{"id":10244,"date":"2018-08-15T14:05:41","date_gmt":"2018-08-15T12:05:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=10244"},"modified":"2018-08-15T14:05:41","modified_gmt":"2018-08-15T12:05:41","slug":"nrw-auf-dem-vorletzten-platz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/nrw-auf-dem-vorletzten-platz\/","title":{"rendered":"NRW auf dem vorletzten Platz"},"content":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2018 auf dem vorletzten Platz der 16 Bundesl\u00e4nder und hat sich in den letzten f\u00fcnf Jahren nur leicht verbessert. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkr\u00e4ftesicherung beitr\u00e4gt und Wachstum f\u00f6rdert. Im zus\u00e4tzlich erstmals qualitativ erfassten Bereich Digitalisierung weist NRW eine im Vergleich der Bundesl\u00e4nder durchschnittliche Bewertung auf.<\/p>\n<p>Nordrhein-Westfalen weist in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz, Internationalisierung und Integration St\u00e4rken auf.\u00a0Verbesserungspotenzial besteht neben den Bereichen Bildungsarmut, Schulqualit\u00e4t und Ausgabenpriorisierung bei den Betreuungsbedingungen und bei der beruflichen Bildung.\u00a0Der INSM-Bildungsmonitor 2018 analysiert erstmals zus\u00e4tzlich die Situation im Bereich Bildung und Digitalisierung. Hierzu werden insgesamt sieben Indikatoren qualitativ eingeordnet und bewertet. Die Indikatoren bilden die IT-Ausstattung der Schulen, die Einsch\u00e4tzung zu Kompetenzen der Lehrkr\u00e4fte, die F\u00f6rderung IT-Kompetenzen der Sch\u00fcler und die Nutzung von Computern im Unterricht ab. Dazu werden das IT-Ausbildungsengagement an beruflichen Schulen und Hochschulen sowie Anmeldungen zu Digitalisierungspatenten bewertet. Im Unterschied zum INSM-Bildungsmonitor 2018 geh\u00f6rt NRW bei der Digitalisierung zu den durchschnittlichen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Um die neue Herausforderung Digitalisierung anzunehmen, sollte der Digitalpakt der Bundesregierung z\u00fcgig umgesetzt und durch Investitionen der L\u00e4nder sowie durch die Entwicklung von Lehrkonzepten begleitet werden. Um zielgenau investieren und das Bildungssystem effizient steuern zu k\u00f6nnen, sollten die amtliche Datenlage zum Thema Digitalisierung und Bildung aufgebaut und Vergleichsarbeiten bundesweit umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Zu den Ergebnissen im Einzelnen:<\/p>\n<p>St\u00e4rken:<\/p>\n<p>Zeiteffizienz (BM 2018: 3. Platz):<br \/>\nIn NRW geht wenig Zeit im Bildungssystem verloren. Im Jahr 2016 wurden nur 0,9 Prozent der Grundsch\u00fcler versp\u00e4tet eingeschult (Bundesdurchschnitt: 7,7 Prozent). Auch Klassenwiederholungen sind in NRW seltener als im Bundesdurchschnitt. Auch durch die vorzeitige Aufl\u00f6sung eines Ausbildungsvertrages entsteht weniger Zeitverlust. Gemessen an der Anzahl der Neuvertr\u00e4ge l\u00f6sten im Jahr 2016 mit 27,4 Prozent weniger Jugendliche als im Bundesdurchschnitt vorzeitig ihren Ausbildungsvertrag auf (Bundesdurchschnitt: 28,7 Prozent).<\/p>\n<p>Internationalisierung (BM 2018: 6. Platz):<br \/>\nIn NRW wurden im Jahr 2016 \u00fcberdurchschnittlich viele Grundsch\u00fcler in Fremdsprachen unterrichtet (NRW: 80,3; Bundesdurchschnitt: 67,0 Prozent). An den Berufsschulen hingegen findet in unterdurchschnittlichem Ausma\u00df Fremdsprachenunterricht statt (NRW: 30,6 Prozent, Bundesdurchschnitt 34,1 Prozent). Bei den Englischkompetenzen der Sch\u00fcler wiederum erreicht NRW insgesamt durchschnittliche Kompetenzen im H\u00f6ren und Lesen der englischen Sprache, die Sch\u00fcler an Gymnasien schneiden \u00fcberdurchschnittlich ab.<\/p>\n<p>Integration (BM 2018: 6. Platz):<br \/>\nIn NRW erreichten im Jahr 2016 11,6 Prozent der ausl\u00e4ndischen Schulabg\u00e4nger keinen Abschluss. Dieser Wert ist geringer als im Bundesdurchschnitt (14,2 Prozent) und sogar der zweitbeste Wert aller Bundesl\u00e4nder. Zudem erlangten im Jahr 2016 mit 12,9 Prozent relativ viele Jugendliche mit einer ausl\u00e4ndischen Staatsangeh\u00f6rigkeit an allgemeinbildenden Schulen die Studienberechtigung (Bundesdurchschnitt: 9,1 Prozent). Die Studienberechtigtenquote von ausl\u00e4ndischen Jugendlichen an beruflichen Schulen lag dagegen unter dem Bundesdurchschnitt. Beim Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft liegt NRW im Mittelfeld der Bundesl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Potenziale:<\/p>\n<p>Berufliche Bildung (BM 2018: 16. Platz):<br \/>\nDie schlechte Platzierung NRWs liegt vor allem an den beruflichen Vollzeitschulen. Der Anteil erfolgreicher Absolventen an allen Abg\u00e4ngern von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen betrug im Jahr 2016 nur 67,6 Prozent und war damit so niedrig wie in keinem anderen Bundesland (Bundesdurchschnitt: 81,1 Prozent). Im Jahr 2017 standen rechnerisch f\u00fcr 61,7 Prozent der Bev\u00f6lkerung im entsprechenden Alter betriebliche Ausbildungsstellen zur Verf\u00fcgung. Obwohl NRW eine \u00fcberdurchschnittliche Ausbildungs- und Ausbildungsbetriebsquote aufweist, lag diese Quote unterhalb des Bundesdurchschnitts von 64,8 Prozent, ist aber in den letzten Jahren gestiegen (NRW 2003: 54,9 Prozent).<\/p>\n<p>Betreuungsbedingungen (BM 2018: 16. Platz):<br \/>\nIm Jahr 2016 bestanden an den Grundschulen, an den Teilzeit-Berufsschulen und an den Hochschulen die schlechtesten Betreuungsrelationen in Deutschland. Allerdings hat das bev\u00f6lkerungsreichste Bundesland in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt. So kamen rechnerisch im Jahr 2016 auf eine Lehrkraft an den Grundschulen 17,1 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler (Bundesdurchschnitt: 16,3). Im Jahr 2010 waren es noch 18,4.<\/p>\n<p>Digitalisierung: Bewertung \u201eDurchschnittlich\u201c (o)<br \/>\nNach Untersuchungen der Telekom-Stiftung im Jahr 2017 weist NRW relativ zu den anderen Bundesl\u00e4ndern St\u00e4rken bei der Selbsteinsch\u00e4tzung der Lehrkr\u00e4fte zu ihren medienbezogenen Kompetenzen und Schw\u00e4chen bei der IT-Ausstattung der Schulen auf. Bei der IT-Ausbildung an Hochschulen schneidet NRW nach IW-Berechnungen mit 53,0 IT-Absolventen je 100.000 Erwerbst\u00e4tige unterdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 73,1). Auch unterdurchschnittlich ist NRW bei Digitalisierungspatenten. Pro 100.000 sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigten Personen wurden im Jahr 2015 in Nordrhein-Westfalen 6,5 Digitalisierungspatente angemeldet (Bundesdurchschnitt: 13,3).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/bildungsmonitor18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10246 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/bildungsmonitor18.jpg\" alt=\"\" width=\"621\" height=\"761\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/bildungsmonitor18.jpg 621w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/bildungsmonitor18-245x300.jpg 245w\" sizes=\"auto, (max-width: 621px) 100vw, 621px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Alle Ergebnisse auf <a href=\"http:\/\/www.insm-bildungsmonitor.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.insm-bildungsmonitor.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2018 auf dem vorletzten Platz der 16 Bundesl\u00e4nder und hat sich in den letzten f\u00fcnf Jahren nur leicht verbessert. 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