{"id":10022,"date":"2018-07-30T12:12:21","date_gmt":"2018-07-30T10:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=10022"},"modified":"2018-07-30T12:12:40","modified_gmt":"2018-07-30T10:12:40","slug":"ihk-blitzumfrage-trump-bereitet-heimischer-wirtschaft-grosse-sorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-blitzumfrage-trump-bereitet-heimischer-wirtschaft-grosse-sorgen\/","title":{"rendered":"IHK-Blitzumfrage: Trump bereitet heimischer Wirtschaft gro\u00dfe Sorgen"},"content":{"rendered":"<p>\u201e31 Prozent der befragten Unternehmen sorgen sich aufgrund der gegenw\u00e4rtigen internationalen Risiken in erheblichem Ma\u00dfe um ihre Exporte. Bei mehr als jedem Zweiten sind diese Sorgen in den vergangenen Monaten sogar gestiegen. Urs\u00e4chlich f\u00fcr die Besorgnisse der Firmen sind vor allem die unberechenbare Politik der USA, der Brexit, die hohe Verschuldung der europ\u00e4ischen Staaten sowie gestiegene \u00d6l- und Rohstoffpreise\u201c, fasst IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse einer IHK-Blitzumfrage zusammen, an der sich mehr als 250 Betriebe aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligt haben. Man k\u00f6nne nur hoffen, dass die j\u00fcngst zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker getroffenen Vereinbarungen zu einem Trendwechsel f\u00fchrten. Felix G. Hensel: \u201eDie Bem\u00fchungen gehen zwar in die richtige Richtung. Von einem echten und fairen Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU sind wir aber noch weit entfernt. Auch die ungerechtfertigten Autoz\u00f6lle sind noch nicht endg\u00fcltig vom Tisch. Das Ganze wird nach meiner Einsch\u00e4tzung momentan eher vom Prinzip Hoffnung getragen.&#8220;<\/p>\n<p>Dem US-Pr\u00e4sidenten schlage in den Chefetagen der heimischen Wirtschaft blankes Misstrauen entgegen, erg\u00e4nzt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201e81 Prozent der Unternehmen sehen das internationale Hauptrisiko in der sprunghaften und vollkommen unkalkulierbaren Au\u00dfenwirtschaftspolitik des amerikanischen Pr\u00e4sidenten, der damit dreimal schlechtere Werte als der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Erdogan erh\u00e4lt. Es ist unfassbar, wie viel Vertrauenskapital ein einzelner Mensch in so kurzer Zeit vernichten kann.\u201c Dies sei insofern umso bedauerlicher, als die USA 2017 das Hauptzielland deutscher Exporte im Umfang von insgesamt 111,5 Milliarden Euro waren. Das gelte auch f\u00fcr die NRW-Wirtschaft und die heimischen Unternehmen. Mehr als 250 regionale Betriebe unterhielten Handelsbeziehungen zu den USA. Viele Unternehmen besitzen sogar eigene Niederlassungen dort. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eWir sch\u00e4tzen den Export der hiesigen Industrie dorthin auf ein Volumen von circa 700 Millionen Euro j\u00e4hrlich. Das entspricht betr\u00e4chtlichen 10 Prozent des gesamten j\u00e4hrlichen Exportvolumens von 7,3 Milliarden Euro und unterstreicht die Bedeutung der USA f\u00fcr die heimische Wirtschaft. Vielfach wird vergessen, dass auch in unseren Industrieunternehmen jeder zweite Arbeitsplatz vom Export abh\u00e4ngt. Das kann man nicht oft genug wiederholen.\u201c<\/p>\n<p>39 Prozent der Betriebe (Mehrfachnennungen waren m\u00f6glich) machen sich zudem gro\u00dfe Sorgen um die Entwicklung des Brexit. Felix G. Hensel: \u201eIn der Politik Gro\u00dfbritanniens ist nach wie vor keine klare Linie erkennbar. Doch die Zeit dr\u00e4ngt. Wird mit der EU bis kommenden Herbst kein vern\u00fcnftiges Austrittsszenario entwickelt, droht ein harter Brexit. Der schadet allen und nutzt keinem.\u201c Das Vereinigte K\u00f6nigreich stehe 2017 an Platz 3 aller Ausfuhrl\u00e4nder von NRW mit einem Exportumfang von 13,3 Milliarden Euro. Das seien 7 Prozent der Gesamtausfuhr. \u201eDie regionalen Industrieunternehmen exportieren einen \u00e4hnlich hohen Anteil nach Gro\u00dfbritannien, das hei\u00dft rund 500 bis 600 Millionen Euro. Nimmt man noch andere Wirtschaftszweige hinzu, liegt der Gesamtexport der regionalen Wirtschaft nach Gro\u00dfbritannien wahrscheinlich etwas dar\u00fcber\u201c, konkretisiert IHK-Konjunkturexperte Stephan J\u00e4ger. \u00dcber 300 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk liefern auf den britischen Markt. Mehr als 30 verf\u00fcgen zudem \u00fcber Niederlassungen dort, mindestens sechs \u00fcber eigene Produktionsst\u00e4tten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich machen sich 31 Prozent der regionalen Betriebe gro\u00dfe Sorgen \u00fcber die Verschuldung in der EU, vor allem in den s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Stephan J\u00e4ger: \u201eGriechenland war soeben noch verkraftbar. Derzeit macht vor allem die italienische Politik keine Anstalten, den Staatshaushalt zu konsolidieren. Sollte die Verschuldung dort aus dem Ruder laufen und sollten die EU-Partner im Notfall finanziell einspringen m\u00fcssen, sprengt das den bisher bekannten Rahmen. Mit all den negativen fiskalischen Konsequenzen.\u201c<\/p>\n<p>Fast ebenso viele Sorgen bereitet den Unternehmen die aktuelle \u201e\u00d6l- und Rohstoffpreisentwicklung\u201c (30 Prozent). Mit einigem Abstand folgen die Politik Erdogans (27 Prozent), die Politik Putins (25 Prozent), die Fl\u00fcchtlingssituation in Europa (24 Prozent), der Konflikt im Nahen Osten bzw. Syrien (20 Prozent) sowie die Politik Chinas (17 Prozent). \u201eAusgepr\u00e4gte Unsicherheit kennzeichnet die derzeitige Stimmungslage in der heimischen Wirtschaft. Gemeinsam mit dem DIHK setzt sich die gesamte IHK-Organisation f\u00fcr offene M\u00e4rkte und fairen Wettbewerb ein. Wenn die Abschottung weltweit Platz greift, verlieren alle\u201c, so Felix G. Hensel und Klaus Gr\u00e4bener abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e31 Prozent der befragten Unternehmen sorgen sich aufgrund der gegenw\u00e4rtigen internationalen Risiken in erheblichem Ma\u00dfe um ihre Exporte. 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