{"id":11104,"date":"2018-10-09T08:46:32","date_gmt":"2018-10-09T06:46:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11104"},"modified":"2018-10-08T15:51:37","modified_gmt":"2018-10-08T13:51:37","slug":"spannloesung-fuer-hochpraezises-schleifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/spannloesung-fuer-hochpraezises-schleifen\/","title":{"rendered":"Spannl\u00f6sung f\u00fcr hochpr\u00e4zises Schleifen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr das Schleifen von besonders filigranen Druckmaschinen-Bauteilen hat der Spanntechnikhersteller <a href=\"https:\/\/www.roemheld-gruppe.de\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ROEMHELD<\/a> in Hilchenbach ein hochpr\u00e4zises Spann- und Zentriersystem entwickelt. Die anwendungsspezifische L\u00f6sung basiert auf HILMA-Maschinenschraubst\u00f6cken der neuen Baureihe MC-P. Mit ihr k\u00f6nnen die Oberfl\u00e4chen labiler Werkst\u00fccke im Brandenburger Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) besonders verzugsarm bearbeitet werden.<\/p>\n<p>Die Toleranzvorgabe, eine Ebenheit von kleiner 10 \u03bcm zu erzeugen, kann Heidelberg damit sogar unterbieten. Die maximale Ebenheitsabweichung liegt sicher in der Toleranzanforderung und damit weit unter den Werten, die der Maschinenbauer mit Spannmitteln anderer Hersteller erzielte. \u201eWir sind sehr zufrieden mit diesem Spannsystem und erzeugen h\u00f6chste Qualit\u00e4t f\u00fcr unseren Anwendungsfall\u201c, lobt Daniel B\u00f6ttger aus der Abteilung Werkzeug und Maschinentechnologie von Heidelberg. Im Vorfeld hat das Unternehmen lange nach einer geeigneten Spanntechnologie f\u00fcr die Schleifanwendung gesucht.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Feinschliff gespannt werden muss ein schlankes Bauteil, welches aufgrund seiner L\u00e4nge von 500 mm bei einer Tiefe von lediglich 12 mm und einer Breite von 90 mm \u00e4u\u00dferst labil ist. Das Werkst\u00fcck aus einer Eisen-Nickel-Legierung wird im Vorfeld gefr\u00e4st, gebohrt und vorgeschliffen. Vor einigen Jahren hat sich der Produktionsstandort Brandenburg der Fertigung angenommen, um das eigene Know-how zu erweitern und jederzeit die Qualit\u00e4t der Werkst\u00fccke gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. \u201eWir nehmen immer wieder neue fertigungstechnische Herausforderungen an\u201c, erkl\u00e4rt B\u00f6ttger, \u201eund arbeiten konsequent daran, das perfekte Ergebnis zu erzielen.\u201c<\/p>\n<p>Die Brandenburger hatten im Vorfeld Unterst\u00fctzung bei verschiedenen Spanntechnikherstellern gesucht, die allerdings keine brauchbaren L\u00f6sungen f\u00fcr den Prozess lieferten. \u201eDie Ergebnisse waren jedes Mal unbefriedigend\u201c, so B\u00f6ttger. Schlie\u00dflich entwickelte das Unternehmen eine eigene Spannvorrichtung, mit der es bessere Resultate erzielte. Allerdings lag die Ausschussquote immer noch in einer nicht akzeptablen Gr\u00f6\u00dfenordnung. \u201eDas Bauteil lag plan, wurde gespannt, geschliffen und dann gel\u00f6st \u2013 und war verzogen\u201c, berichtet er. Um den Ausschuss zu reduzieren, musste dann die H\u00e4lfte der Werkst\u00fccke sehr aufw\u00e4ndig und kostenintensiv nachbearbeitet werden.<\/p>\n<p>Produkte aus dem Spanntechnikprogramm der ROEMHELD Gruppe werden bereits seit vielen Jahren erfolgreich bei der Fr\u00e4sbearbeitung im Werk eingesetzt. \u201eAber bei dieser sensiblen Schleifthematiken hatte wir nicht als erstes die Firma Hilma-R\u00f6mheld als m\u00f6glichen Probleml\u00f6ser im Blickfeld\u201c, berichtet B\u00f6ttger. Das \u00e4nderte sich Ende 2016: Damals entstand der erste Kontakt zwischen Daniel B\u00f6ttger und Christoph Neuhaus, Produktmanager Werkst\u00fcck-Spannsysteme bei der Hilma-R\u00f6mheld GmbH im nordrhein-westf\u00e4lischen Hilchenbach.<\/p>\n<p>\u201eWir haben ein sehr gro\u00dfes Sortiment, das Gesamtangebot der ROEMHELD Gruppe umfasst mehr als 20.000 Artikel. Wenn niemand anderes eine L\u00f6sung hat, wir finden sie\u201c, sagt Neuhaus selbstbewusst. \u201eSelbst wenn wir mit Standard-Spannmitteln nicht weiterkommen, k\u00f6nnen wir helfen, denn eine unserer Kernkompetenzen ist die Entwicklung von Systemen f\u00fcr individuelle Anwendungsf\u00e4lle.\u201c<\/p>\n<p>Basierend auf dem HILMA Maschinenschraubstock MC-P, den es in Ausf\u00fchrungen f\u00fcr das positionsflexible und das zentrische Spannen gibt, entwickelten die ROEMHELD-Konstrukteure mittels aufw\u00e4ndiger Tests eine passende Spannl\u00f6sung. \u201eWir hatten uns zum Ziel gesetzt, aus diesem urspr\u00fcnglich f\u00fcr Bearbeitungszentren entwickelten Element m\u00f6glichst viel herauszuholen\u201c, berichtet der Produktmanager.<\/p>\n<p>Bei der zentrisch spannenden Version fahren zwei mechanisch miteinander verbundene Spannschlitten gemeinsam zum Mittelpunkt des Spannsystems. Da die Spannspindel weit oben im Geh\u00e4use angebracht ist, wird eine Verformung des Bauteils auf ein Minimum reduziert.<\/p>\n<p>Die Spannstelle der positionsflexiblen Maschinenschraubst\u00f6cke ist bei ge\u00f6ffneter Klemmung schwimmend gelagert. Auch hier n\u00e4hern sich zuerst die Spannschlitten zentrisch dem Werkst\u00fcck. Hat die erste Spannbacke Kontakt zum Bauteil bekommen, wird die zweite Spannbacke verfahren, bis beide korrekt angelegt sind. Dann wird mit dem Drehmomentschl\u00fcssel die gew\u00fcnschte Spannkraft eingeleitet und anschlie\u00dfend die Spannstelle \u00fcber eine Klemmspindel fixiert. Somit kann diese exakt an die Werkst\u00fccklage angepasst werden.<\/p>\n<p>Nachdem eine Kombination aus drei zentrisch spannenden Schraubst\u00f6cken mit 100 mm Backenbreite noch nicht das gew\u00fcnschte Ergebnis erzielt hatte, testeten die Spanntechnik-Spezialisten eine aufw\u00e4ndigere Variante aus f\u00fcnf Elementen: Ein Zentrisch-Spanner in der Mitte spannt das Werkst\u00fcck zuerst, dann wird es rechts und links mit je zwei positionsflexiblen Elemente gespannt und anschlie\u00dfend geklemmt. Dabei kommen f\u00fcr eine h\u00f6here Spanngenauigkeit extraflache Spannbacken mit je 60 mm Breite zum Einsatz, die das Unternehmen speziell f\u00fcr die Anwendung gefertigt hat.<\/p>\n<p>\u201eUnsere internen Versuche haben sehr gut funktioniert\u201c, erz\u00e4hlt Neuhaus, \u201edeswegen konnten wir dem Kunden das Spannsystem Anfang Juni 2017 f\u00fcr eine kostenlose Erprobung unter Fertigungsbedingungen zur Verf\u00fcgung stellen.\u201c Dabei kam es hervorragend an und wurde schlie\u00dflich im November vom Unternehmen bestellt. Damit hat sich die gro\u00dfe Vorleistung von Konstruktion und technischem Vertrieb f\u00fcr alle Beteiligten ausgezahlt.<\/p>\n<p>Nun sind die Spanntechnikexperten dabei, ihre Komplettl\u00f6sung zu vervollkommnen. Neu entwickelte Spannbacken mit spezieller Beschichtung f\u00fcr mehr Grip sollen das Bearbeitungsergebnis nochmals verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr das Schleifen von besonders filigranen Druckmaschinen-Bauteilen hat der Spanntechnikhersteller ROEMHELD in Hilchenbach ein hochpr\u00e4zises Spann- und Zentriersystem entwickelt. 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