{"id":10168,"date":"2018-08-09T08:42:45","date_gmt":"2018-08-09T06:42:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=10168"},"modified":"2018-08-09T08:42:45","modified_gmt":"2018-08-09T06:42:45","slug":"staedte-der-zukunft-muessen-nachhaltig-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/staedte-der-zukunft-muessen-nachhaltig-sein\/","title":{"rendered":"St\u00e4dte der Zukunft m\u00fcssen nachhaltig sein"},"content":{"rendered":"<p>Wohnungsnot, Landflucht, Klimawandel \u2013 extreme Hitze und \u00dcberflutungen drohen in Zukunft h\u00e4ufiger. Wie sollten die St\u00e4dte von morgen aussehen, um f\u00fcr diese Gefahren gewappnet zu sein? \u201eMit klugem Bauen k\u00f6nnen wir viel erreichen\u201c, sagt Lamia Messari-Becker, Professorin f\u00fcr Geb\u00e4udetechnologie und Bauphysik an der Uni Siegen. Kluges Bauen \u2013 das bedeutet f\u00fcr Messari-Becker vor allem Nachhaltigkeit, eine Art Haltbarkeit unseres Tuns auf verschiedenen Ebenen. Bezogen auf Materialien, Fl\u00e4che, Energie usw. h\u00e4ngt das in der Praxis mit ressourceneffizientem und schadstoffminimiertem Bau zusammen. Ein Bauwerk ist laut Messari-Becker nur nachhaltig, wenn es seiner sozio-kulturellen Funktion gerecht wird, also lange und gerne genutzt wird. Doch eine Ansammlung nachhaltiger Geb\u00e4ude mache noch kein nachhaltiges Stadtquartier aus. Dazu geh\u00f6rten eine gute Infrastruktur, qualit\u00e4tsvolle Au\u00dfenr\u00e4ume und moderne Mobilit\u00e4t. Am Ende sei eine Stadt nur dann nachhaltig, wenn sie ihre \u00f6konomische Wettbewerbsf\u00e4higkeit mit hoher Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr ihre Bewohner und Nutzer und sozialer Stabilit\u00e4t dauerhaft verbinden kann.<\/p>\n<p>Weltweit entfallen etwa 50 Prozent des Ressourcenverbrauchs und Abfallsaufkommens sowie 40 Prozent des CO2-Aussto\u00dfes aufs Bauen.\u00a0 In den St\u00e4dten konzentriert sich zudem mehr als 75% des Ressourcenverbrauchs. \u201eHoch- und St\u00e4dtebau k\u00f6nnen Klimaschutz bedeuten, wenn wir die Hausaufgaben richtig angehen\u201c, sagt Messari-Becker. Das Problem: Noch immer s\u00e4he die Politik beim Umwelt- und Klimaschutz vor allem das Thema Energie. \u201eBauen und Stadtentwicklung sind aber keine Nebenschaupl\u00e4tze. Die Politik muss das Thema strategischer angehen\u201c, fordert die Bauingenieurin, und hilft mit. Messari-Becker ist Mitglied des Sachverst\u00e4ndigenrats f\u00fcr Umweltfragen und ber\u00e4t die Bundesregierung in Fragen des Bauens und der Stadtentwicklung. Wie die St\u00e4dte der Zukunft aussehen k\u00f6nnen, beleuchtet das ZDF in seiner Dokumentation planet e mit Prof. Messari-Becker am 12. August.<\/p>\n<p>Schon heute ist es in Innenst\u00e4dten im Sommer oft f\u00fcnf bis acht Grad w\u00e4rmer als im gr\u00fcnen Umland. Der Grund: Durch zu viel Fl\u00e4chenversiegelung, unzureichend Gr\u00fcnfl\u00e4chen und nicht selten zugebauten L\u00fcftungsschneisen wird eine K\u00fchlung erschwert, die Hitze staut sich auf. Man spricht von den sogenannten Hitzeinseleffekten. \u201eWir haben dieses Problem viel zu lange vernachl\u00e4ssigt und mehr versiegelt als n\u00f6tig gewesen w\u00e4re\u201c, sagt Messari-Becker. Vor allem im Hochsommer bringt das Probleme mit sich, wie etwa gesundheitliche Probleme f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen und einen erh\u00f6hten Energieverbrauch f\u00fcr Raumklimatisierung. In einigen deutschen St\u00e4dten gehen Verantwortliche jetzt neue Wege \u2013 mit Dachg\u00e4rten, begr\u00fcnten Fassaden oder neu gepflanzten B\u00e4umen. Die gr\u00fcnen Fl\u00e4chen k\u00fchlen nicht nur die Luft ab, sondern binden auch Feinstaub. \u201eKluge Stadtplanung kann die Lebensqualit\u00e4t entscheidend verbessern\u201c, sagt Messari-Becker. \u201eVoraussetzung daf\u00fcr ist, dass wir beim Umbau und der Modernisierung unserer St\u00e4dte die Menschen st\u00e4rker in den Mittelpunkt stellen. Die St\u00e4dte Hamburg und Essen gehen da mit gutem Beispiel voran.\u201c<\/p>\n<p>Nicht nur der Umweltschutz, sondern auch der bezahlbare Wohnraum spielen f\u00fcr sozial-stabile St\u00e4dte eine gro\u00dfe Rolle. \u201eWohnen ist die soziale Frage unserer Zeit schlechthin\u201c, sagt Messari-Becker. Mitten im Frankfurter Bankenviertel entstehen neue Wohnhochh\u00e4user. Ein Trend in vielen Metropolen dieser Welt: Wohnhochh\u00e4user versiegeln wenig Fl\u00e4che und schaffen den ben\u00f6tigten Raum in der H\u00f6he. Die Stadtverwaltung hat den Bauherren zudem verpflichtet, 30 Prozent gef\u00f6rderten Wohnraum zu schaffen \u2013 damit auch MieterInnen mit geringem Einkommen eine Chance auf eine attraktive Wohnung haben. Andere Bauherren zeigen, dass Energyplus-Geb\u00e4ude inklusive integrierter elektro-Mobilit\u00e4t m\u00f6glich sind. Doch das ist nur einer von vielen Aspekten des nachhaltigen Bauens: \u201eWir m\u00fcssen die Beziehung zwischen Stadt und Land v\u00f6llig neu denken&#8220;, fordert Lamia Messari-Becker. Denn die St\u00e4dte sto\u00dfen mehr und mehr an ihre sozialen und \u00f6kologischen Grenzen. Umso mehr brauche es eine gest\u00e4rkte Infrastruktur im l\u00e4ndlichen Raum: \u201eEin g\u00fcnstiges Grundst\u00fcck alleine wird kaum jemanden dazu bewegen, ins Dorf zu ziehen. Dazu m\u00fcssen weitere Faktoren stimmen: Arbeitspl\u00e4tze, schnelles Internet, Mobilit\u00e4t. Diese erleichtern den Menschen das Leben im l\u00e4ndlichen Raum und machen es dadurch f\u00fcr sie attraktiver. Der Abbau der Kluft zwischen Stadt und Land ist eine gro\u00dfe gesamtgesellschaftliche, wirtschafts- und sozialpolitische Aufgabe. Die Folgen dieser Kluft sind n\u00e4mlich vielf\u00e4ltiger und reichen bis hin zum Vertrauensverlust in die Politik.\u201c<\/p>\n<p>Die Dokumentation \u00fcber \u201eDie St\u00e4dte der Zukunft\u201c mit Professorin Lamia Messari-Becker l\u00e4uft am Sonntag, 12. August um 16.35 Uhr in der Reihe \u201eplanet e.\u201c im ZDF.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohnungsnot, Landflucht, Klimawandel \u2013 extreme Hitze und \u00dcberflutungen drohen in Zukunft h\u00e4ufiger. Wie sollten die St\u00e4dte von morgen aussehen, um f\u00fcr diese Gefahren gewappnet zu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10169,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[8,32,30],"tags":[],"class_list":["post-10168","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausbildung","category-infos","category-vermischtes"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/architecture-1868696_1920.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10168"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10170,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10168\/revisions\/10170"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}