{"id":10596,"date":"2018-08-31T14:09:03","date_gmt":"2018-08-31T12:09:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=10596"},"modified":"2018-08-31T14:09:03","modified_gmt":"2018-08-31T12:09:03","slug":"schonende-grabenlose-technik-auf-der-hohen-bracht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/schonende-grabenlose-technik-auf-der-hohen-bracht\/","title":{"rendered":"Schonende grabenlose Technik auf der Hohen Bracht"},"content":{"rendered":"<p>Grabenlose Verfahren zur unterirdischen Rohrverlegung haben eine Vielzahl von Vorteilen gegen\u00fcber der offenen Bauweise. Wertvolle Oberfl\u00e4chen werden geschont, weil Aushub und Wiederherstellung entfallen, der Verkehrsfluss wird kaum behindert und die Bauzeiten sind erheblich k\u00fcrzer. Dank der daraus resultierenden Kostenersparnis und dem breiten Anwendungsspektrum bieten diese Techniken wirtschaftliche und nachhaltige L\u00f6sungen f\u00fcr die aktuellen Herausforderungen beim Rohrleitungsbau \u2013 sei es die Glasfaserverkabelung, die derzeit im gesamten Kreisgebiet durchgef\u00fchrt wird,\u00a0der Fernw\u00e4rmenetzausbau oder die Stromversorgung von Lades\u00e4ulen in der Elektromobilit\u00e4t. Dies gilt f\u00fcr private Versorgungsunternehmen und besonders f\u00fcr den steuerfinanzierten \u00f6ffentlichen Sektor. Wie vorteilhaft das auf kommunaler Ebene ist, zeigte sich diese Woche auf der Hohen Bracht beim Einsatz der grabenlosen Systeme des Spezialmaschinenherstellers <a href=\"https:\/\/www.tracto-technik.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TRACTO-TECHNIK<\/a> aus Lennestadt-Saalhausen.<\/p>\n<p>Der Aussichtsturm auf der Hohen Bracht bei Lennestadt-Bilstein ist das Wahrzeichen des Kreises Olpe und ein beliebtes Ausflugziel f\u00fcr Einheimische und Touristen. Der 30 m hohe Aussichtsturm bietet einen beeindrucken Panoramablick, der \u00fcber das Rothaargebirge bis hin zum Westerwald reicht. Die Wanderwege rund um den Turm ziehen das ganze Jahr Besucher an, im Winter sind der Skihang und die Langlaufloipen stark frequentiert.<\/p>\n<p>Um die Anlage als Freizeitattraktion zu erhalten, wurden im letzten Jahr umfangreiche Um- und Ausbauma\u00dfnahmen auf der Hohen Bracht durchgef\u00fchrt. Insgesamt hat der Kreis Olpe 2,1 Millionen Euro in die Erneuerung von Geb\u00e4uden und Au\u00dfenanlagen investiert. Seit der Wiederer\u00f6ffnung im November 2017 erfreut sich der Aussichtsturm mit neuem Restaurant noch gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit. Allerdings stellte sich heraus, dass die Parkplatzbeleuchtung nicht ausreicht, um bei Dunkelheit f\u00fcr gen\u00fcgend Licht zu sorgen. Da eine ausreichende Beleuchtung eine Frage der Sicherheit f\u00fcr die Besucher ist, beschloss der Kreis Olpe, nachtr\u00e4glich f\u00fcr zus\u00e4tzliche Lichtquellen zu sorgen.<\/p>\n<p>Als Wolfgang Schmidt, Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der TRACTO-TECHNIK, von diesen Pl\u00e4nen erfuhr, schlug er Kreisdirektor Theo Melcher vor, f\u00fcr die Anbindung dieser zus\u00e4tzlichen Lichtquellen an die Stromversorgung grabenlose Technik einzusetzen, damit die Oberfl\u00e4che des neu befestigten Parkplatzes nicht besch\u00e4digt wird und der Besucherverkehr ungest\u00f6rt bleibt. Zudem ist grabenlose L\u00f6sung f\u00fcr die nachtr\u00e4gliche Erweiterung der Parkplatzbeleuchtung in wirtschaftlicher Hinsicht optimal, weil sie schnell und kosteng\u00fcnstig ist. Dass die TRACTO-TECHNIK den Kreis Olpe hier im Dienste der Allgemeinheit unterst\u00fctzt, war f\u00fcr Wolfgang Schmidt selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Diesen Vorschlag griff der Kreisdirektor begeistert auf und bald wurde mit den Planungen begonnen. Zu diesem Zweck lud das vom Kreis Olpe beauftragte Planungsb\u00fcro GR\u00dcN PLAN Vertreter der beteiligten Firmen zum Ortstermin auf die Hohe Bracht ein. Schnell waren die Verantwortlichkeiten und Abl\u00e4ufe festgelegt und f\u00fcr die 35. Woche terminiert. Die Firma Mees wurde mit den notwendigen Tiefbauarbeiten beauftragt, die TRACTO-TECHNIK mit der Rohrverlegung und das Ingenieurb\u00fcro Plan-Forum mit der Planung der Elektrik zur Stromversorgung der Parkplatzleuchten und Firma K\u00f6ster Elektrotechnik mit den Anschlussarbeiten.<\/p>\n<p>Die Planungen ergaben, dass zur grabenlosen Verlegung der Schutzrohre f\u00fcr die notwendigen Stromkabel zwei unterirdische Bohrungen von jeweils rund 30 m L\u00e4nge in rund 1 m Tiefe notwendig waren. Diese Bohrungen sollten im sogenannten steuerbaren Horizontalsp\u00fclbohrverfahren mit einer selbstfahrenden Bohranlage ausgef\u00fchrt werden. Diese grabenlose Technik erlaubt es, Rohre entlang beliebig verlaufender Bohrtrassen aus einer Start- in eine Zielgrube zu verlegen, bei welcher der Bohrkopf entsprechend flexibel gesteuert werden kann.<\/p>\n<p>Am 27. August wurde planm\u00e4\u00dfig mit den Vorbereitungen begonnen. Die Baugruben wurden ausgehoben und die Bohrger\u00e4te samt Zubeh\u00f6r und zur Baustelle gebracht. Beim Ausheben der Baugruben zeigte sich, dass der Boden recht felsig ist, so dass der GRUNDODRILL 18ACS f\u00fcr den Einsatz vorbereitet wurde. Dieses HDD-Bohrger\u00e4t kann dank einer besonderen Konstruktion der Bohrgest\u00e4nge und einen speziellen Felsbohrkopf durch praktisch jede Art von Boden bohren, sogar durch harten Fels.<\/p>\n<p>Um der interessierten \u00d6ffentlichkeit und den lokalen Medien die M\u00f6glichkeit zu geben, die grabenlosen Tiefbauarbeiten live zu erleben, hatte die TRACTO-TECHNIK f\u00fcr den kommenden Tag zum Lokaltermin eingeladen. So fanden sich bei sch\u00f6nstem Wetter am 28. August \u00fcber den Tag verteilt rund 100 Besucher auf der Hohen Bracht ein.<\/p>\n<p>Die Baustelle war so konzipiert, dass aus einer zentralen Startgrube an einer Ecke des Parkplatzes im rechten Winkel in zwei verschieden Richtungen entlang des Parkplatzes gebohrt werden konnte. Wie geplant wurde p\u00fcnktlich um 10.00 Uhr mit der ersten Pilotbohrung begonnen. Nachdem der Bohrkopf ein paar Meter vorgedrungen war, kam es zum ber\u00fchmten Vorf\u00fchreffekt, das hei\u00dft die Bohrung musste aufgrund eines Defekts unterbrochen werden. Der erfahrene Bohrger\u00e4tef\u00fchrer Ren\u00e9 Schrinner nahm es jedoch gelassen und der Schaden war tats\u00e4chlich schnell behoben.<\/p>\n<p>Danach ging es z\u00fcgig weiter. Die erste 30 m lange Pilotbohrung war innerhalb einer halben Stunde erstellt. Dabei wurde die Position des mit einem Sender ausgestatten Bohrkopfs von Vorf\u00fchrer Jonas Hachen st\u00e4ndig mit einem Empfangsger\u00e4t gemessen und markiert. Bei Ankunft in der Zielgrube wurde der Bohrkopf gegen einen kleinen Aufweitkopf ausgetauscht und dieser mit dem Rohrstrang verbunden. Beim anschlie\u00dfenden Zur\u00fcckziehen des Bohrgest\u00e4ngestrangs in die Zielgrube wurde so das erste PE-Schutzrohr direkt in den Bohrkanal eingezogen. Dieser Rohreinzug ging mit rund 45 Minuten ebenfalls schnell vonstatten.<\/p>\n<p>Dann wurde das fahrbare Bohrger\u00e4t umgesetzt, um im rechten Winkel zum bereits verlegten Rohr die zweite Bohrung durchzuf\u00fchren. Dabei steuerte Ren\u00e9 Schrinner den Bohrkopf zentimetergenau unter der kreuzenden Leitung hindurch. Auch diese zweite Bohrung mit dem anschlie\u00dfenden Rohreinzug verlief z\u00fcgig ohne Anlaufschwierigkeiten. Innerhalb von insgesamt anderthalb Stunden war das zweite Stromkabel- Schutzrohr verlegt. Damit war der Einsatz von TRACTO-TECHNIK planm\u00e4\u00dfig abgeschlossen.<\/p>\n<p>So konnten am darauffolgenden Tag die Stromkabel durch die Schutzrohre gezogen werden und die Fundamente f\u00fcr die Leuchten erstellt werden um im Anschluss die Parkplatzleuchten aufzustellen und an die Stromversorgung anzuschlie\u00dfen. Dank der schnellen grabenlosen Rohrverlegung wird der Parkplatz an der Hohen Bracht ab Ende der Woche in neuem Licht erstrahlen.<\/p>\n<p>Die Besucher zeigten sich von der cleveren grabenlosen Technik begeistert und f\u00fchrten angeregte Gespr\u00e4che mit den Beteiligten. Auch der Kreisdirektor war hochzufrieden mit dem Ablauf des Projekts. \u201eDiese Ma\u00dfnahme ist ein sehr gutes Beispiel f\u00fcr die unkomplizierte und konstruktive Zusammenarbeit zwischen \u00f6ffentlicher Hand und lokalen Unternehmen. Die Erweiterung der Parkplatzbeleuchtung war dringend n\u00f6tig und es ist beindruckend, wie schnell und kostensparend das hier funktioniert\u201c, freute sich Kreisdirektor Theo Melcher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grabenlose Verfahren zur unterirdischen Rohrverlegung haben eine Vielzahl von Vorteilen gegen\u00fcber der offenen Bauweise. 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