{"id":1066,"date":"2012-12-14T09:59:01","date_gmt":"2012-12-14T08:59:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1066"},"modified":"2012-12-20T16:03:59","modified_gmt":"2012-12-20T15:03:59","slug":"verfestigte-arbeitslosigkeit-erfordert-noch-mehr-bildungsanstrengungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/verfestigte-arbeitslosigkeit-erfordert-noch-mehr-bildungsanstrengungen\/","title":{"rendered":"Verfestigte Arbeitslosigkeit erfordert noch mehr Bildungsanstrengungen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1067\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/verfestigte-arbeitslosigkeit-erfordert-noch-mehr-bildungsanstrengungen\/148-12-klaus_fenster_vor_der_ihk-vollversammlung\/\" rel=\"attachment wp-att-1067\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1067\" class=\"size-medium wp-image-1067\" alt=\"Schon vor dem Vortrag von Klaus Fenster hatte sich die IHK-Vollversammlung intensiv mit der Frage befasst, wie in den kommenden Jahren angesichts sinkender Schulabg\u00e4ngerzahlen und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig moderater Arbeitslosenquoten die Versorgung mit Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften sicherzustellen w\u00e4re.\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/148-12-Klaus_Fenster_vor_der_IHK-Vollversammlung-300x143.jpg\" width=\"300\" height=\"143\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/148-12-Klaus_Fenster_vor_der_IHK-Vollversammlung-300x143.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/148-12-Klaus_Fenster_vor_der_IHK-Vollversammlung.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1067\" class=\"wp-caption-text\">Schon vor dem Vortrag von Klaus Fenster hatte sich die IHK-Vollversammlung intensiv mit der Frage befasst, wie in den kommenden Jahren angesichts sinkender Schulabg\u00e4ngerzahlen und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig moderater Arbeitslosenquoten die Versorgung mit Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften sicherzustellen w\u00e4re.<\/p><\/div>\n<p>\u201eDas Jobcenter Siegen-Wittgenstein kann zwar Beitr\u00e4ge zur regionalen Fachkr\u00e4fteversorgung leisten, deren Relevanz sollte jedoch nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden. Von den derzeit 10.754 erwerbsf\u00e4higen Leistungsbezieher sind nach unserer Einsch\u00e4tzung lediglich knapp 200 unmittelbar in das Besch\u00e4ftigungssystem zu vermitteln.\u201c Dies betonte Klaus Fenster, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Jobcenters Siegen-Wittgenstein jetzt in einem Vortrag vor der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Er stellte den Unternehmern zugleich den Instrumentenkasten vor, mit dem das Jobcenter versuche, SGB II-Bezieher beruflich zu bilden und betrieblich wieder einzugliedern. Die seiner Beh\u00f6rde zu diesem Zweck zur Verf\u00fcgung stehenden Haushaltsmittel w\u00e4ren in den vergangenen Jahren jedoch schrittweise reduziert worden. Fenster: \u201eIm Jahre 2010 verf\u00fcgten wir \u00fcber 13,273 Millionen Euro, im kommenden Jahr werden es lediglich 6,985 Millionen Euro sein. Dies entspricht fast einer Halbierung\u201c.<\/p>\n<p>Im Detail ging er auch auf die Struktur der Leistungsempf\u00e4nger ein. Es sei gemeinhin wenig bekannt, dass von den 7.823 Arbeitslosen im Kreis Siegen-Wittgenstein das Jobcenter knapp 66 Prozent und die Agentur f\u00fcr Arbeit 34 Prozent betreue. Durchschnittlich meldeten sich pro Monat knapp 400 Personen im SGB II-Bezug an. Bemerkenswert sei, dass hiervon jedoch lediglich 46 Personen oder 11,5 Prozent nach vorherigem Arbeitslosengeldbezug nach ALG I von der Agentur f\u00fcr Arbeit in die Zust\u00e4ndigkeit des Jobcenters wechselten. Hierin zeige sich eine erhebliche Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit, die gesellschaftspolitisch ausgesprochen problematisch sei. Dass rund 57 Prozent aller ALG II-Empf\u00e4nger zwei Jahre und l\u00e4nger im Leistungsbezug w\u00e4ren, verdeutliche dies zus\u00e4tzlich. Diese Werte seien zwar landes- und bundesweit immer noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut, dokumentierten aber mit Nachdruck, wie gespalten die Struktur der Arbeitslosen w\u00e4re. Erstaunlich sei zudem, dass sich unter den SGB II-Beziehern lediglich 16,4 Prozent \u00fcber 55-j\u00e4hrige Personen bef\u00e4nden. An der Gesamtbev\u00f6lkerung betrage der entsprechende Anteil 20,3 Prozent. Mit Nachdruck vertrat der Referent die These, dass allgemeine und berufliche Bildung die zentralen Schl\u00fcssel f\u00fcr eine verbesserte gesellschaftliche Teilhabe der Hartz IV-Empf\u00e4nger sei. Je fr\u00fcher und intensiver hier angesetzt werde, desto geringer sei das Risiko, sp\u00e4ter \u00fcber Jahrzehnte hinweg von Leistungen der Allgemeinheit leben zu m\u00fcssen. Klaus Fenster: \u201eDas Problem der Langzeitarbeitslosigkeit ist ausgesprochen komplex. Daher verbieten sich hier auch einfache Antworten!\u201c<\/p>\n<p>Schon vor dem Vortrag hatte sich die IHK-Vollversammlung intensiv mit der Frage befasst, wie in den kommenden Jahren angesichts sinkender Schulabg\u00e4ngerzahlen und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig moderater Arbeitslosenquoten die Versorgung mit Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften sicherzustellen w\u00e4re. Die Unternehmer beschlossen, das \u201eRegionale Haus der Berufsvorbereitung\u201c in den kommenden vier Schuljahren mit weiteren 100.000 Euro zu unterst\u00fctzen, um insbesondere Hauptsch\u00fclern einen m\u00f6glichst bruchlosen \u00dcbergang von der allgemein bildenden Schule in die betriebliche Erstausbildung zu ebnen. IHK-Pr\u00e4sident Klaus Th. Vetter: \u201eWir m\u00fcssen fr\u00fcher ansetzen. Pr\u00e4ventiv zu handeln ist allemal sinnvoller, als teuer zu reparieren.\u201c Das gelte auch bei der Problemstellung,\u00a0 junge Frauen st\u00e4rker f\u00fcr die industriellen Metall- und Elektroberufe zu begeistern.\u00a0 F\u00fcr die Umsetzung der Regionalinitiative \u201eMehr Frauen in die technischen Berufe\u201c stellte die Vollversammlung deshalb ebenso Finanzmittel zur Verf\u00fcgung wie f\u00fcr die Nachwuchssicherung in der Bauwirtschaft. Auch f\u00fcr die Schulen im Kreis Olpe brachte die Vollversammlung eine Initiative auf den Weg. Interessierte Schulen wurden vor wenigen Tagen umf\u00e4nglich mit LEGO-Robotern ausgestattet, durch die im Unterricht Technikbegeisterung auf spielerischem Wege ausgel\u00f6st werden soll. Zugleich sollen im Kreis Olpe in den n\u00e4chsten drei Schuljahren in umfangreichem Ausma\u00df Knigge-Schulungen umgesetzt werden, um die Bedeutung von Sekund\u00e4r-Tugenden im Berufsleben zu unterstreichen. Hierf\u00fcr gab die IHK-Vollversammlung allein 26.000 Euro F\u00f6rdermittel frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Jobcenter Siegen-Wittgenstein kann zwar Beitr\u00e4ge zur regionalen Fachkr\u00e4fteversorgung leisten, deren Relevanz sollte jedoch nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden. 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