{"id":11084,"date":"2018-10-08T11:25:37","date_gmt":"2018-10-08T09:25:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=11084"},"modified":"2018-10-08T11:25:37","modified_gmt":"2018-10-08T09:25:37","slug":"was-wir-tun-muessen-damit-nrw-wieder-spitze-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/was-wir-tun-muessen-damit-nrw-wieder-spitze-wird\/","title":{"rendered":"Was wir tun m\u00fcssen, damit NRW wieder Spitze wird"},"content":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen befindet sich auf einem guten Weg. Die Wirtschaft w\u00e4chst, die Arbeitslosenzahlen sinken, und selbst der Landeshaushalt kann erstmals wieder ein Plus ausweisen. Dennoch gelingt es NRW kaum, zum Bundesdurchschnitt aufzuschlie\u00dfen. Das hat seine Gr\u00fcnde: NRW ist mehr als die anderen L\u00e4nder vom Strukturwandel betroffen, zudem belastet die Energiewende, die Infrastruktur weist R\u00fcckst\u00e4nde auf, der Fachkr\u00e4ftemangel macht sich bemerkbar. Was muss in dieser Situation geschehen, damit NRW der Sprung an die Spitze gelingt? Zu bew\u00e4ltigen sind vor allem vier Herausforderungen, meint\u00a0Thomas Meyer,\u00a0Pr\u00e4sident IHK NRW \u2013 Die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e.V., im NRW-Wirtschaftsblog <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Klartext im Westen&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Demografie: Nach Jahren r\u00fcckl\u00e4ufiger Geburten schrumpft die Zahl der Schulabg\u00e4nger, die in den Arbeitsmarkt str\u00f6men. Gleichzeitig w\u00e4chst die Zahl, die den Arbeitsmarkt in Richtung Rente verl\u00e4sst. In der Folge wird sich der Fachkr\u00e4fteengpass versch\u00e4rfen. Eine weitere Folge: Unternehmer, die eine Unternehmensnachfolge suchen, tun sich immer schwerer, passende Kandidaten zu finden.<\/p>\n<p>Zur Sicherung des Fachkr\u00e4ftebedarfs ist es wichtig, die neu Zugewanderten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Zudem brauchen wir ein Einwanderungsgesetz, um gezielt Fachkr\u00e4fte aus dem Ausland anzuwerben. Aktuell w\u00e4hlen zu viele Schulabg\u00e4nger den Weg in das Studium und dies auch deswegen, weil sie die Attraktivit\u00e4t der dualen Ausbildung nicht kennen. Gleichzeitig sind Hilfestellungen f\u00fcr diejenigen notwendig, die alleine nicht den Weg zum Berufsabschluss finden. Und wir sollten die Attraktivit\u00e4t NRWs als Lebens- und Arbeitsstandort steigern und besser herausstellen, um Abwerbungen aus anderen Bundesl\u00e4ndern zu stoppen.<\/p>\n<p>Digitalisierung: Der digitale Wandel beschleunigt sich \u2013 und nur wenige Unternehmen sind gut vorbereitet. Mit der digitalen Transformation ver\u00e4ndern sich die Anforderungen an eine 4.0-Arbeitswelt. Leistungsf\u00e4hige Breitband- und Funknetze legen die Basis f\u00fcr die digitale Transformation, aber der Ausbau der Glasfaser- und Funknetze kommt nur schleppend voran. Mangelndes Wissen \u00fcber Datenschutz und -sicherheit verhindert eine schnellere Adaption. Trotz ehrgeiziger Ziele fehlen in der \u00f6ffentlichen Verwaltung digitale Standards und damit die Grundlage zur Durchsetzung digitaler Basisdienstleistungen.<\/p>\n<p>Das Land wie die Unternehmen ben\u00f6tigen mehr Freir\u00e4ume f\u00fcr Innovationen, um sich auf den digitalen Wandel einzulassen, um neue Gesch\u00e4ftsmodelle und eine Start-up-Kultur zu entwickeln und erfolgreich im Markt zu etablieren. Die Verwaltung muss vorangehen; das neue Gewerbe-Service-Portal ist beispielgebend daf\u00fcr, wie mit der Digitalisierung Verfahrenswege effizient neu gedacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Strukturwandel: Hier schiebt NRW vieles schon zu lange vor sich her. Statt eines Zusammenwachsens etwa auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt versch\u00e4rfen sich die Unterschiede zwischen Stadt und Land genauso wie zwischen den Landesteilen. Die \u00dcberlastung vieler Verkehrsinfrastrukturen tr\u00e4gt hierzu bei. Die tiefgreifenden Eingriffe aus der Energiewende stehen f\u00fcr NRW noch bevor. Neben der Abfederung der Folgen f\u00fcr die energieerzeugende Industrie wird es darauf ankommen, Strom sicher und preisg\u00fcnstig f\u00fcr die energieintensive Wirtschaft in NRW bereitzustellen.<\/p>\n<p>Mit dem Bundesverkehrswegeplan steht erstmals ein Finanzrahmen zur Verf\u00fcgung, um die Anforderungen anzugehen. Jetzt brauchen wir eine schnellere Planung, um die Mittel auch umzusetzen. Hier hat die Landesregierung wichtige Schritte eingeleitet.<\/p>\n<p>Mehr NRW in Berlin und Br\u00fcssel: Das Wachstum der NRW-Wirtschaft h\u00e4ngt an den Erfolgen der Unternehmen auf den internationalen M\u00e4rkten. Nicht erst seit dem Handelskonflikt mit den USA belasten protektionistische Tendenzen. Der Ausgang der Verhandlungen um den Brexit ist ungewiss. Mehr denn je ist fraglich, wie sich der Trend zu mehr Protektionismus in vielen L\u00e4ndern auf die globalen Wertsch\u00f6pfungsketten auswirkt.<\/p>\n<p>Die zentralen Rahmenbedingungen f\u00fcr die NRW-Unternehmen werden mit der Harmonisierung des Binnenmarktes in Br\u00fcssel oder in Berlin gesetzt. Angesichts der Bedeutung NRWs als sechstgr\u00f6\u00dfter Wirtschaftsstandort in der EU sollten wir unsere Stimme st\u00e4rker im Bund und in Europa erheben und f\u00fcr unsere Anforderungen werben.<\/p>\n<p>Mit ihren Initiativen zur Entfesselung setzt die Landesregierung wichtige Impulse, damit unser Bundesland wirtschaftlich wieder an Schwung gewinnt. Diesen Schwung gilt es nun zu nutzen, um die bevorstehenden, langfristigen Herausforderungen anzugehen, damit Nordrhein-Westfalen der Sprung an die Spitze der Bundesl\u00e4nder gelingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen befindet sich auf einem guten Weg. 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