{"id":10117,"date":"2018-08-06T15:34:21","date_gmt":"2018-08-06T13:34:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=10117"},"modified":"2018-08-06T15:40:50","modified_gmt":"2018-08-06T13:40:50","slug":"ihk-aussenwirtschaftsausschuss-rueckte-russland-in-den-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-aussenwirtschaftsausschuss-rueckte-russland-in-den-fokus\/","title":{"rendered":"IHK-Au\u00dfenwirtschafts-Ausschuss r\u00fcckte Russland in den Fokus"},"content":{"rendered":"<p>\u201eVon der bipolaren Weltordnung und der politischen Berechenbarkeit fr\u00fcherer Tage sind wir heute weit entfernt. Es findet ein Transformationsprozess statt.\u201c Diese These stellte Dirk Wiese MdB an den Beginn seines Vortrages, den er vor den Mitgliedern des Au\u00dfenwirtschaftsausschusses der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) hielt. Bei der Sitzung in den R\u00e4umlichkeiten der Gustav Hensel GmbH &amp; Co. KG in Lennestadt stand unter anderem das Denken und Handeln des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump im Fokus \u2013 vor allem aber die Frage nach dem Umgang mit der Russischen F\u00f6deration.<\/p>\n<p>Das Riesenreich im Osten hat zuletzt Schlagzeilen geliefert, die hierzulande f\u00fcr massive Kritik sorgten \u2013 von der v\u00f6lkerrechtswidrigen Annexion der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer bis hin zum Krieg in der Ost-Ukraine. Zurzeit sind noch Handelsbeschr\u00e4nkungen der EU wirksam. Doch das Land scheint sich wirtschaftlich zu erholen. Erstmals seit f\u00fcnf Jahren ist 2017 auch das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Russland wieder gestiegen. Deutsche Exporte im Wert von 25,9 Milliarden Euro und ein insgesamt potenzialreicher Markt im fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Staat der Welt lassen erahnen, welchen Stellenwert die deutsch-russischen Handelsbeziehungen auch f\u00fcr die heimische Wirtschaft aufweisen.<\/p>\n<p>\u201eAuch wenn sich die inhaltlichen Vorstellungen in einigen Bereichen diametral gegen\u00fcberstehen: Politisch sind konstruktive Gespr\u00e4che mit unseren Kollegen in Russland immer m\u00f6glich\u201c, unterstrich Dirk Wiese. Die Bundesregierung hat ihn im April dieses Jahres zum \u201eKoordinator f\u00fcr die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den L\u00e4ndern der \u00d6stlichen Partnerschaft\u201c ernannt. Der Sozialdemokrat sieht trotz vieler Meinungsverschiedenheiten auch Einigkeit, etwa hinsichtlich des Iran-Atomabkommens, dessen Fortbestand beide L\u00e4nder mit gro\u00dfem Interesse unterst\u00fctzten.<\/p>\n<p>Gleichwohl verwies er aber auch auf die Probleme, mit denen Russland derzeit konfrontiert sei. Das Land stehe vor immensen innenpolitischen Herausforderungen. Exemplarisch daf\u00fcr stehe die umstrittene Rentenreform, die zudem das nationale Renommee und die Umfragewerte des amtierenden Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin beeintr\u00e4chtige. F\u00fcr Deutschland sei es wichtig, weiterhin an den Beziehungen zu Russland zu arbeiten. Dasselbe gelte auch f\u00fcr die gesamte EU. Sie sei gefordert, Kooperationsm\u00f6glichkeiten mit der Eurasischen Wirtschaftsunion zu suchen.<\/p>\n<p>Dr. Horst Bach, Mitglied des Russisch-Deutschen Kulturzentrums Litera e.V. in Siegen und seit Jahren Vortragender zu Themen im Rahmen der deutsch-russischen Beziehungen, hob in seinem Vortrag die Relevanz des zivilgesellschaftlichen Dialogs hervor. Gerade in politisch angespannten Zeiten komme es darauf an, die Gemeinsamkeiten herauszustellen und aufeinander zuzugehen. Dies sei eine der zentralen Zielsetzungen des in Berlin ans\u00e4ssigen Deutsch-Russischen Forums e.V., dem Bach angeh\u00f6rt. Doch auch bei der derzeitigen Modernisierung der Wirtschaft ben\u00f6tige Russland dringend Unterst\u00fctzung, die die Bundesrepublik auf jeden Fall leisten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Ein konkretes Beispiel, wie wirtschaftliche Kooperationen mit Russland funktionieren k\u00f6nnen, pr\u00e4sentierten J\u00fcrgen Sch\u00e4dler (Gustav Hensel GmbH &amp; Co. KG) und Michael B\u00fcenfeld (MENNEKES Elektrotechnik GmbH &amp; Co. KG). Die beiden Betriebe haben 2012 ein Joint Venture in der Millionen-Metropole St. Petersburg gegr\u00fcndet. Insgesamt 20 Mitarbeiter sind vor Ort t\u00e4tig, davon acht Elektroingenieure im Au\u00dfendienst. Ziel war es von Anfang an, einzelne in Deutschland hergestellte Baukomponenten am russischen Standort zu konzentrieren. Die Zusammenarbeit tr\u00e4gt Fr\u00fcchte: Seit der Entstehung des Joint Ventures ist es gelungen, den dortigen Umsatz zu verdoppeln.<\/p>\n<p>Dass sich die Gustav Hensel GmbH &amp; Co. KG auf einem exzellenten Kurs befindet, best\u00e4tigte auch Philipp Christian Hensel. Der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafter beschrieb die zahlreichen Felder, die das Unternehmen mittlerweile bearbeite. Man erziele mit insgesamt 800 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 100 Millionen Euro und sei bestrebt, bestm\u00f6gliche Produkte in allen Bereichen sicherzustellen. Um auch in Zukunft hochwertige Arbeit abliefern zu k\u00f6nnen, richte man den Fokus ganz bewusst auf den Nachwuchs in den eigenen Reihen. Momentan besch\u00e4ftige das Unternehmen 45 Auszubildende. Junge Menschen k\u00f6nnten hier auch \u00fcber ein duales Studium den Einstieg ins Berufsleben finden.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend lud Dirk Rosenberg, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der aquatherm GmbH, die Vertreter des Au\u00dfenwirtschaftsausschusses dazu ein, beim Fachsymposium \u201eBIGGEXCHANGE\u201c dabei zu sein. Das Unternehmen initiiert das Treffen vom 11. bis 13. September an seinem Hauptsitz in Attendorn. Die international hochkar\u00e4tig besetzte Veranstaltung adressiert F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten aus der Bauindustrie und dem Anlagenbau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVon der bipolaren Weltordnung und der politischen Berechenbarkeit fr\u00fcherer Tage sind wir heute weit entfernt. 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