bez\u00fcglich der Umstellung auf den neuen Abgas-Pr\u00fcfstandard WLTP (\u201eWorldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure\u201c). Auch andere Branchen werden vorsichtiger. Im Ergebnis geht \u201enur\u201c noch ein Viertel aller Industriebetriebe von k\u00fcnftigen Steigerungen aus, 9 Prozentpunkte weniger als zu Jahresbeginn. Allerdings sind auch nur 10 % pessimistisch eingestellt. Knapp zwei Drittel erwarten stabile Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>Fast drei Viertel der befragten Baubetriebe geben eine gute Lage an, kein Unternehmen meldet eine schlechte. 83 % sind bis zur Spitze ausgelastet. Der regionale Bauumsatz stieg im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr vom hohen Niveau aus um 1,4 %. Hingegen geben nun weniger Firmen als bisher steigende Impulse an. Zudem steht die eher ruhigere Wintersaison an. Nur noch 9 % der Betriebe bauen daher auf k\u00fcnftig bessere Gesch\u00e4fte und 17 % auf ung\u00fcnstigere. Drei Viertel erwarten einen stabilen Verlauf.<\/p>\n<p>42 % der Einzelh\u00e4ndler stufen ihre Lage als gut ein, 12 % als schlecht. Etliche haben aufgrund der guten Konsumstimmung zuletzt ihre Ums\u00e4tze steigern k\u00f6nnen. Die Ertr\u00e4ge stiegen jedoch nicht in gleichem Ma\u00dfe. Gleichzeitig melden Textil- und Kfz-Handel schlechtere Gesch\u00e4fte als zuvor. Ersterer bleibt wegen des anhaltend sch\u00f6nen Wetters auf Herbstware sitzen und bei vielen Kfz-H\u00e4ndlern stockt der Pkw-Verkauf aufgrund der besagten WLTP-Probleme. Es stehen hierf\u00fcr zu wenig genehmigte Modelle zur Verf\u00fcgung. Dies wiederum verl\u00e4ngert die Lieferzeiten. F\u00fcr die kommenden Monate setzt der gesamte Einzelhandel nicht auf gro\u00dfe Spr\u00fcnge: Nur 15 % hoffen auf Zuw\u00e4chse, 12 % f\u00fcrchten Einbu\u00dfen. Immerhin fast drei Viertel erwarten stabile Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Gro\u00dfh\u00e4ndler stuft die Lage als \u201egut\u201c ein, nur 7 % als \u201eschlecht\u201c. Besonders der konsumnahe Bereich meldet positive Impulse. Aber auch der produktionsnahe Gro\u00dfhandel verzeichnet zuletzt gute Ums\u00e4tze, obwohl nun hier und da schon mehr zur\u00fcckhaltende Kunden registriert werden. Insgesamt erwarten die Betriebe in Zukunft auf hohem Niveau einen ruhigeren Verlauf: Ein F\u00fcnftel sieht Steigerungen (Januar 2018: 43 %), nur 7 % R\u00fcckg\u00e4nge. 72 % erwarten gleich bleibende Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>57 % der Dienstleister melden eine gute Lage, nur 4 % eine schlechte. Besonders die unternehmensnahen Dienstleistungen verzeichnen Zuw\u00e4chse. Aber auch die sonstigen Dienstleister und das Verkehrsgewerbe melden gute Ums\u00e4tze und Ertr\u00e4ge. Letztere bef\u00fcrchten aber k\u00fcnftig deutlichere Abstriche als die anderen Branchen. Weniger als ein F\u00fcnftel aller Dienstleister geht von besseren Gesch\u00e4ften in naher Zukunft aus, fast genauso viele sind skeptisch eingestellt. Immerhin zwei Drittel der Betriebe hoffen auf eine stabile Entwicklung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Aufschwung in der heimischen Wirtschaft verliert an Fahrt. \u00dcber alle Branchen hinweg ist die Lage nach wie vor gut. 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