{"id":10212,"date":"2018-08-13T14:45:26","date_gmt":"2018-08-13T12:45:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=10212"},"modified":"2018-08-13T14:45:26","modified_gmt":"2018-08-13T12:45:26","slug":"energiepolitik-fuer-nrw-den-strukturwandel-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/energiepolitik-fuer-nrw-den-strukturwandel-gestalten\/","title":{"rendered":"Energiepolitik f\u00fcr NRW: Den Strukturwandel gestalten"},"content":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen war und ist ein Energieland, dessen Bedeutung f\u00fcr die Energieversorgung weit \u00fcber die Landesgrenzen hinausgeht. NRW war \u2013 und ist noch \u2013 ein wichtiger Lieferant heimischer Energierohstoffe, ein bedeutender Standort von Stromerzeugungskapazit\u00e4ten und die Heimat gro\u00dfer energieintensiver Industrieunternehmen. Energiepolitik ist damit f\u00fcr Nordrhein-Westfalen von zentraler Bedeutung.<span id=\"more-839\"><\/span><\/p>\n<p>Energie in NRW ist nicht nur Tradition, sondern Gegenwart. Die Steinkohle im Ruhrgebiet und die Braunkohle im Rheinischen Revier bildete seit Jahrzehnten eine zentrale S\u00e4ule der deutschen Energieversorgung. Gleichzeitig waren diese heimischen Rohstoffe und die damit verbundene sichere und bezahlbare Stromversorgung Grundlage energieintensiver Industrien, die Basisprodukte f\u00fcr die Industrie in Deutschland und dar\u00fcber hinaus herstellen. \u201eKohle und Stahl\u201c sind dabei das pr\u00e4gnanteste Beispiel.<\/p>\n<p>Die letzte Steinkohlezeche beendet noch dieses Jahr ihre F\u00f6rderung. Die Braunkohle ist unter Klimagesichtspunkten in der Diskussion. Die Energiewende wird immer h\u00f6here Anteile an Sonnen- und Windstrom bringen. Bisher konnte Nordrhein-Westfalen mit seinen steuerbaren, fossilen Kraftwerken zur Versorgungssicherheit und mit seiner Braunkohle zu vergleichsweise g\u00fcnstigem Grundlaststrom beitragen. Der Strommix ver\u00e4ndert sich, die Emissionen sinken, was zur Stabilisierung des Klimas auch notwendig ist. Die stromintensiven Unternehmen in NRW sind aber auch weiterhin auf eine sichere und wettbewerbsf\u00e4hige Stromversorgung angewiesen.<\/p>\n<p>Nordrhein-Westfalen steht vor der besonderen Herausforderung, eine klimafreundliche Energieversorgung der Zukunft mit der Wettbewerbsf\u00e4higkeit energieintensiver Unternehmen in Einklang zu bringen. Die Energiewende f\u00fcr ein Industrieland ist eine besondere Herausforderung. Was kann daf\u00fcr getan werden?<\/p>\n<ol>\n<li><em>Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit auf Bundesebene n\u00fctzt NRW<\/em><br \/>\nDie M\u00f6glichkeiten einer eigenen Energiepolitik sind stark eingeschr\u00e4nkt. Das Bundesrecht dominiert mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz und vielen anderen Regelungen. Das Land kann den Zubau alternativer Energiequellen auf wirtschaftlich vorteilhaften Fl\u00e4chen genehmigen \u2013 und vor allem \u00fcber den Bundesrat und weitere Kan\u00e4le auf die Bundespolitik Einfluss nehmen. Bundesweit ist wichtig, die Energiepreisnachteile gegen\u00fcber dem Ausland zu begrenzen und ausreichend Back-up- oder Speicher-Kapazit\u00e4ten sicherzustellen. Dazu muss der Wettbewerb zwischen den Energietr\u00e4gern und um mehr Versorgungssicherheit gest\u00e4rkt werden. Und bevor das Ausbautempo der erneuerbaren weiter beschleunigt werden kann, wie von der Gro\u00dfen Koalition in Berlin vorgesehen, muss der notwendige Netzausbau endlich Fortschritte machen.<\/li>\n<li><em>Forschung und Innovation f\u00fcr stromintensive Unternehmen<\/em><br \/>\nAn Rhein und Ruhr sind viele Betriebe angesiedelt, die einen hohen Strom- oder Energieverbrauch haben und gleichzeitig als Arbeitgeber, Steuerzahler und Startpunkt einer industriellen Wertsch\u00f6pfungskette unverzichtbar sind. Forschung, Entwicklung und Produktion sind eng miteinander verflochten und bilden die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Darauf muss aufgebaut werden. Gemeinsam m\u00fcssen von Unternehmen und Landesregierung Perspektiven entwickelt werden, wie diese Firmen auch in einer Zukunft mit radikal verringerten Emissionen am Standort NRW wirtschaften k\u00f6nnen. Innovative Gesch\u00e4ftsmodelle, Forschung und Entwicklung sowie angemessene staatliche Rahmenbedingungen sind daf\u00fcr wesentlich.<\/li>\n<li><em>Strukturwandel begleiten und unterst\u00fctzen<\/em><br \/>\nDie Energiewende birgt zahlreiche neue Chancen, stellt aber auch bisherige Gesch\u00e4fte infrage. Wenn batterieelektrischen Fahrzeugen tats\u00e4chlich die Zukunft geh\u00f6rt \u2013 was alles andere als sicher ist \u2013 wird das f\u00fcr die Hersteller von Verbrennungsmotoren mit dramatischen Einschnitten verbunden sein. Wenn der Braunkohletagebau fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Ende geht, betrifft das nicht wenige Zulieferer in der Region. Neue Energiekonzepte und Technologien bringen aber auch immer neue Chancen f\u00fcr innovative Gesch\u00e4ftsideen. Die Energiewende, die weit \u00fcber die Stromerzeugung hinausgeht, verst\u00e4rkt den Strukturwandel. Dieser muss aktiv begleitet werden. Unternehmensgr\u00fcndungen, Wissenstransfer aus den Forschungseinrichtungen in die Betriebe und innovative Anpassungen der bestehenden Firmen sind Bausteine, mit der auf die neuen Rahmenbedingungen reagiert werden kann. Der Strukturwandel darf nicht als Ausrede f\u00fcr eine schlechte wirtschaftliche Entwicklung herhalten (auch das hat in NRW durchaus Tradition), sondern muss Antrieb sein, neues zu wagen und zuzulassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein Beitrag von\u00a0Dr. Hubertus Bardt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Leiter Wissenschaft beim Institut der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln, im NRW-Wirtschaftsblog &#8222;<a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klartext im Westen&#8220;.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen war und ist ein Energieland, dessen Bedeutung f\u00fcr die Energieversorgung weit \u00fcber die Landesgrenzen hinausgeht. 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